abstreifen,
V.
1.
›etw. abstreifen, herunterstreifen, abziehen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2; vgl.  7.
Wortbildungen:
abstreifung
(
der blätter
).

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
13, 11
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
Mang jeger thum, unwisser | nympt sich vil tagalt an | unnd kent doch nit die rysser, | hoch abgestreiffet dort uß hirses ban, | die doch ein ieglich jeger soll erkennen.
Sachs (
Nürnb.
1560
):
der [...] lantzknecht: | [...] streifft dem dieb die hosen ab.
Bildl. bei Sudhoff, Paracelsus (
1529
/
32
):
ist es besser, das tor streift dirs [kleid] ab, dan die welt.
Hierher (?) Spechtler, Mönch v. Salzb.
33, 40
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
dein wasser wasch ab gar die sünd, | dein erd behüt vor helle gründ, | went aller wind abstraiffen.
Tarvainen, Wortsch. Unrest.
1966, 72
;
Mylius
D 7r
;
Dietz, Wb. Luther .
2.
in der Wendung
die bogen a.
›Rebschößlinge so aus der Aufhängung bringen, daß sie auf anderem Grunde weiterwachsen‹; anzuschließen an 1.

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1691
):
so einer dem andern auß neid schaden wolte zuefügen und ihme seine bogen wolte abstreifen.
3.
›sich entfernen, sich absetzen; jn. abhängen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4.

Belegblock:

Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
es war sein mainung, sich von im abzustreifen.
Thiele, Minner. II,
13, 187
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
wurd mich durch has der steinbock den ab streiffen, | so wutt ich durch den schne, | als in dem gebirg manig jeger thut uff reiffen.
4.
›jm. etw. wegnehmen‹; Ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 11.

Belegblock:

Preuss. Wb. (Z)
1, 68
.