2.
steht mit folgendem Subst. für eine Bezugsgegebenheit sachlicher oder personaler Art, über die eine andere Gegebenheit vertikal gerichtet hinausgreift, sich hinausbewegt oder die j. vertikal oder vertikal gedacht nach oben hebt; die Bewegungsrichtung weist damit meist von einer niedrigeren auf eine höher situierte Gegebenheit / Lage, kann aber auch umgekehrt verlaufen; bei dem Blick nach oben kann die Anschaulichkeitsgrenze überschritten werden, indem eine offene religiöse Welt ertextet wird, z. B. in den Formen
über alle himmel
,
über zeit und stat
,
über alle höhe
; teils metaphorischer oder bildlicher Gebrauch.
Phraseme:
das untere über sich keren
›alles auf den Kopf stellen‹;
es geht über und über
›es geht drunter und drüber‹;
jn. über die achseln ansehen
›jn. herabwürdigend ansehen‹;
jn. über den ars brennen
›jn. zum Narren halten‹;
über das seil springen
›sich verführen lassen‹;
jn. über das seil werfen
›jn. hinters Licht führen‹;
jn. über spottes balken foltern
›jn. verspotten‹ (hierher?).
Syntagmen
(in Auswahl; mit Akk.):
j. ü. sich begeren, der geist als minne ü. sich selbe gezucket werden, ein gericht ferre ü. sich aufgehen
›sich weit in die Höhe der Berge erstrecken‹,
die augen ein wenig ü. sich
(zeigen),
das har jm. ü. die oren herab gehen, die sonne über gut und böse scheinen, glast ü. man und sterne geben, ein horn ü. sich
›nach oben‹
ragen, das wasser ü. die berge gehen, j. (ein cherubin) ü. sich in die höhe wandern, j. (Christus) ü. alle himmel aufgefaren sein, j. (Hannibal) nicht ü. ein gebirge kommen, j. ü. die mauer fallen, äste ü. sich hinauf
›von unten nach oben‹
abhacken
(auch zu
1 stellbar),
j. von dem nabel ü. sich ein mensch sein, j. bis ü. die knie im drek arbeiten / stehen, jn. ü. sich setzen, sich ü. sich keren, über sich blicken / sehen / werfen, sich ü. sich selber, über alle kräfte, alle vernunft, alle redlichkeit erschwingen, j. etw. ü. sich nemen
›auf sich nehmen‹,
ein werk ü. sich in got richten, segen ü. das land, das treide, die christenheit geben, j. ü. das haupt
›kopfüber‹
abfallen, j. arbeit / zeit ü. sich nemen, j. jn. mit den händen ü. sich binden, über das pferd abschlagen, haupt ü. ars
›kopfüber‹
den berg alwallen lassen, j. jn. ü
. ›auf‹ (wörtlich)
den altar stellen, Christi hände den toten ü. sich ziehen, gottes natur / wesen ü. alle höhe sein, js. stärke ü. die himmel wachsen
.