absprechen,
V., unr. abl.
1.
›ein Urteil aussprechen, verkünden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  7.

Belegblock:

Chron. Augsb.
6, 43, 5
(
schwäb.
, zu
1528
):
ei, du pößwicht, du hast das urtail und recht an ir volbracht, und ist abgesprochen vom pfleger.
Rwb
1, 283
.
2.
›jm. etw. aberkennen, absprechen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2.

Belegblock:

Kisch, Leipz. Schöffenspr.
633, 2
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Einer sprach in gegenwertigkeit der schepfen, sie hetten ime das sein mit gewalt und unrecht abgesprochen und genommen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
19, 15
(
mslow. inseldt.
,
1568
):
śo iśts ihm durch Recht abgeśProchen worden.
Enders, Eberlin
1, 165, 6
(
Basel
1521
):
das die [...] Bibel alein den pfaffen [...] zů geaygnet ist, vnd den schlechten christen als ein schedlich ding abgesprochen.
Brack
e 5v
;
Schöpper
95b
;
Serranus
3v
;
Maaler
6v
;
Rwb
1, 284
.
3.
›etw. (gegenüber jm.) leugnen, verneinen, bestreiten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse
356, 15
(
alem.
,
14. Jh.
):
Daz wilde zoh aber fúr und meinde, daz er ab sprechi alle glicheit und vereinunge.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 387, 8
(
Straßb.
1522
):
Der Altvatter sprach im das ab und sagt im, es wer ein Anfechtung des boͤßen Geists.
Schlosser, H. v. Sachsenh. Mörin
2039
(
schwäb.
,
2. H. 15. Jh.
):
Min frow ist aller eren vol, | Das mag ir niemant sprechen ab.
Quint, Eckharts Pred.
1, 146, 6
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
651
;
Bihlmeyer, a. a. O.
354, 6
;
474, 20
;
Zirker, Bereicherung d. dt. Wortsch.
1923, 19
.
4.
›sich gegen etw. aussprechen, vor etw. warnen‹.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
237, 15
(
thür.
,
1474
):
dy alle in der stat Sulcza gesessin sint, unde sy dy sache mete anlanget unde nemelich dy von Lipczk abegesprochin habin.
Strauch, Schürebrand
41, 20
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
unsere lieben stiftere, die heiligen großen gottes frúnde, uns vil und dicke mit großeme ernste alle eigenschaft widerroten und abegesprochen hant.
5.
›etw. aufheben, widerrufen, für nichtig erklären‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, .

Belegblock:

Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
122, 20
(
halem.
,
1404
):
meindin die selben alten rechte und gesetzde mit únser gunst abzesprechenne und ze vernútzigenne.
Welti, Stadtr. Bern
103, 27
(
halem.
,
1436
):
doch beheben wir vor dise selbe satzung ze mínren, ze meren oder gentzlich ab ze sprechen.
Ebd.
478, 1
(
1435
):
Die selben geselschaften [...] vnser jeclicher halten mag [...], als in der vordrigen vnser satzungen ouch begriffen ist, die mit diser satzung wir nit meinen abzůsprechent.
Turmair
4, 932, 32
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Alda ward lob und dank gesagt den göttern und nothelfern des römischen reichs, wurden alle ding hin und abgesprochen.
Welti, a. a. O.
81, 32
;
230, 28
;
Rwb
1, 284
.
6.
›jm. jn. abwerben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Rwb
1, 284
.
7.
›jm. etw. ausreden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
264, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
enlâz dir dînen got niht abesprechen noch -predigen.
8.
›eine Vereinbarung treffen, etw. absprechen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Pfälz. Wb.
1, 94
.