allerding,
allerdinge,
allerdingen,
allerdings,
Adv.;
alle Bildungen begegnen mit ungefähr gleicher Häufigkeit. Die Bedeutung 3 ist nur für
allerding
, Bedeutung 4 nur für
allerdings
belegt.
1.
›ganz und gar, durchaus, gänzlich, vollständig‹; offen zu 2.
Bedeutungsverwandte:
 3; vgl.
2
(Adj.) 4,  1,  4.

Belegblock:

Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
hat er [der Herr] die Figur des Osterlambs allerdinge vffgehebt.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Daz ich diser pyne loz | Gar aller dinge wurde.
Luther, WA (
1531
):
ehr hat sie fur den kopff gestossen undt die Suppen aller dienge versaltzen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
mit begern, in seiner burgerrecht pflicht allerding ledig zů zelen.
Dierauer, Chron. Zürich (
halem.
,
15. Jh.
):
Die truben wotent nit allerdings rif werden.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
do kam er aller dingen von sinnen.
Gerhard, Hist. alde e
5472
;
5556
;
Karsten, a. a. O. ;
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. ;
Barack, Zim. Chron. ; ;
Dietz, Wb. Luther ;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
97
;
Vorarlb. Wb.
1, 60
;
2.
›in jeder Hinsicht, in allen Stücken‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5,  2,  4.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Als ich allerdinge gestalt was | Mynen weg zu gan.
Luther, WA (
1529
):
weil [...] die meinung des schreibers aller dinge verkeret [...] ist.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
vor 1564
):
wolt er im nit allain aus obligender leibsnot, sonder auch allerdings widerumb zuͤ vorigem gewalt verhelfen.
Dierauer, Chron. Zürich (
halem.
,
1415
/
20
):
das selb Núw Raͮthus was aller dingen us berait uf sant Goͤrgen tag.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Er was in nöten keck, manlich, witzig und lebt aller ding fürstlich.
3.
›beinahe, so gut wie‹.

Belegblock:

Wrede, Aköln. Sprachsch.
97
;
4.
›allerdings, hingegen, andererseits‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
3
 4.

Belegblock:

Heidegger. Mythoscopia
19, 22
(
Zürich
1658
):
Nun wil die Gelehrte allerding beduncken / daß selbige herkommen von dem garstigen Abgott Como.