ablesen,
V., unr. abl.
1.
›(Obst, Früchte) ernten, pflücken‹; z. T. spezialisiert: ›(Wein) lesen‹; ›(Blumen) pflücken‹; ›(Grundstücke) abernten‹.
Bedeutungsverwandte
allgemein:  7, (V.) 18,  1; für einzelne Fruchtarten: (s. v.  3), ,  1, (s. v.  2); vgl. .
Syntagmen:
das gut / obst, den garten / baum / wein, die frucht / traube / blume a.

Belegblock:

Dinklage, Frk. Bauernweist.
107, 44
(
nobd.
,
um 1540
):
so solle er [...] ansagen, er hab sein gut abgelesen und herein gefurt.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Untz daz di vrucht wert ab gelesn.
Niewöhner, Teichner
714, 59
(Hs. ˹
schwäb.
,
1472
˺):
und württ die etzz auff in geschlagen | als ain weyngartt abgelesen.
Hauber, UB Heiligkr. (
schwäb.
,
1424
):
daz sy och halben kosten und schaden haben sollent den selben win ab ze lesent und ze wimnent.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
lasen den wein ab, schnieden die reben ab.
˹Bildl.: Maaler (
Zürich
1561
):
Die bluͤmle einer red Ablaͤsẽ / Dz aller schoͤnist [...] verzeichnen.
˺
Leman, Kulm. Recht ;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ;
Winter, Nöst. Weist. ; ;
Voc. inc. teut. a
iijr
;
Voc. Teut.-Lat.
a iijv
;
Schwartzenbach
A iijv
;
Rot
302
;
2.
›etw. (Geschriebenes) verlesen, vortragen‹.

Belegblock:

Skála, Egerer Urgichtenb.
152, 5
(
nwböhm.
,
1575
):
Ist In eim E. Rath abgeleßen worden.
Klein, Oswald
112, 91
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
wie mag derselb ain recht verstand? | und gilt als vil am abelesen, | als wër er Salomon gewesen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1680
):
die gemein solche [-ordnung] jahrlich ablöße und darnach sich richte.