anbitten,
V., unr. abl.;
paralleles Bedeutungsfeld unter .
1.
›zu jm. beten‹; in besonderem Maße offen zu 2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
10, 88
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
alle tag er vor dem halcz got ane pat.
Kummer, Erlauer Sp. II,
170
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
wil des chindleins nemen war | und wil es auch mit gůten siten | diemuͤtichleich an piten.
2.
›jn./etw. religiös verehren, als Gott anerkennen‹.
Vorw. religiöse und didaktische Texte.
Bedeutungsverwandte:
 2.
Syntagmen:
den abgot / got / son / Jesus / stern a.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
124b, 577
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
er [Herodes] het vil mer mutes in | czu tilken ann der stete, | Wann er in an welt piten.
Buijssen, Dur. Rat.
35, 30
(
moobd.
,
1384
):
do er infuͤrt den erst parn sun in den chraiz der erdreichz und in werden anpitten all engell gocz.
Boot, Cassiodor. Hist. Eccl.
42, 17
(
moobd.
,
um 1385
):
nyempt getorst mer dy abgotter anpiten.
Primisser, Suchenwirt
41, 479
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Den [der Juden chǔnik] hab tzu herren wir erchorn, | Wir wellen in gern pitten an.
Niewöhner, Teichner
564, 3435
(Hs. ˹
moobd.
,
n. 1400
˺):
die sterne pit nicht an.
Helm, Maccabäer
10374
;
Mayer, Folz. Meisterl.
16, 88
;
Chron. Strassb.
1, 364, 7
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1440
.
3.
›(jn.) um etw. bitten, mit einer Bitte ansprechen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1; vgl.  3.
Wortbildungen:
anbittung.

Belegblock:

Pyritz, Minneburg
1168
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Waz sol dar nach dez mannes lip | Die mynnenclichen guten | An biten und an muͤten.
Ebd.
1529
:
Ich weiz daz du bist in den sinnen, | Ob ich dich ymer ane bete
[Konj. Prät.], |
Daz ez din lip darumbe niht tete, | Ez machte dann die mynne.
Maaler
71v
.