abenteuern,
V.
1.
›auf ritterliche Bewährungsprobe ausreiten‹; davon ausgehend ›unstet herumziehen (zu verschiedenen negativ gewerteten Zwecken)‹; anzuschließen an
abenteuer
1, mit der zweiten Nuance an
abenteuer
11.

Belegblock:

Primisser, Suchenwirt
18, 333
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Eins tags er abentewrn rait | Mit tzwelif glaͤfen.
Klein, Oswald
23, 132
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
was ich in jungen tagen | geaubenteuert han | mit kristan, reussen, haiden.
Buch Weinsb.
5, 256, 16
(
rib.
,
1. H. 16. Jh.
):
wult auch uff min alte tage nit gern vil abenturn.
Niewöhner, Teichner
307, 13
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
so lat ewer ebentewrn varen
(im Gegensatz zu:
so seyt den lauten undertan | und dient aller maenchleich).
2.
im Anschluß an 1. vereinzelt belegte Sonderverwendungen wie ›kämpfen (militärisch)‹ (vgl.  3); ›sich quälen, abmühen, kasteien‹.

Belegblock:

Chron. Augsb.
5, 332, 20
(
schwäb.
, Hs.
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
da liessen sich die von Fridperg herauß [...] und schickten ettlich gesellen zesamen und liessends mit ainander abenteuren.
Strauch, Schürebrand
31, 24
L (
wobd.
,
1498
/
9
):
als och wir nun hie sind in dem frömden land und ellenden jomertall und [...] offentüren mussen mit grossen arbaiten und kestigung unsers marges.
3.
›ein Risiko nehmen, etw. wagen, aufs Spiel setzen‹;
vgl.  11.

Belegblock:

Chron. Köln
2, 573, 7
(
Köln
1499
):
die ghene die it aventuren woulden, die spraechen: ‚sullen wir ummer sterven, so is it besser aventure angegangen.‘
Barack, Zim. Chron.
2, 438, 5
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das er sein grafschaft [...] wider ain sollichen klainfüegen man [...] hat aventuirt und bewegt.
Müller, Welthandelsbr.
295, 10
(
Augsb.
,
1514
/
15
):
sagen sie dann solhs zu, so mag mans abenteuren.
Henisch
139
(
Augsb.
1616
):
Wer nicht auenturt / gewint nichts.
Unger, Richtes Stig
27, 17
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 22.