ackerman,
der
;
-/ vereinzelt
-ner
+ Uml., meist
ackerleute.
1.
›Bauer, Landmann, Pflüger, Arbeiter im Feld und im Weinberg‹, im allgemeinen, ständisch meist nicht spezifizierbaren Sinne; metaphorisch sowohl für Christus als Erlöser und für Gott als Schöpfer und Heger der Schöpfung wie für den Teufel als Urheber von Zwietracht gebraucht.
Vorw. theologische, literarische und didaktische Texte; zur Stilebene vgl. Hübner in: Dückert, Norm. lex. Ebene
1976, 26
.
Bedeutungsverwandte:
(
der
1,  13, (
der
1,  2, , ; vgl. .
Syntagmen:
a.
(Subj.)
arbeiten / bauen / brachen / pflügen, säen den acker / faren hinaus / ziehen furchen / furwerken / ernären sich des ackers, der viehzucht / geben pferde zum hergebot
;
dem a. einen weingarten bestaten
;
gebunden sam ein a.
;
armer / hinlässiger / geistlicher a.

Belegblock:

Schoop, Qu. Düren
2, 36
(
rib.
,
1545
):
seint den smeden zu verordent [...] die geselschaft van [...] goltsmede, kannegeisser, ackerluide, mulner.
Feudel, Evangelistar
28, 15
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
do sante her syne knechte czu den ackerluten uf daz sy dy frucht yn nemen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
3, 1
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Ich bins genant ein ackerman, von vogelwat ist mein pflug.
Adrian, Saelden Hort
6630
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
ve marder, swin, wild und zam | die mestet wol der akerman.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 55, 5
(
Straßb.
1466
):
Wan abel waz ein hirte der schaff vnd cayn ein ackerman.
Maaler
11 v
(
Zürich
1561
):
Ackermañ der wol gstifflet oder geschůcht ist / der gůt pundtschůch antregt.
˹Metaphorisch: Chron. Köln
3, 928, 1
(
rib.
,
1481
/
2
):
des teufels von der hellen, der ein ackerman ist aller zweidragt.
Gerhardt, Meister v. Prag
212, 14
(
nobd.
, Hs.
1477
):
Ihesus [...]: ich pin ein worer weinstock vnd mein vater ist ein acker man.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 646, 3
(
Nürnb.
1631
):
Jesus ist selbst der Ackermann, | Spannt weder Roß noch Wagen an, | Er thut sich selbst einspannen, | Er zeucht fuͤr vns biß in den Todt.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh.
15, 1
;
Hübner, Buch Daniel
2331
˺;
Helm, H. v. Hesler. Apok.
13602
;
Bechstein, a. a. O. Luc.
20, 9
;
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 210, 2
;
Jahr, H. v. Mügeln
122, 14 r
;
Jungbluth, a. a. O.
4, 2
;
5, 4
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
536, 2
;
Hertel, UB Magdeb.
3, 718, 1
;
Kehrein, a. a. O.
254, 2
;
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
359
;
Löffler, Columella/Österreicher
1, 30, 17
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 141, 32
;
Turmair
4, 289, 4
;
Goldammer, Paracelsus
6, 195, 3
;
Diefenbach
8 a
;
265 a
;
Brack
18
;
Dasypodius
288 r
;
Henisch
15
;
Dietz, Wb. Luther
1, 43
;
Wrede, Aköln Sprachsch.
68
;
Rwb
1, 424
/5.
2.
›Bachstelze‹; nach Kluge, Etym. Wb.
43 l
eitet sich die Bezeichnung
ackerman
daraus ab, daß die Bachstelze dem Pflüger auf dem Feld folgt, um aus der umgepflügten Erde die Würmer herauszupicken.

Belegblock:

Diefenbach
108 a
;
Schles. Wb.
1, 27
.
3.
›Kalmus, Acorus Calamus L.‹, eine schilfähnliche Pflanze; die Bezeichnung
ackerman
leitet sich aus lat. (s. d.) mit volksetymologischer Anlehnung an
acker
her.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (2. Nuance).

Belegblock:

Marzell
1, 110
/112.
4.
›eine Art Fruchtmus‹ (so Maaler, s. u.); ›eine aus den Wurzeln der Wasserschwertlilie hergestellte Arznei; Latwerge‹ (so G. Eis, s. u.).

Belegblock:

Maaler
11 v
(
Zürich
1561
):
Ackermañ / ist auch ein cõfect vñ latwergẽ.
G. Eis, Was ist ein „Ackerman“? In: Medizin. Monatsschrift
16, 1962, 622
-624.