abgescheiden,
part. Adj.;
Adv.
auch
abgescheidenlich(en)
; zu (V.),  7, .
›losgelöst (von den Gegebenheiten und Haltungen irdischen Lebens); weltabgewandt‹.
Bedeutungsverwandte:
(s. v.  12),  7,  1,  1,  3,  2, (Adj.) 7,  9, , , .
Syntagmen:
a. leben / gemüt / herze
(jeweils häufig) /
wunder, a. lauterkeit, a. geist / ausgang; a. von der welt, den dingen; a. sein / werden; sich a. halten
(häufig),
a. bleiben / leben / stehen.
Vor allem Texte der Mystik und Scholastik; 14./15. Jh.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
ein kraft in der sêle [...] diu ist alsô abegescheiden und alsô lûter in ir selben und ist sippe götlîcher natûre.
diu tugent ist alsô lûter und alsô gar abegezogen und abegescheiden von allen lîplîchen dingen in [...] ir eigenschaft.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. V,
Augsb.
,
um 1440
):
die waren streng und hert und abgeschaiden von der welt.
Strauch, Schürebrand (
els.
,
E. 14. Jh.
):
mit grosseme flisse süllent ir úch halten abegescheiden, lidig, innig und einig.
der liebe sant Alexius ein arm verworfen lidig abgescheiden versmehet leben fůrte sibenzehen jor.
Schmidt, Rud. v. Biberach
148, 27
(
whalem.
,
1345
/
60
):
ein gemvͤte, daz ab gescheiden ist vnd aller irdenscher begirde bloz ist.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
dú willig armůt und abgescheidnú luterkeit in heiliger einvaltkeit beginnet vergan.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
das ist, das ir úch súllent abgescheidenlichen halten von allem dem des Got nút ein wore sache enist.
und lebent also minneklich innerlich; sint senftmuͤtig und demuͤtig und abgescheiden.
Quint, Eckharts Trakt. ; ; ; ;
Steer, Schol. Gnadenl.
5, 134
;
Warnock, Pred. Paulis
3, 297
;
10, 212
;
Nicklas, Seuse.
1914, 105
;
Waldschütz, Meister Eckhart.
1978
.