anbrennen,
V.,
unr.; in den Bedeutungen 1; 2 ist die kausative Bildung des Wortes noch erkennbar; vgl. .
1.
›etw. (z. B. eine Kerze) anzünden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
285, 42
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ab du ain kerczen hast anbrent.
Ebd.
325, 6
:
An ainer hailgen necht | die lichter er [mesner] anprante.
Schwäb. Wb.
1, 179
.
2.
›etw. (z. B. ein Maßzeichen) auf einer Unterlage einbrennen, etw. mit Brandzeichen eichen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Rennefahrt, Gebiet Bern
215, 20
(
halem.
,
1643
):
an die einten und anderen daßelbige meß ordenlich angehouwen und neben sölchen sinne zuͤ beiden seiten ein kleines bärli angebrönt werden sölle.
Maaler
16v
;
Rwb
1, 605
.
3.
›entflammen, aufflammen, zu brennen beginnen‹ (im Beleg und den Belegstellen oft ütr.).
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 128, 10
(
Köln
1582
):
Wenn er seiñ zorn schrecklicher massen | In kurtzem wirt anbrennen lassen, | Wie eine schwere fewerglůt.
Dietz, Wb. Luther
71
.
4.
›festbrennen, anbrennen (z. B. von der Speise beim Kochen)‹;

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. Hesek.
24, 10
/12 (
Wittenb.
1545
):
zünde das fewr an / das das Fleisch gar werde / vnd würtze es wol / das die Marckstücke anbrennen. Lege auch den Topff lehr auff die glut / auff das er heis werde / vnd sein Ertz entbrenne / Ob seine vnreinigkeit zurschmeltzen / vnd sein angebrantes abgehen wolt. Aber das angebrante / wie fast er brennet / wil nicht abgehen.
Maaler
19v
.
5.
›ausbrechen (von Krankheiten)‹;
vgl.  2.

Belegblock:

Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
239v
, 9 (
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
reinigen den leyp mitt erczteÿen, dy do reniget / dy an geprantten colera.