abneigen,
V.
1.
›jn./etw. von etw. ablenken, abwenden, fernhalten‹; offen zu 2.
Bedeutungsverwandte:
 3,
2
 12,  3,  6.

Belegblock:

Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
459, 24
(
oobd.
,
1349
/
50
):
er [Smaragdus] mêrt reichtum [...] und abnaigt daz ungewiter.
Schöpper
105b
.
2.
›sich von jm./etw. abkehren, abwenden (z. B. im religiösen Sinne)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Eichler, Ruusbr. obd. Brulocht
1, 727
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
die sv́bende totsúnde, daz ist ein gebrúchlich abe neigen des geistes von gotte vf v́t, das geschaffen ist.
3.
›jn. (z. B. Dienstleute) entlassen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Seuffert u. a., Steir. Landtagsakten
2, 254, 10
(
m/soobd.
,
1492
):
dardurch die dienstleut abgeneigt und beczalt und wir vor weitern geschray und costen verhutt werden.
4.
›abfallen (von Gelände); sich neigen, senken (von Gestirnen)‹; mit letzter Nuance offen zu 5.

Belegblock:

Löffler, Columella / Österreicher
1, 24, 8
(
schwäb.
,
1491
):
so soͤllend die hoͤchern korn aͤcker ebninen haben und vast linsklich abgenaigt.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
25, 10
(
noobd.
,
1347
/
50
):
die andern planeten die abnaigen sich gegen dem himelwagen.
5.
„abneigen [...] wird zur Bezeichnung für den Winkelabstand von Kreisebenen, Achsen oder Polen (z. B. zwischen Äquator- und Tierkreisebene) eingesetzt oder zur Bezeichnung für das Abweichen eines Himmelskörpers von einer Ebene (z. B. die Deklination der Sonne von der Äquatorebene)“; so Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera,
127
.

Belegblock:

Ebd.
25, 13
(
noobd.
,
1347
/
50
):
daz stuͤke dez tyrkraizzes, daz sich abnaiget von dem ebennehter gegen dem himelwagen.