anfordern,
V.
1.
›etw. fordernd von jm. verlangen, jm. etw. abfordern, abverlangen‹.
Bedeutungsverwandte:
, , , (V.) 3; vgl.  1.
Wortbildungen:
anforderer
1,
anforderin.

Belegblock:

Göz. Leichabd.
283, 21
(
Jena
1664
):
Dieses leistete nun des Hochseeligen Hn. HORSTIF durch Weisheit und Tugend beluͤstigter Geist uͤber alles Anfordern.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
682, 17
(
osächs.
,
1523
/
4
):
[Einer unser compon des rats] hat uns darumb gescholden, das wir angefordert haben geschosse.
Welti, Stadtr. Bern
605, 8
(
halem.
,
1539
):
dem dieselbige zehenn jaͤrige geltschuld angeuordert würt.
Langmantel, Schiltb. Reiseb.
20, 26
(
oobd.
,
n. 1427
):
Wie der Weyasit dem chönig soldan ein stat und ein landt an vordert, das zum chönigreich (Siwas) gehört.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
2, 76, 11
;
Spanier, Murner. Schelmenz.
48, 8
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
85, 11
;
Maaler
19r
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 146/47;
Rwb
1, 630
/31.
2.
›jn. auffordern, etw. zu tun‹.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 96, 28
(
nrddt.
,
1565
/
6
):
Es ist aber darum angefurdert worden, dem Molnvogt volgen zulassen.
Chron. Nürnb.
5, 763, 1
(
nobd.
,
1468
):
ich denn von yn tzu red gehalden und angefordert pin yn die tzu erkennen geben.
Rwb
1, 630
.
3.
›etw. rechtsförmlich beanspruchen; jn. um etw. belangen‹.
Bedeutungsverwandte:
 3; vgl.  8,  10.
Wortbildungen:
anforderer
2.

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
44, 11
(
Worms
1499
):
So einich Parthy beschluß der sach vffzuloͤsen vnnd etwas wyter in recht für zutragen begerte. vñ die widerparthy in soͤlichem den anforderer diser begerd halb geuerde beschuldigt so soll nach erkantnus des Richters der anforderer sich soͤlicher geuerde entschuldigen mit synem Eyde.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
149, 24
(
thür.
,
1474
):
Sein die obpgnanten vier manne [...] zugleich unde semptlich mit gerichte unde clagen zu Salvelt angezcogen ader angefordert wurden.
Ebd.
293, 25
:
wy daz er hore eyne wese anfurdere unde schuldige, unde dyselbe wese sin gud sy.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
190, 8
(
halem.
,
1485
):
ob die in sechs tagen daͧrnach volgend mitt gnůgsamen vertrag nitt geloͤst wurden, so mag si der anvordrer fuͥr sin schuld, kost und schaden vertriben.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
169, 20
(
halem.
,
1525
):
das man si umb erschatz angfordert und angsůcht hette.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
99, 5
(
smoobd.
,
1671
):
also soll er ihne bezallen; thuet ers aber nit, so soll ers anfordern.
Turmair
1, 423, 35
.