anbeissen,
V., unr. abl.
1.
›etw. anbeißen, ein Stück von etw. abbeißen‹; hierzu als Metapher: ›etw. anfressen, e. S. hart zusetzen‹.

Belegblock:

Maaler (
Zürich
1561
):
Anbeyssen/ Schier gleych als abgnagen. Admordere.
Lappenberg, Fleming. Ged. (
Lübeck
1642
):
Zuckerrosen und Narcissen, | die kein Frost hat angebissen
(ütr.).
Lindmeyr, Wortsch. NT. .
2.
a) allgemein: ›eine kleine Mahlzeit halten, einen Imbiß nehmen, etw. zu sich nehmen‹;
b) speziell für die erste Mahlzeit des Tages: ›frühstücken‹;
c) ›etw. voressen, eine kleine Mahlzeit vor der eigentlichen halten, eine (den Essensordnungen nicht entsprechende) Zwischenmahlzeit halten‹.
Wortbildungen:
anbeisser.

Belegblock:

Chron. Köln (
Köln
1499
):
laist uns anbissen ind dan zo perde machen.
Voc. Teut.-Lat.
b iiijr
(
Nürnb.
1482
):
Anpeißen. frustuckẽ. fruessen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1501
):
rait doch mit etlichen [...] pferden gen Fürt und paiß da an mit den seinen.
Müller, Nördl. Stadtr. (
schwäb.
,
1520
):
Dieselben unser spileut [...] sollen auch die hochtzeit tag am morgen niendert in wirtsheusern anbeissen, essen noch trincken.
Sappler, H. Kaufringer
1, 285
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
si wolten in die statt fürwar. | da anbeissen, das was in not.
3.
›sich auf etw. einlassen, auf etw. eingehen‹.

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
wan hettin sú din nuwen ein vil klein enpfunden, wan hettin sú nuwen ein vil klein an gebissen!
Goldammer, Paracelsus
6, 11, 22
(
1530
):
also stant wir mit solchem gebot auch, den abtgot nit anzunemen, das ist nit anbeißen sein gesatz!
Ebd.
13, 15
:
so sie anbeißen die geschrift zu felschen.
4.
›etw. schmecken, den Geschmack von etw. prüfen, kontrollieren‹; anzuschließen an 1.
Bedeutungsverwandte:
1
 8.

Belegblock:

Grimm, Weisth. :
sal mit den wirtten die hinaussen win schencken anpeissen vnd beweren, ab sie rechte mosse geben.