abätzen,
V.
1.
›(jm.) etw. (z. B. Getreide, mit Objektverschiebung: ein Grundstück) abweiden / abweiden lassen‹.
Rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Texte; bildlich in Satiren, Agitationstexten. Vgl. Leitzmann, Fischartiana
41
.
Bedeutungsverwandte:
 1,  1.
Syntagmen:
(jm.) das gut / feld / heu / gras / korn / laub / getreide, die weide / wiese a.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
297, 6
(
thür.
,
1474
):
yre guter [...] lest er yn met syn schaffen abetczen.
Winter, Nöst. Weist.
1, 382, 15
(
moobd.
,
1412
):
ob [...] im das [feld] abgeetzt wurde mit dem vich.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 218, 30
(
Straßb.
1522
):
er wuͤrd die Weid abetzen, das ir Fich Mangel muͤst leiden.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
258, 14
;
Turmair
4, 872, 28
;
5, 484, 27
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
211b
, 3;
Dirr, Münchner Stadtr.
253, 18
/19;
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 5, 3
;
Maaler 2r;
Schwartzenbach A iiijr.
2.
›(jm.) etw. (z. B. Hautmerkmale) wegätzen, durch ätzende Substanzen entfernen‹; Ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3.
Syntagmen:
fleisch, har a.

Belegblock:

Fastnachtsp.
751, 12
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Mit künsten reicher erznei, | Die künnen mit bewerten sachen | Di langen tutten kürzer machen | [...] | Und den die dinglein im hintern an setzen, | Den künnen sis gar hübschlich ab etzen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
96, 3
(
Frankf.
1535
):
Auß vngeleschtem kalck vnd Arsenicum machet mann ein salb die das har ab etzet / also das keyns mer an der selben stat wachsen mag.
Ebd.
110, 15
;
136, 13
.