annemung,
die
;
-Ø/-.
1.
›Empfang, Einzug, Einnahme von etw. (z. B. von Zöllen)‹;
vgl.  1.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
185, 46
(
m/soobd.
,
17. Jh.
):
die völlige abnembung alles maut- und stantgelt ihr excellenz [...] inen außtruckentlichen vorbehalten haben.
Rwb
1, 697
.
2.
›Festnahme, Verhaftung von jm.‹;
zu  7.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Rotenb.
523, 24
(
nobd.
,
1525
):
ich dann seinen gnaden sölich der ewern redlich handlung und annemung angezaigt.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
138, 27
(
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
das obrigkeit alspolt nach irer gfenglichen annemung umb die bgangen oder bschuldigte that [...] zu röd stöllen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
96, 34
;
Rwb
1, 698
.
3.
›Annahme, Akzeptierung von etw. (als Ergebnis einer Entscheidung)‹;
vgl.  9.

Belegblock:

Rosenthal. Bedencken
18, 13
(
Köln
1653
):
wan er [...] der Kirchen Eynhelligkeit anzeigt zur annemmung Goͤttlicher Lehr.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
328, 9
(
thür.
,
1474
):
szo sulte er ewern [rechtsspruch] zcur zceit auch nach annehmunge bimeltes spruchs ober gehabte leuterunge zcu keyner obirleuterunge [...] gelassen werden.
Merk, Stadtr. Neuenb.
94, 28
(
nalem.
,
1510
):
nach dem sich baid partien uf uns in der gutlicheit veranlast und umb annemung diser sach durch ir schriften angesucht.
4.
›Übernahme, Antritt von etw.‹;
vgl.  13.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 174, 27
(
rib.
,
1568
):
dadurch sult die adition und annemung des erbfals verstanden und darvur gehalten werden.
Chron. Augsb.
9, 137, 13
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
Es hat auch Rom [...] der verlassung irer burgerlichen regierung und annemung des kaiserlichen regiments gar nichts genossen.
Dietz, Wb. Luther
94
;
Rwb
1, 698
.
5.
›Annahme (der menschlichen Natur durch Gott)‹;
zu  19.
Religiöse Texte vorw. der Mystik und Scholastik.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 382, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wan denne diu selbe natûre [...] sun des êwigen vaters worden ist von der annemunge des êwigen wortes.
Mayer, Folz. Meisterl.
60, 54
(
nobd.
,
um 1480
):
Daz die gotlich natur ist ungeprechlich gancz | Und einet sich der menscheit mit | Durch anemung der selben ymer mere.
Bihlmeyer, Seuse
339, 11
(
alem.
,
14. Jh.
):
daz er der erste und eingeborne sun ist nach der úbertreffenden annemunge in die selbsheit der goͤtlichen persone.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
45, 1
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz der sun gotis an sich genomen habe den lip übermitz mittele der sele, unde daz also wol durch die ordenunge der wirdikeit also wol ouch durch die gevelligi der annemunge.
Quint, a. a. O.
380, 3
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
2, 149, 14
;
Morgan u. a., a. a. O.
22, 12
;
Maaler
24v
.