anderweiden,
V.
Bed. 2-5 schwach belegt; jeweils an 1 anschließbar.
– Beleghäufung für das Nrddt./Omd.; 14. Jh.
1.
›etw. (eine Handlung, oft sprachlicher Art) zum zweiten Male vollziehen; etw. wiederholen‹; beide Nuancen sind nur ansatzweise unterscheidbar;
vgl.  13.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
3182
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz unser herre Jhesus Crist | Die dri dinc an sich cleidet, | Ir ieslich anderweidet | Und zuet mit siner craft an sich, | Daz ist im wol mugelich.
Fischer, Brun v. Schoneb.
4025
(
md.
, Hs.
um 1400
):
daz sprichet: irnuwe daz wunder | und andirweide daz kunder.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
7924
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
er wart mit starkin eidin | dî mêr in andirweidin.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
12253
(
omd.
,
1338
):
Hy anderweyt aber vort | Helyu etteliche wort.
Ziesemer, Proph. Cranc. Jer.
2, 36
;
Helm, a. a. O.
14697
;
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
34
;
Helm, Maccabäer
7025
;
Karsten, a. a. O.
13371
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. 2. V. Bl. 4b; 3. V. Bl. 5b;
Preuss. Wb. (Z) 1, 142.
2.
›etw. (z. B. ein Strafmaß) verdoppeln‹.

Belegblock:

Ermisch, Freib. Stadtr.
33, 16
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
der richter mac di buze aber anderweiden.
Ebd.
33, 6
.
3.
›etw. wiederherstellen, neu gründen‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
18897
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Swenne daz romische riche | So wirdet geanderweidet.
4.
›etw. (Bestehendes) verändern‹.

Belegblock:

Ermisch, Freib. Stadtr.
73, 24
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Di munce zu Vriberc sal man nicht dicker anderweiden noch vernuwen anme slage unde an den pfenningen wen zu einem male in dem iare.
Rwb
1, 610
.
5.
wohl ›(einen Buchtext) wiedergeben, übertragen und dadurch verbreiten‹.

Belegblock:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel
4, 251, 9
(
Straßb.
1466
):
das bůch das ytzund lang vnterwegen ist bliben daz well wir anderweiten.