2
abschlag,
der
;
-(e)s/(-e)
+ Uml.
1.
›Auf-, Umschlag am Rock; Schelle, Spange‹.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 271, 21
(
rib.
,
1574
):
die statrock haben hinden absclech, breit und mit zwein kanten gefeirt.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
178, 25
(
nobd.
,
1475
/
6
):
abslege vergult sol gantz lautter silber sein.
Buch Weinsb.
2, 376, 7
;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
38a
.
2.
›Einschnitt, plötzliche Vertiefung im Gelände‹.

Belegblock:

Maaler
5v
(
Zürich
1561
):
Abschlag als an einem büchel. Recessus collis.
3.
›abgetriebenes Waldstück; durch Holzschlag entstandener Weideplatz‹;

Belegblock:

Vorarlb. Wb.
1, 34
.
4.
›Absatz, Umschlag von Waren‹;
vgl.  13.

Belegblock:

Wrede, Aköln. Sprachsch.
38b
.
5.
›Verfall von etw. (z. B. von Gütern); Schaden, wirtschaftliche Not von jm.‹; vgl.  15-17.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
492, 16
(
m/soobd.
,
16.
/
17. Jh.
):
hierunter alßdan die güeter nur in noch merern abschlag und abschläpf komben.
Winter, Nöst. Weist.
3, 565, 4
(
moobd.
,
1628
):
das etliche unserer burger zu Pechlarn [...] in abschlag und verderben gerathen.
6.
›Ersatz von etw. (Schaden o. ä.)‹.

Belegblock:

Wrede, Aköln. Sprachsch.
38b
.
7.
›Abschlagszahlung‹;
vgl.  17.

Belegblock:

Wrede, Aköln. Sprachsch.
38b
.
8.
›Rückgang, Verfall des Preises; Herabsetzung des Preises; geschäftlicher Verlust; Abzug, Minderung von etw. (z. B. von Einkünften)‹; vgl.  15-17.
Syntagmen:
a. sein gros; etw. one a. niessen
(mehrmals) /
versetzen; a. der jare, des schadens; a. an etw.; geld one a.

Belegblock:

Buch Weinsb.
5, 138, 24
(
rib.
,
1579
):
Im kaufhandel ist groisser sorg, | Afsclag, drog, burgschaft, scholt und borg.
Opel, Spittendorf
327, 13
(
osächs.
,
um 1480
):
dieselbige woche obgeschrieben was kein abeschlack am feuerwercke, das schock holtz galt 6 neue d.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
174, 9
(
nobd.
,
1475
):
Wil dann der, des die wollen gewesen ist, denselben ußwurf behalten, mag er tun oder ein abslag an der wollen leiden nach der gesworen erkentnuß.
Buch Weinsb.
4, 86, 20
(
rib.
,
1589
):
so leidt einer schaden zu wasser oder lande. Der absclach ist grois, das gewin klein.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
48, 8
(
halem.
,
1342
):
also daz si die von úns in phandes wise inne haben und niessen súllen ân allen abslag.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 204, 29
;
584, 21
;
565, 11
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
37, 17
;
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 595, 3
;
614, 4
;
Bastian u. a., Regensb. UB
46, 23
;
Sappler, H. Kaufringer
16, 432
;
Maaler
5v
;
Schwartzenbach
A iiiv
;
Schmitt, Urkundenspr.
1936, 196
;
Schirmer, Kaufmannsspr.
4
.
9.
›Staustelle in fließenden Gewässern zur Ableitung des Wassers‹;

Belegblock:

Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 655, 35
(
schwäb.
,
1587
):
soll einem jeden [...] bach durch die wässerungen oder andere abschläg der fluß nicht gar genommen [...] werden.
Rechn. Kronstadt
2, 540, 21
(
siebenb.
,
1538
):
Item czw dem abschlag, in fossato retro monachos dedi clavos gyr Francisco lignifabro, 12.
Schwäb. Wb.
1, 61
.
10.
›Ablehnung, Verweigerung von etw., abschlägige Antwort auf etw.‹;
Bedeutungsverwandte:
(s. v.  22), .
Syntagmen:
a. beschehen; sich des a. besorgen; a. eines amtes; ursache des a.

Belegblock:

v. Keller, Amadis
49, 3
(
Frankf.
1571
):
sage mir, zu welchem Herrn woltest du nach meinem abschlag ziehen?
Chron. Augsb.
4, 371, 22
(
schwäb.
,
v. 1536
):
wiewol sich vil gedachte unsere herrn [...] dises [...] fürschlags und bittens bei e. g. und gunsten kains abschlags besorgen.
Ebd.
5, 396, 20
;
7, 106, 5
;
Maaler
5v
;
Volkmar
458
;
Schwäb. Wb.
1, 61
;
Vorarlb. Wb.
1, 34
.