anewerden,
V., unr. abl.
1.
›von etw. (das negativ bewertet wird) freiwerden, etw. loswerden; etw./jn. (das/der positiv bewertet wird) verlieren, e. S. verlustig gehen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
3
 4.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
4718
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Und buzten daz getane, | Dar mite sie gar ane | Worden al ires meines.
Hübner, Buch Daniel
5936
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Siner gewalt wirt er an, | Verechtit und vertriben.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
84, 23
(
nobd.
,
1430
):
das einer ein guttlein hett, das er nicht gern an wurde.
Sachs
16, 91, 28
(
Nürnb.
1559
):
Wöllst mir mit geldt behülfflich sein, | Darmit ich werd der schulde ohn.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
3118
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Kain froͤd mochte ir hertz enpfaͮn | Die wÿl sÿ sin můst wesen aͮn.
Helm, a. a. O.
4968
;
Hübner, a. a. O.
2302
;
Chron. Köln
2, 163, 8
;
Primisser, Suchenwirt
14, 68
;
Dietz, Wb. Luther
74
.
2.
›etw. (Geld o. ä.) ausgeben, verschleudern, vertun‹.
Syntagmen:
im Unterschied zu 1 und (partiell) zu 3 mit Akk. d. S.

Belegblock:

Tittmann, Schausp.
16
. Jh. Kulm. 124, 148 (
Nürnb.
o. J.):
Habt villeicht übel haus ghalten, | kein ordnung gehabt mit eurem zern, | wies geht, wenn man wil mer anwern | denn gwinnen, kumt schuld hernach.
Sachs
15, 25, 8
(
Nürnb.
1563
):
Wenn er lang hat gezehret dauß | Und sein barschafft hat fast anworn.
3.
›etw. veräußern, versetzen, verkaufen‹.
Syntagmen:
mit Gen./Akk. d. S.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht
5, 57
(
Thorn
1584
):
Ab eyne vrouwe yres gutes ane yres mannes wille ane wil werden.
Ebd.
5, 58
:
ist das eyne vrouwe eynen man hat der obil geraten ist. vnd wil her ir gut ane werden.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
248, 18
(
smoobd.
,
1529
):
so sollen die gerhaben und pflegvätter füron ihren pflegkindern und pupillen kain aufligend stuck durch sich selbs verkaufen odern ân werden.