anfänger
(bis ins 16. Jh. mit gleicher Häufigkeit:
anfaher
),
der
;
-s/-Ø.
1.
›j., der etw. beginnt, Anfänger‹;
zu  1.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Maaler
19r
(
Zürich
1561
):
Anfenger / der etwas anfacht. Incœptor.
Hulsius
5v
(
Nürnberg
1596
):
ein Anfaher anheber in einer Kunst.
Krebs, Prot. Konst. Domkap.
408
.
2.
›Urheber von etw., Anstifter; Autor (von Werken)‹;
vgl.  456;  4.
Gegensätze:
.
Wortbildungen:
anfängerin.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 173, 14
(
nrddt.
, Hs.
1601
):
das sie alle diejenigen, so in ihrer Stadt befunden, die des Anfenger gewest sein und darzu geholffen haben, den wollen sie mit allem ernste nachtrachten.
Köbler, Ref. Wormbs
103, 2
(
Worms
1499
):
So aber ein Person der andern vrsach gebe vnnd gezenck anfinge mit worten oder wercken vñ dan der ander demselbẽ anfaher glicher masse begegent mit widerstant oder gegenwere.
Luther. Hl. Schrifft. Hebr.
12, 2
(
Wittenb.
1545
):
Vnd auffsehen auff Jhesum / den Anfenger vnd Volender des glaubens.
Sachs
17, 249, 37
(
Nürnb.
1562
):
Der war seltzamer schwenck anfaher.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
194, 7
(
Ulm
1486
):
O aller meiner wollust erfinder, anfaher und vollender.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
273, 4
(
halem.
,
1490
):
usgesündert die anfenger und stifter diser ufrůr und abfals.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag E iijv,
3
(
Zürich
1521
):
wañ sy lieber fryd haben dann krieg / warumb waren sy dann Julio dem anfenger des kriegs so froͤlich vñ mit geneigtem willẽ gehorsam?
Maaler
19r
(
Zürich
1561
):
Anfenger / vrsaͤcher / der ein herlich bůch gemachet oder geschriben hat.
Winter, Nöst. Weist.
4, 178, 5
(
moobd.
,
1524
):
ob ainer bei wein oder wasser dem andern verbottene wort zusetzet, ist anfenger schuldig sechs schilling.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
378, 19
(
m/soobd.
,
1584
):
wo ain nachparin die andern ungepurlich weiß außschelden tett und darneben gott lastert, die sole umb ain sechter wein gestrafft werden, darzue am leib, doch die anfengerin gewessen.
Chron. Nürnb.
4, 135, 7
;
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
5, 37
f.;
v. Birken. Erzh. Österreich
67b, 52
;
Barack, Zim. Chron.
4, 55, 26
;
Welti, Stadtr. Bern
642, 12
;
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 438, 27
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 134, 5
;
Turmair
1, 318, 9
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
170, 40
;
Chron. baier. Städte. Regensb.
55, 10
;
Maaler
19r
;
Schwartzenbach B iiijv;
Schöpper
2b
;
Henisch
79
;
Schwäb. Wb.
1, 198
.
3.
›Stifter, Gründer von etw.‹;
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron.
116, 22
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
ist mine gnediger jongher Johann her zu Limpurg und Uda sine eliche huesfrauwe anefenger gewest des spittails zu Limpurg.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 140, 14
(
schles.
,
1566
):
alldieweil ich der ersten gewercken und anfenger des tiefen erbstollens gewesen.
Turmair
1, 332, 4
(
Nürnb.
1541
):
Tuitsch, von der erd geborn, und der sei ein anfenger und erbauer der Teutschen.
Maaler
302v
;
Rwb
1, 625
.