anheber,
der
;
-/-Ø.
1.
›j., der etw. in Angriff nimmt, unternimmt, in Auftrag gibt‹;
vgl.  7.
Bedeutungsverwandte:
 12, , , , .

Belegblock:

Luther, WA
51, 645, 19
(
um 1535
):
Ein guter anheber ist aller ehren.
Schöpper
2b
(
Frankf.
1550
):
Vrsacher Vrnäher anstiffter anfänger auffwickler.
Chron. Nürnb.
5, 552, 6
(
nobd.
,
1489
):
Desselben jars da machet man hie die heuwag, des was anheber Hanns Tucher.
Maaler
22r
;
Dietz, Wb. Luther
86
.
2.
›Stifter, Gründer, Stammvater (eines Geschlechts); Erfinder von etw.‹;
vgl.  8.
Bedeutungsverwandte:
 1; vgl.  3, .
Wortbildungen:
anheberin.

Belegblock:

Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 68, 25
(
schles.
,
1404
):
sint her der kunst und fundis anheber und finder ist.
Wyss, Limb. Chron.
62, 18
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
Mit namen was der ein anheber herzoge Otte von Brunswig.
Gille u. a., M. Beheim
83, 60
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
von Eber ist uns das pekant, | der des was ain anheber.
Chron. Nürnb.
4, 135,
Anm. 2 (
nobd.
, zu
1394
):
die
[Frauen]
waren mit meister Nicklas anheberin der armen sundersiechen
[›Begründerinnen einer Speisung der Aussätzigen‹].
Langmantel, Schiltb. Reiseb.
67, 4
(
oobd.
,
n. 1427
):
ein bewarmunder zu Allexander, ein anheber der vesten stat Babilony.
Turmair
4, 266, 5
(
moobd.
,
1522
/
33
):
den man Homerum, das ist ‚den plinten’ nent, [...] ist ein prun und anheber aller kunst.
Ebd.
635, 9
;
883, 33
;
Dasypodius
290r
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
11
;
Rwb
1, 659
.
3.
›Anstifter von etw., Rädelsführer‹;
vgl.  10.
Syntagmen:
a. des aufrurs / haders / mordes / der durchächtung / sache
;
oberster / ungetreuer a.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 174, 13
(
nrddt.
, Hs.
1601
):
das der verlauffen bube Kersten Nestlers Tochterman der erste und uberste Anheber ist gewest.
Engel, Rats-Chron. Würzb.
90, 23
(
nobd.
, Hs.
M. 17. Jh.
):
der knecht, der ein anheber des mordes war, wardt am ersten gefangen.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
187, 8
(
Ulm
1486
):
hat dich nit gerauwen [...] der missetat die der Jüngling (durch dich anheber) geton hett?
Turmair
4, 813, 30
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Die pfleger, richter und schergen teten mêr dan in pefolhen, mit inen geschaft was, sind oft anheber, anschürer und antrützler der durchächtung wider die christen gewesen.
Winter, Nöst. Weist.
4, 178, 2
(
moobd.
,
1524
):
ist anheber der sach vom raufen verfallen ain pfunt pfening.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
210, 25
;
Turmair
5, 355, 19
;
Schöpper
2b
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 157;
Schwäb. Wb.
1, 219
;
Rwb
1, 659
.
4.
›Fuhrknecht, der die Wagen bei unebenem Gelände im Gleichgewicht zu halten hat‹; zu  16, dort Beleg.