andrehen,
V.,
auch mit Rückumlaut.
1.
fachterminologisch in der Weberei: „›an je einen Faden des Trumms einen Faden des Zettels drehen‹“ (Bad. Wb.
1, 47
). Schmoller, Straßb. Tucher- u. Weberzunft, 584 spricht vom Andrehen als einer „Leistung beim Barchantweben, die dem Knecht neben dem Weblohn besonders bezahlt wurde“. Die folgenden beiden Belege sind nicht exakt interpretierbar.

Belegblock:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel
8, 428, 3
(
Straßb.
1466
):
daz ir habt gewept oder angedreet das weppe vnd nit durch meinen geist.
Rauwolf. Raiß
37, 3
([
Lauingen
]
1582
):
Wann sie [seidensticker] etwas vürcken / oder ein faden woͤllen andrehen / halten sie es mit jrem grossen Zehen mehr / dann das sie es on schrauffen legten.
2.
›etw. anstellen, ausführen, in die Wege leiten; etw. anzetteln‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4.

Belegblock:

Fastnachtsp.
544, 1
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Er pat mich eins mit im heim gan, | Ich het in doch vor nie gesehen, | Ich waiß nit, was er mit mir wolt an drehen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
92, 37
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
do hetten die pawren vor auch ain pundt angedradt, des mayster was ainer genant Maynhardt.
3.
›jn. hinters Licht führen, beschwindeln‹.
Phraseme:
Hierher wohl die inhaltlich nicht erläuterte Redensart
den rechten eine wechserne nasen andrehen
( Dietz, Wb. Luther
74
).

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
14, 187
(
Nürnb.
[
um 1520
]):
Do sprach die fraw: «was, numerdum, | Wolt ir uns darmit erst andrehen?»