anmachen,
V.
1.
›(Kleider) nähen, anfertigen, schneidern‹.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
99, 638
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das ist ain schmehe | Mit deins mans kurczen pfaiten. | mach im ain langer pfaiten an.
Fuchs, Murner. Geuchmat
3489
(
Basel
1519
):
Ein schub vnd rock macht ich ir an, | Das sy solt zierlich yn har gan.
Gagliardi, Dok. Waldmann
1, 313, 11
(
halem.
,
1488
):
der kostlichen kleider halb, so frowen und tochtern anmachen und tragen.
Gille u. a., a. a. O.
99, 631
.
2.
›etw. (Flüssigkeiten) zubereiten, bereitmachen‹; je nach Obj.: ›etw. rühren, kneten, mischen‹; ›(das Bett) machen‹; phrasematisch:
angemachtes har
›Perücke‹; laut Wmu
1, 103
auch allgemein: ›etw. anlegen, bauen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 1, ; vgl.  1,  5.

Belegblock:

Rauwolf. Raiß
29, 27
([
Lauingen
]
1582
):
Jn der mitte der Baͤder / ist ein schoͤner Roͤrbrunn lustig zusehen / auß dem sie allen vnnd jeden so auß dem bad gehn / fuͦßwasser anmachen.
Maaler
20r
(
Zürich
1561
):
Pflaster mit essich Angemacht / vnd in einanderen geruͤrt.
Turmair
1, 424, 12
(
Augsb.
1517
):
depso is ere, depsui apud Catonem ‚anmachen, knetten taig et huiusmodi, under den henden pidern‘.
Volkmar
85
;
Maaler
23r
;
Pfälz. Wb.
1, 258
;
Schweiz. Id.
4, 42
.
3.
›(Feuer) anzünden‹.
Bedeutungsverwandte:
 12; vgl. ,  3.

Belegblock:

Maaler
23v
(
Zürich
1561
):
Ein erloͤschẽ oder vertrochen feüwr widerumb Anmachen oder anzünden.
Pfälz. Wb.
1, 258
.
4.
phrasematisch:
jm. ein kind anmachen
›jn. schwängern‹.

Belegblock:

Chron. Augsb.
5, 20, 11
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
der hett ir ain kind angemacht, und der pfarrer zuͦ dem hailigen Kreutz hett ir auch ain kind angemacht.
Ebd.
58, 16
:
derselben [magt] macht der Waraus ain kind an.
5.
›etw. an etw. anderem befestigen‹; ütr.: ›jm. etw. (Übles) anhängen, jm. schaden; Händel beginnen‹; an letzteres anschließbar auch allgemein: ›mit etw. anfangen, beginnen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,  8 (zu ersteren Nuancen);  1 (zu letzterer Nuance).

Belegblock:

Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
10, 5
(
Straßb.
1650
):
wie sie ihrem Nächsten möchten etwas anmachen, Ihm eine klette anhencken, Ihn durch die Hechel ziehen.
Winkler, Flugschr.
1975, 173
;
Rwb
1, 689
;
Schweiz. Id.
4, 42
.
6.
›etw. (in allen Belegen: Wein) steuerlich veranlagen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  24.

Belegblock:

Wolf, Gesetze Frankf.
123, 17
(
hess.
,
1409
):
daz kein wirth [...] win umb gelt oder uff kerben sulle uszgeben, der nit uff das ungelt von den viserern angemacht ist.
Ebd.
130, 1
:
das man die viserer heissen sal, so sie dieselben wine anmachen, die nyderlage davon zu geben.
Ebd.
123, 2
;
147, 1
.
7.
›jn. anlügen, jm. etw. vormachen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3.

Belegblock:

Haszler, Kiechels Reisen
127, 19
(
schwäb.
,
n. 1589
):
[diser hofman] macht denn bauren an [...], das ich eylent fort miesse, nam ime das pfert mütt gewalt, hües mich [...] doruf süzen, rütt mitt dovon.
Rwb
1, 689
.
8.
›jn. zu etw. verführen, verleiten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4;  2.

Belegblock:

Schweiz. Id.
4, 42
.