agen,
im Sing. selten, und zwar meist
die
, seltener
der
;
-/-Ø
;
oft diminuierte Formen: obd.
agel
(Pl.
-n
),
aglen
; vereinzelt Kontraktion zu
1
,
2
;
zu
mhd.
agen(e)
›Spreu‹
().
›Getreidespreu, die beim Dreschen von der Ähre abgeschlagenen Grannen; Flachsspreu, die beim Brechen von Hanf und Flachs abfallenden Stengelsplitter; kleiner Splitter aus Holz; Abfall überhaupt, Unflat‹. Die Zuordnung der Belege zu einer der Bedeutungsvarianten ist nicht immer möglich.
Bedeutungsverwandte:
,
1
, ; , (Ggs. speziell hierzu:
1
balke
 1,
baum
 16,
trum
 6);
1
, ;
1
 1,
1
 1, .
Syntagmen:
die a. sehen / streuen / ausschwingen, a. auf die gasse schütten, a. in dem ofen brennen; den ofen mit a. schüren, mit a. einheizen; a. im auge
(häufig),
a. von har; klein als um ein a.
(zur Kennzeichnung der Nichtigkeit von etw.). Ral.:
jm.
(einer Frau)
die a. ab-/ausschütten
(obszön; zur Motivierung vgl. f.).
Wortbildungen:
amreiter
(›Sieb zur Scheidung der Spreu vom Getreide‹),
amschaf
(›Schaff für Getreidespreu‹).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Dan.
3, 46
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
sie lisen nicht ab des kunigis knechte, di si ingewurfen hatten, zu schornde den oven mit ayn, mit werke, mit peche und mit geruysche.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
62
(
schles. inseldt.
,
1451
/
82
):
do der scheppe gesayn eyn sweyn legin of der agen vor sein tar.
Gille u. a., M. Beheim
449, 482
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
kain gancze stat nirgen er schin | so klain als umb ain agel.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
15. Jh.
):
Do wirt einer in die oren gepfiffen, | Die ander wie ein kalp begriffen, | Der dritten schut man ab die ageln, | Das ir die pein gen perg auf gageln.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
was siehstu den agen in dem augen deins brůders: vnd siechst nit den trom in deim augen.
Fuchs, Murner. Geuchmat
37, 6
(
Basel
1519
):
[der] geb ir allen tag das tagwerck für / ouch sol er ir die aglin vß dem geren schüttelen.
Warnock, Pred. Paulis
9, 235
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Sú sechent ain aglen in dem og irs na֔chsten, und den grossen tromen, den sú in iren ogen tragent, den sechent sú nit.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 724, 36
(
schwäb.
,
um 1585
):
keine anglen in sein behaußung tragen, damit einzuefeüren.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
M. 15. Jh.
):
kain aschen oder üsel oder agen oder ander unflat der unzäm ist, den soll man nicht schutten noch geussen auf die gassen.
Deinhardt, Ross Artzney
29
(
oobd.
,
1598
):
Nimb menschen khott, agen oder schlut, der den webern vnder den stuel felt, ain wenig werch.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. ;
Gille u. a., a. a. O.
176, 55
;
Kurrelmeyer, a. a. O. (Var.); (Var.);
Gehring, a. a. O.
584, 30
;
628, 4
;
Löffler, Columella/Österreicher ; ;
Auer, Stadtr. München Anh. ;
Rudolf, H. v. Langenstein. Erch.
58, 22
;
Winter, Nöst. Weist. ;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. ;
Voc. rerum
21r
;
Dietz, Wb. Luther ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Vorarlb. Wb.
1, 55
;
Öst. Wb.
1, 109
;
Matzel, in: Sprachw.
3, 1978, 329
.