abgot,
verbreitet, mit besonderer Häufigkeit im Md. und Nobd.:
abtgot
,
der
, vereinzelt
das
;
-(e)s/-e
(+ Uml.) oder
-er
(+ Uml.).
1.
›Götzenbild, konkreter Gegenstand heidnisch religiöser Verehrung‹;
offen zu 2; zu  4.
Religiöse, chronikalische Texte.
Bedeutungsverwandte:
 1 (häufig),  10.
Syntagmen:
den a. machen / haben / nemen / brechen / schänden / zerstören / ertränken / tragen.
Wortbildungen:
abgotdiener
,
abgotdienst
,
abgötterbild
,
abgotmächer
›Götzenbildner‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Do hiez er [...] die abgote irtrenken.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Nicht macht eúch ein abgott vnd ein gegossen.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
Si tůnt als fro Sare tet, die uf die abgoͤtte gieng sitzen.
Ziesemer, Proph. Cranc. Jes.
44, 9
;
Froning, Alsf. Passionssp.
8046
;
Ruh, Bonaventura
351, 23
;
Mayer, Folz. Meisterl. ;
Päpke, Marienl. Wernher ; ;
Gereke, Seifrits Alexander
4057
;
Voc. inc. teut.
a iijr
;
Voc. Teut.-Lat.
a iijr
;
Dietz, Wb. Luther .
2.
›heidnischer Gott, fremde Gottheit‹; zu  4. In dieser Bed. vorwiegend für die Götter der Antike und des Alten Orients, aber auch für Naturgottheiten gebraucht.
Religiöse, chronikalische, sachkundliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
 1.
Syntagmen:
den a. anbeten / fragen / fallen lassen / loben; etw. einen a. heissen; a.
(Subj.)
antworten jm., fällen jn.; dem a. opfern; dienst / tempel der a.

Belegblock:

Luther, WA (
1530
):
sie gingen durt hin zum Baal. Das hiessen sie ein abtgot.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
62, 3
(
omd.
,
n. 1474
):
das sie liebber wolden sterbin wan die aptgote anzcubethene.
Anderson u. a., Flugschrr.
12, 4, 26
(
Wittenb.
1522
):
vor dẽ opffern (ßo den abgottern gebẽ warẽ).
Dienes, E. Gros. Witwenb.
56, 30
(
nürnb.
,
1446
):
Appollo hyß eyn aptgot.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
15, 16
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1517
;
Adrian, Saelden Hort
10426
;
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich ;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ; ; ;
Alberus
YY jr
.
3.
für Gegenstände oder Personen, denen e. P. angeblich göttliche Verehrung zuteil werden läßt, gebraucht.
Religiöse, didaktische, agitatorische Texte.
Syntagmen:
einen a. haben; jn. einen a. machen; e. S./e. P. sein ein a.; zu einem a. ziehen, jn. zu einem a. füren, jn. zum a. erkiesen.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Swer icht minnet boben Got, | Das iz zu abgot im irkorn.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 205, 11
(
Eisleben
1548
):
Ertzte und Juristen | Haben abgoͤtter / das seind ire kisten | In den vil dinges ligt gefangen.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Ich muß den wein und auch das essen | Den mönnichen bringen zu fressen, | Welche sind meins vatters abgötter.
Baumann, Bauernkr. Oberschwaben (
schwäb.
,
v. 1542
):
Die von Zürch [...] namen mit inen iren abgott, den Zwinglin.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
wan alle ding sint denne ein ab got des Got nút ein ende ist.
Reu, Süddt. Kat.
1, 598, 13
(
Nördlingen
1542
):
Denn was der mensch mer achtet dann Gott, das ist sein Abgot.
Anhang zu Reitz. Historie Der Wiedergebohrnen
4, 121
* (
Hanau
1670
):
eroͤffnete mir der HErr / ich waͤre meinem Manne durch eine fleischliche Liebe gar zu hoch geneygt gewesen / und haͤtte gar einen Abgott auß ihm gemachet.
Schade, Sat. u. Pasqu. ,
Matthaei, Minner. I, ;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
20a
;
Dietz, Wb. Luther .
4.
›Abklatsch, Zerrbild‹; semantisch an 1 anzuschließen.

Belegblock:

Schmidt, Rud. v. Biberach
93, 12
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Es ist ein verres bilde vnd ein abgot gewerer minne.