abgraben,
V., unr. abl.
1.
›(Bäche, Teiche, Gewässer) durch Ziehung von Gräben ableiten, auslaufen lassen‹.
Bedeutungsverwandte:
 17; vgl.  19.

Belegblock:

Skála, Egerer Urgichtenb.
17, 8
(
nwböhm.
,
1562
):
Zum andern wisse er von dem Teich der Er abgraben vnd gefischet haben solle, auch nichts.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 147, 9
(
schwäb.
,
1435
):
von ains wassers wegen so sy dem Naͤgellin abgegraben hetten.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
7 b
(
Genf
1636
):
Einer Statt das Wasser (abgraben) [...] Deriuare.
Chron. Nürnb.
2, 337, 10
;
Lohmeyer, K. v. Nostitz.
44, 6
;
Turmair
1, 175, 11
;
5, 435, 25
;
Bad. Wb.
1, 9 a
.
2.
›(Erde) abtragen‹.

Belegblock:

Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
273, 27
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Hercules [...] gruob daz ertreich ab aller ding.
3.
›(Straßen) aufgraben, durch Aufwerfen der Erde sperren‹.

Belegblock:

Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
33, 3
(
schwäb.
,
1548
):
doch dar vor hettend die vonn Esslingenn denn weg lassenn abgrabenn.
4.
›Land durch Verlegung des Grenzgrabens antasten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 32, 11
(
schwäb.
,
1574
):
welcher an ainer gemaind etwas abstücht oder abgräbt.
Ebd.
199, 26
.
5.
›etw. abschneiden, abstechen‹; auch spezialisiert: ›etw. eingravieren‹.

Belegblock:

Dict. Germ.-Gall.-Lat.
7 b
(
Genf
1636
):
abgraben/abstechen/abschnitzen.
Schmid, R. Cysat
6, 1
.