abteilen,
V.
1.
›etw. von etw. anderem absondern, trennen‹; offen zu 2; 3.
Bedeutungsverwandte:
 1,  5,  1.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
4114
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
al der habe dritte teil, | dî in zûval des sigis gab, | wart von in geteilit ab | und geantwortit Criwin sân.
Strauch, Par. anime int.
47, 21
(
thür.
,
14. Jh.
):
waz zu der sele gehorit, daz sal abgeteilit sin.
Eschenloher. Medicus
6, 20
(
Augsb.
1678
):
daß sie [H. Evcharisti] das Wachs selbsten von sich abtrange / vnd gaͤntzlich abgetheilet.
Leidinger, V. Arnpeck
519, 18
(
moobd.
,
v. 1495
):
Conrad, bischof zu Freising, hat das spital [...] gar von der pfarr abgetailt.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
147, 1
(
mslow. inseldt.
,
1617
):
Anbetrefennt dz Lanndt Jśt ein weeg vber den abgethailten Weingarten.
Winter, Nöst. Weist.
4, 53, 22
(
moobd.
,
1781
):
das gesunde viech von den kranken abtheilen.
2.
›jn. vermögensrechtlich aus dem Kreise der übrigen Berechtigten aussondern und abfinden; sich vermögensrechtlich vergleichen‹.
Bedeutungsverwandte:
 6; vgl. .

Belegblock:

Große, Schwabensp.
148a
, 24 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
her mach ouch nicht mit rechte dicheinen gar abe teilen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
80, 24
(
thür.
,
1474
):
daz Hans Wunner der alde, ir aller vater, Petern Wunner, yren bruder vaterhalbin, abegeteylt habe.
Roder, Stadtr. Villingen
182, 27
(
önalem.
,
1592
):
ein ehgemächt, welches das wäre, das ander überleben und mit den kindern [...] abgetheilt hette.
Grosch u. a., a. a. O.
139, 8
.
3.
›sich von jm./einer Gemeinschaft trennen, von ihr abfallen; jn. aus einer Gemeinschaft ausschließen und dadurch zugrunderichten‹.
Bedeutungsverwandte
(zu letzterer Nuance):  8,  1.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb. I,
315, 8
(
Leipzig
1537
):
Duͤrstet dich nach der selen heyll, | Von der kyrchen dich nit abtheyll.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
16, 18
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Also ging Cayn auß von dem angesicht gots und ward lang und verr von im, nicht das yndert ein stat sey on das angesiht gots, sunder daz er sich von seinem angesiht het abgetailt mit der morderey.
Buijssen, Dur. Rat.
217, 4
(
moobd.
,
1384
):
daz dye frid hab von den checzern und von den abtaylten.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
7, 123
App. (
Augsb.
1487
;
1490
):
die selben mit weib vnd kinden von iren feinden solten abgetilget [abgeteylet
Sb Sc
] werden.
4.
›etw. in Teile untergliedern, unterteilen‹; von hier aus fachsprachliche Öffnung zu ›etw. (z. B. Erz) vermessen‹; ›(Soldaten) einordnen, gruppieren‹.
Bedeutungsverwandte
(zu letzterer Nuance): .

Belegblock:

Maaler 7v (
Zürich
1561
):
Abteilen. Secernere, Partes facere. In hauffen oder rotten Abteilen / [...] Seinen rechtshandel / [...] in sunder artickel Abteilen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 255, 30
(
schles.
,
1528
):
Dass alle ertz rein gepucht und geleutert und nicht ehe abgeteilt oder abgemessen sollen werden.
Rot
306
;
Schmid, R. Cysat
6, 2
;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
50a
.
5.
bedeutungsverwandt zu  2.