abtrit,
der
;
-(e)s/
auch
.
1.
›Abfall von etw. (z. B. dem Reich) oder von jm.‹;
zu  2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3.

Belegblock:

Koller, Ref. Siegmunds
85, 48
(Hs.
16. Jh.
):
man sicht an allen städt den abtritt.
Leidinger, V. Arnpeck
681, 20
(
moobd.
,
v. 1495
):
Umb den abtritt, so di von Rengspurg, di sich nennen kamrer, rat und gemain, von dem heiligen reich gefallen sein.
2.
›Verzicht auf etw., Aufgabe von etw.‹;
zu  3; vgl.  2.

Belegblock:

Rwb
1, 322
.
3.
›Weggang von einem Ort, Verschwinden, (darunter: zur Verrichtung der Notdurft)‹;
zu  4; vgl.  3.

Belegblock:

Roder, Hugs Vill. Chron.
93, 33
(
önalem.
,
1522
):
das sy sich ferschribend, dem raut zů geben fon irs abtrittz wegen zway hundert guldin in 2 jaren.
Schwäb. Wb.
1, 79
.
4.
›Abort, Abtritt‹; vgl.  4 mit hinzukommender Metonymie zu 3.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Kluge Etym. Wb.
5
. Vgl.
Wrede, Aköln. Sprachsch.
52b
: ›Abgangsstelle, Ausgang‹;
Schwäb. Wb.
1, 79
.
5.
›Schwund, Zerfall von etw. (z. B. der Kraft)‹;
zu  5.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8.

Belegblock:

Hübner, Buch Daniel
6684
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
mir sint laz | Wurden alle die gelit; | Gar min craft hat abetrit | Gewunnen.
6.
›Verlassen eines Verhandlungsortes zu Beratungszwecken‹; Spezialisierung zu 3; mit fließendem Übergang zu ›Beratung abseits des Verhandlungsortes‹;
zu  7; vgl.  4.

Belegblock:

Loersch, Weist. Boppard
59, 32
(
mosfrk.
,
1673
):
Darauf begehren sambtliche hofener an dem schulteißen, einen gütlichen abtrit zu thun, sich beyderseits under einander zu befragen, kommen doch balt wieder.
Ebd.
234, 12
(
1598
, Hs.
18. Jh.
):
haben die mehrgedachte scheffen und höwer sambt und sonders umb ein abtritt, sich uf das vorgeleßene weißthumb zu bedenken, [...] gebeten.
Winter, Nöst. Weist.
4, 423, 5
(
moobd.
,
1573
):
das, wan richter und rath beisamen sützen und ihnen ain abtrit anbevolchen wierdet, sie garr darvan laufen.
Mell u. a., Steir. Taid.
77, 29
(
m/soobd.
,
M. 17. Jh.
):
in mittl deßelben abtrits fragt der jenig so den stab fiert abermal ainen ieden burgersman.
7.
„Unter dem Abtritt verstand man Gräser oder Halme der jungen Saat, die vom Schalenrand am Fuß des Hirsches [...] zerquetscht wurden“ (Lindner, Qu. Jagd III.
1956, 213
);
zu  15; vgl.  7.
Bedeutungsverwandte:
, .

Belegblock:

Schmitt, Fachprosa
63, 10
(
halem.
,
um 1450
):
Sy [hind] tritt och ab daz gras [...]. sy zermüdet es nun. Daz zeichen heisset der abtritt.
8.
wohl ›Treppenstufe‹.

Belegblock:

Maaler
8r
(
Zürich
1561
):
Abtritt (der) Eingang oder tritt so nidsich gadt. Descensio.
9.
„›ein in einem Grubenschacht angebrachtes Gerüst [...], welches den Ein- und Ausfahrenden als Ruhepunkt dient oder den Übergang von einer Fahrt auf die andere vermittelt‹“; wie 4 Metonymie zu 3.

Belegblock:

Veith, Bwb.
1, 13
.