abscheidung,
die
;
/ -;
zu mit partiell vergleichbarem Bedeutungsspektrum, aber durchgehend weniger Belegen.
1.
›Weggang, Flucht‹;

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht
3, 111
(
Thorn
1585
):
dy do tzyns vf dem erbe han. adir dy lute den her tzyns schuldig blyben ist. vnde ouch noch syner abe scheydunge dirvordirt haben.
Maaler 5r.
2.
›Hinscheiden, Sterben, Tod‹;

Belegblock:

Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 2
(
thür.
,
1385
):
czu dem derten male (weynit der mensche) von der abescheidunge des den iz lip hat.
Wrede, Aköln. Sprachsch.
36b
.
3.
›Amtsaufgabe, -übergabe‹.
Alle Belege aus Verwaltungstexten des Deutschen Ordens.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
177, 13
(
preuß.
,
1416
):
Dis ist das der waltmeister czu Lunenburg hat gelasen in seyner abeschedunge.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
47, 24
(
preuß.
,
1419
):
Diss nachgeschreben habe ich [...] gelosen in myner abeschedunge, do ich des ampts irlosen wart.
Ebd.
53, 24
.
4.
›Wegabzweigung, Gabelung‹.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Kl. Jer.
4, 1
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
wye sint zustroyit dy steine des sanctuariums in allir gazzin abscheydunge.
5.
›Lossagung (einer Person von einer Sache), Trennung von einer Person‹; speziell: ›Scheidung‹;
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht
4, 64
(
Thorn
1585
):
Von abescheydunge eyner vrouwen von yrem manne was ir volgen sal.
Voc. Teut.-Lat. a iiij r (
Nürnb.
1482
):
Abscheydũg vom glaubẽ. od’ zerteylũg. scisma. i. hereticia.
Schmitt, Ordo rerum
69, 23
;
288, 9
.
6.
›Trennung, Lösung von etw. (z. B. der Seele vom Leib, des Menschen von allen die Hinwendung zu Gott störenden Gegebenheiten)‹;

Belegblock:

Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
30
(
pfälz.
,
1436
):
das die sele jn abscheydunge von dem libe in dem tode des menschen [...] überkompt das leben.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
4, 22, 30
(
Straßb.
1466
):
Das schermesser gee nitt auff sein haubt in aller zeit seiner abscheidung.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
7, 63
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Sich [...] wie unsicher das end ist, wie grawsam die czuerloßung der gelider des leibs ist, wie vorchtenlich und bitter die abscheydung der sele ist.
Ebd.
9, 85
.
7.
›Entzug, Vorenthaltung‹; vgl.  7 in konkreter Verwendung.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
140, 194
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Aber der mensch [...] furchtet ach von wegen / Der abschaidung gatlicher lieb.
8.
›Ende, Ablauf (z. B. der Nacht)‹;
vgl.  9.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  6.

Belegblock:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel
4, 434, 42
(
Straßb.
1466
):
Dorumb sy schlieff zů seinen fússen vntz an den morgen vntz zů der abscheydunge der nacht.
9.
›Abfindung von jm., vermögensrechtliche Abteilung von jm. innerhalb der Familie‹;

Belegblock:

Gudian, Ingelh. Recht.
1968, 14
;
439
.