angefär,
angefar,
angefärd,
angefärlichen,
Adv.
1.
›ohne Absicht‹.

Belegblock:

Dietz, Wb. Luther
78
.
2.
›zufällig, von ungefähr‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (s. v.  14).

Belegblock:

Bachmann, Haimonsk.
204, 11
(
halem.
,
1530
):
gsach ăngferd ein felssen, ob dem gsach er ein altz bruoderhŭßly.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
466, 37
(
m/soobd.
,
1423
):
das di purger in der stat chain lampt [...] nicht bestelln noch chaufen schullen in dem gäu, ausgenomen es kom im dann angever fur ir häuser.
Leidinger, V. Arnpeck
522, 28
(
moobd.
,
v. 1495
):
angevär giengen di riem der flaschen auf.
Bachmann a. a. O.
94, 19
;
Klein, Oswald
112, 1
;
Turmair
1, 425, 23
.
3.
dient in Verbindung mit nach- oder vorangestellten Zahlenangaben, auch Ortspunkten dem Ausdruck der annäherungsweisen Erreichung dieses Zahlenwortes/Ortspunktes; ›annähernd, ungefähr‹.

Belegblock:

Mell u. a., Steir. Taid.
1, 6
(
m/soobd.
,
E. 15. Jh.
):
der sol wert sein 24 ℔. tregt ain iar angeverlich bei 4 tl ℔.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
107, 4
(
tir.
,
1464
):
da lag ich in ainem vënster in meinem haus angeuerleichen an der selbigen stat, da si spilten.
Zingerle, Inventare
13b
, 39 (
Bozen
1485
):
etliche gu0t püchsenstain, klain vnd grösser, pei ij hu0ndertn angeǔerd.
Ebd.
37b
, 31 (
1489
):
Schintelkasten im geschloss angeuarde bey ic vnd xxiiii kasten.