agatstein,
der
;
mit Deformation zu , , Kontraktion zu , und volksetymologische Umdeutung zu
augstein
.
– Vgl. Meineke, Bernstein im Ahd.
1984
.
1.
›Halbedelstein Achat‹; vgl. mit Belegangaben.
2.
›Bernstein‹; teils wurde der Bernstein mit dem Gagat verwechselt, was sich auch in den Bezeichnungen ‚schwarzer Bernstein, schwarzer Agstein‘ (Maaler
12v
; Henisch
32
; Meyers Lexikon
6, 254
) für den Gagat zeigt. Dementsprechend ist auch in einigen Belegen keine klare Unterscheidung möglich. Beide Steine wurden zur Herstellung von Rosenkränzen verwendet. Aufgrund seiner Anziehungskraft durch elektrostatische Aufladung mittels Reiben (dazu Lex. d. Mal.
1, 2009
) wurde der Bernstein auch für einen Magnetstein gehalten bzw. wurde ein Magnetstein bisweilen als
agatstein
bezeichnet.
Zur Sache: Zur Bedeutung des Bernsteins in der Heilkunde s. die Belege bei Rohland, Schäden, S.
348
sowie die Angaben in Lex. d. Mal.
1, 2008
/9, dort auch weiterführende Literaturangaben.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. ,  2.
Syntagmen:
den a. stossen / zerreiben; a. ziehen eisen; pulfer aus a. brennen; gelber / schwarzer / gemischter a.; a. Christus.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 74, 6
(Hs.
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ein îsen [...] henket sich an den agestein durch edelkeit des îndruckes, den der stein von dem himel empfangen hât.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
56, 4
(
Frankf.
1535
):
Agathes oder Agapis der Steyn hat grosse tugent / besonder der ein farbe hat gleich eins loͤwen haut.
Ebd.
60, 9
:
Jst vast gůt von Augsteyn getruncken / wann sie benemen dem bauch wethumb / nemen auch die flüß an dem leib / darumb dienen sie fast wol den frawen / die zuuil flüssig seind an jrer zeit. Augsteyn gstrichen über die blöden augen machen sie klar / vnd nemen jnen den fluß.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 45, 80
(
schwäb.
,
1471
):
Sy [man] ziehen an sich frawen rain, | Als Mangnët vnd der Angstain.
Müller, Welthandelsbr.
297, 15
(
schwäb.
,
1514
/
5
):
Augstain schwartz, da man Pater noster auß macht.
Fuchs, Murner. Geuchmat
880
(
Basel
1519
):
Agstein zücht nit so hefftig an, | Alß so ein wyb wol locken kan.
Wiessner, Wittenw. Ring.
4505
(
ohalem.
,
1400
/
8
):
die chaffent pech für augstain!
Bihlmeyer, Seuse
427, 7
(
alem.
,
14. Jh.
):
wan daz geminte dem hertzen zúhet es zů im als der agestein daz isen.
Sudhoff, Paracelsus
10, 111, 9
(
1536
):
das der firnis, so er gesoten wird aus wuntöl [...] mit wein eingesotten und demnach mit agstein [...] bereit, das sein tugent zu heilen groß ist.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
447, 9
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Von Dem Aitstain. Gagates haizet ain aitstain oder prennstain.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
514, 34
;
515, 1
;
J. W. von Cube. Hortus
119, 15
/20;
Belkin u. a., a. a. O.
58, 3
;
Vetter, Pred. Taulers
81, 28
;
Keil, Peter v. Ulm
53
;
Sudhoff, a. a. O.
1, 259, 29
;
Turmair
1, 206, 22
;
389, 3
;
Weitz, Albich v. Prag, S.
156
;
Dasypodius
288v
;
292r
;
Maaler
12v
;
Golius
74
;
Henisch
32
;
Franke, Luthers Wortlehre.
1914, 26
;
Wolf, Mathesius.
1969, 121
.
3.
ein mineralogisch nicht genau identifizierbarer Kalkstein, der z. B. zum Mauer- und Hochofenbau verwendet wurde.

Belegblock:

Pyritz, Minneburg
119
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Der burg torhus waz beschurt | Mit einem turn, hoch gemurt | Von mermel und von augstein.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 162, 25
(
schles.
,
1509
):
so muss man vorne auf den geschlagenen heerd an beiden flügelln des ofens einen augstein legen.
Pyritz, a. a. O.
2978
.