angezeihen,
V.;
die belegten Formen werden von Buchda, Schöffenspr. Pössneck
4, 34,
als
angeziehen
lemmatisiert. Dies ist weder graphisch noch semantisch ausgeschlossen, wahrscheinlicher aus graphischen und semantischen Gründen (vgl.
gezeihen
und
geziehen
im Dwb
4, 1, 4, 6930
ff. bzw. 7050 ff.) ist aber das Lemmazeichen
angezeihen.
1.
›jn. rechtlich belangen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  6,  7.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
149, 10
(
thür.
,
1474
):
Hannß Doringk in obingerurter formundeschafft enmagk alsdanne dye vielgenanten von Swynitcz gebrudere furder nach wyther nicht anegeczyhen nach genotigen.
Ebd.
115, 34
:
Jacuff Sulcza mag yn deshalbin nicht hocher angeczyhen nach furder gemanen.
2.
›etw. beanspruchen, an sich ziehen‹.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
118, 26
(
thür.
,
1474
):
so enmagk sich der amptman von amptis halben synes nachgelaßin geldes unde gutis nicht underwinden nach angeczyhen.
3.
›Entschädigung für etw. geltend machen‹.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
50, 10
(
thür.
,
1474
):
her magk Hanßin Voylen unde Thelen, syne swester, von der register wegen keyn unrecht zcugelegen, nach sich auch von deswegen keynen hoen nach smaheyt addir schaden angeczyhen.