anmütig,
Adj.
1.
›jm. gefällig, angenehm, erwünscht‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  1, ,  3; vgl. , .
Gegensätze:
 1.

Belegblock:

Mathesius, Passionale
35v, 2
(
Leipzig
1587
):
wird euch darnach die Weissagung des Propheten Esaiæ / [...] / desto anmuͤthiger / bekandter vnd verstendlicher sein.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 88, 12
(
Nürnb.
1631
):
da sihet man, daß [...] kein Mensch so schlecht, der nit durch ein anmuhtiges gesang koͤnte bewegt vnnd erweicht werden.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
480
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
So ist sein meinung sunst zuͦ vor | Milt | anmuͤtig / glaͤublich zwor.
Fuchs, Murner. Geuchmat
5340
(
Basel
1519
):
Ich wolt gern sehen, wo der wer, | Der yedem sagt anmuͤtig mer!
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
11, 29
(
halem.
,
1483
):
die sachen und landtlöf sich also machen, dz beden obgenanten tailn [...] anmütig wurd, sölich obgemelt satzungen abzethuͤnde.
Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
3, 50, 20
(
Luzern
1528
):
blipt frylich wor was die frommen herren schriben, was jedem anmietig vnd gefellig ist, das beschützt vnd beschirmt er.
Qu. Schweiz. Gesch.
1, 55, 5
(
halem.
,
1470
):
dise ding werend bald fürzuͦnemmen und durch personen, so den erenlüten anmuͤtig.
Göz. Leichabd.
273, 19
;
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 152, 26
;
Pfeiffer-Belli, a. a. O.
3, 48, 2
;
Heidegger. Mythoscopia
61, 1
;
Chron. Augsb.
8, 439,
Anm. 1;
Schöpper
56b
;
Maaler
24r
;
Schwäb. Wb.
1, 240
;
Schweiz. Id.
4, 582
.
2.
›eifrig, begierig; wünschenswert‹.
Bedeutungsverwandte:
(zur zweiten Nuance).

Belegblock:

Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 91, 19
(
Straßb.
1520
):
[Luther] dester anmietiger gehoͤret worden ist / ie mer er der oberkeit / [...] in den bart gegriffen hatt.
Volkmar
160/61
;
Schweiz. Id.
4, 582
.