absondern,
V.;
bis ins 16. Jh. mit gleicher Häufigkeit
absundern
, daneben häufig auch
absöndern
und
absündern
.1.
›etw./jn. von etw./jm. lösen, abtrennen, sondern, isolieren‹; mit sehr unterschiedlichen Objekten; offen zu 2.Syntagmen:
das haus / buch / vieh / wesen a., die wonung a., jn. a.; jn. von der liebe gottes, von dem seinen a.
Belegblock:
soll ein ehrs. rath sonderliche, abgesonderte häußer und wohnungen fertig machen laßen
(zur Isolierung bei ansteckenden Krankheiten).
mit allin reyen [!] vnd greniczen, alz von andirn gutirn abegezindirt ist vnde gemessin.
daz ich euch das [bůch] solt ziehen zů lateinischer getichte: vnd das selb bůch· absundern vnd abhauen die hebreischen· von den búchern die sy heissen die goͤtlich schriffte.
Was wirdet uns demnach absündern von der lieb Christi?
daß si ir widerpartei nit richteten, wo nur dieselbig fridlich wär, auch ander nit ir mainung auß der christenhait verurtailt, sich absündert und also die ainigkait der gemain christenhait zertrennet.
were aber under ihnen ainer der sein vüch absöndern oder für sich selbst halten wolte.
welcher auß den unterthanen zwischen bestimbten drei zeiten zum haken und führen sich außschraufen und ein tag absündern wurde
(›sich fernhalten, wegbleiben von anderen‹).
2.
›jn./etw. aus einer Gesamtheit herausheben, auszeichnen‹; Spezialisierung zu 1.Belegblock:
Wisset, daß mich der hoͤchster Got | Zům heilgen abgesuͤndert hat, | Vnd vorab auserkoren.