allerheiligst,
Adj.
1.
›heilig, von absoluter, göttlicher Vollkommenheit‹; bei Luther auch in agitativer Absicht ironisch:
a. bulla des abendfressens
(Dietz, Wb. Luther
56
-57).

Belegblock:

Buijssen, Dur. Rat.
7, 8
(
moobd.
,
um 1384
):
Under aller heiligchait der chirichen, daz ist in der sampnung der gelaubigen, ist offenbar daz di heilichait, die man handelt auf dem tisch daz allerheiligstem oder gar heiligem alter, ist die aller vordrist, daz ist goczleichnam.
A. à S. Clara. Deo Gratias
39, 14
(
Wien
1680
):
Traͤgt derohalden der Mensch in seinem Namen Homo, [...] ein immerwaͤhrendes Gedenk-Zeichen der Allerheiligsten Dreyfaltigkeit.
Ebd.
32, 29
;
Ziesemer, Proph. Cranc. Ez.
48, 12
.
2.
übliches Attribut für den Papst:
a. vater
; auch:
a. stul zu Rom.

Belegblock:

Wrede, Aköln. Sprachsch.
98
;
Dietz, Wb. Luther
56
/57.
3.
›höchst, vollkommen, kostbar (von Gegebenheiten weltlicher Art)‹.

Belegblock:

Wrede, Aköln. Sprachsch.
98
.
4.
subst. für den Raum des Tempels in Jerusalem, in welchem die Bundeslade stand.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. 1. Kön.
6, 16
(
Wittenb.
1545
):
[Salomo] bawet daselbst inwendig den Chor vnd das Allerheiligst.
Ebd.
8, 6
.