über-
[+ Basis] begegnet in einer hohen Anzahl von Wortbildungen mit substantivischer, verbaler, adjektivischer, adverbialer und (selten) präpositionaler Basis; vereinzelt liegt auch eine Zusammenrückung vor. In dem Maße, in dem die Bildungen als lexikalisiert beurteilt werden, gehören sie zum Gegenstand von Wörterbüchern, haben damit eine je eigene, Einheit für Einheit zu beschreibende Semantik. Die Angaben zur semantischen Verbindung von
Präfix
und Basis beziehen sich hinsichtlich des Erstgliedes dabei jeweils auf die obige Darstellung von
über
(Präp.); die Basis kann nur so weit angegeben werden, wie sie in diesem Wörterbuch bereits behandelt ist. Für den vielfach begegnenden Fall, dass ein semantischer Bezug des Präfixes auf die
Präposition
bzw. der Basis auf ein Stichwort (d. h. auch auf dessen semantische Einzelansätze) als unsicher oder als nicht möglich erscheint oder aufgrund des Bearbeitungsstandes dieses Wörterbuches noch nicht geleistet werden kann, wird auf diesbezügliche Angaben verzichtet; begründete Ausnahmen sind möglich. Die im Folgenden vorgetragenen Zusammenstellungen beruhen auf Auswahlen, die der Lexikograph nach semantischen, kulturgeschichtlichen und differenzlexikographischen (vergleichend frnhd. / nhd.) Aspekten sowie nach der Beleghäufigkeit vorgenommen hat. Ausdrücklich sei deshalb auf die Vollartikel mit
über-
verwiesen.
1.
über-
[+ Subst.]: semantisiert eine subst. gefasste Bezugsgröße (Präfixbildung mit subst. Basis) von den verschiedenen Bedeutungsansätzen von
über
(Präp.) her, z. B. als ‚auf etw. liegend‘ (vgl. , Präp., 1), als ‚jm. hierarchisch übergeordnet‘ (vgl. , Präp., 8), als ‚den Maßstab übersteigend‘ (vgl. , Präp., 10).
Wortbildungen
(in Auswahl):
überband
›etw. überdeckendes Band‹ (extensional z. B. bezogen auf ein Wundband, auf den Eisenring um das Wagenrad oder um die Nabe des Wagens); vgl. (Präp.) 1,
1
8.
überbehäglichheit
›überbordendes Wohlbehagen‹; vgl. (Präp.) 10, . – Bdv.: , , .
überbeschau
›erneute Prüfung, Überprüfung‹; vgl. (Präp.) 7, 2; 3.
überbogen
›alles überwölbender Bogen‹; steht metaphorisch für die Mutter Gottes in der hierarchischen Himmelsordnung; vgl. (Präp.) 2; 8; 9, (
der
) 2.
überbord
›leichteres, vom
vogt, schultheissen
zu bestrafendes Delikt, Tätlichkeit gegenüber jm.‹.
überbräu
›das erlaubte Maß überschreitende Brauen von Bier‹; zu (Präp.) 10,
1
.
überbreite
›gegenüberliegende Oberfläche‹; zu (Präp.) 4, vgl. 2; 3.
überbrief
›Dokument mit Zusatzbestimmungen‹; vgl. 1.
über|
1
bruch
1 (im Beleg): ›Hodenbruch‹; vgl.
1
3.
über|
1
bruch
2 ›Überfall, Angriff‹; vgl. (Präp.) 11, zu
1
4. – Bdv.: 3.
überbund
›Ausbund aller Qualitäten‹; vgl. (Präp.) 10. – Bdv.: vgl. .
überdeckel
›Deckel eines Gefäßes‹; zu (Präp.) 1, 1. – Bdv.: vgl.
3
, 3.
überdienst
›auf der eigentlichen Grundherrschaft von einem Angehörigen einer anderen Grundherrschaft geleisteter Dienst‹; vgl. (Präp.) 10, 10.
überdon
›Bahrtuch, der Leiche übergespanntes Tuch‹; dazu ütr.: ›übermäßige Spannung, tiefer Schmerz‹; zu (Präp.) 1, (
die
). – Bdv.: 1.
überdos
als himmlischer Strom metaphorisierte ›Zuwendung Gottes zu Maria sowie Marias zu den Menschen‹; zu (Präp.) 10, .
über|erbietung
›höchst mögliche, religiöse Verehrung‹; zu (Präp.) 8, (auch Zuordnung zu ,
die
, 2 oder Ableitung zu , V. möglich). – Bdv.: 2.
übererzengel
ironisch-fiktiv für einen obersten Engel; zu (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.), .
überfar
Genus und Bedeutung unsicher, wohl ›über die Maßen angenehmer Klang der Schellen des Pferdes‹; zu (Präp.) 10; vgl. den Kommentar zum zitierten Beleg im Quellentext. – Bdv.: vgl.
1
.
überfeine
›alles überragende Feinheit, Schönheit‹; zu (Präp.) 10.
überfirnis
›überstrichener Firnis‹; zu (Präp.) 3.
überfreude
›alles überragende Freude‹; zu (Präp.) 10.
überfutter
›Futteral, Hülle (einer Klinge)‹; zu (Präp.) 1; 2; 3.
übergälle
›ein Zuviel an Galle, dem Körpersaft (im Sinne der Humoralpathologie)‹; zu (Präp.) 10,
1
2.
übergaumen
›Gaumen‹; zu (Präp.) 1, (
der
). – Orientierungsfeld: , , .
übergebot
›Irrlehre, falsche Gesetze‹; zu (Präp.) 11, 1.
übergeburt
›Genealogie‹; vgl. 1; 4.
übergehäuse
1 ›turmartiger Überbau über einem Gebäude‹; zu (Präp.) 1, 1.
übergehäuse
2 ›auserwählter Schoß (Mariens)‹; vgl. (Präp.) 8; 9; 10, 1; 3 (ütr.).
übergelegenheit
›Lage e. S. über einer zweiten‹; zu (Präp.) 1, 1.
˹
übergerücke
,
überrocke
,
überruk
˺ wohl ›oberer Teil des Spinnrockens‹; zu (Präp.) 1,
gerücke
(dies Kollektivum zu
2
›Spinnrocken‹).
übergesang
›Diskant‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.), 1; 2. – Bdv.: .
übergeschühe
›Oberleder, Schaft (eines Schuhes)‹; vgl. (Präp.) 2; 3, zu .
übergeschwelle
›die Tür nach oben abschließender Balken‹; zu (Präp.) 1,
1
.
übergewicht
›über das rechte Maß hinausgehendes Gewicht, Übergewicht (im Warenverkehr)‹; zu (Präp.) 10, 1.
übergift
›Übergabe, Aufgabe‹; vgl. (Präp.) 1; 3 (ütr.), (
die
) 1; 5.
überglaube
›Aberglaube‹; vgl.
1
6; 7. – Bdv.: , , , .
übergnade
›überhohe Gnade Gottes‹; vgl. (Präp.) 10, 1.
übergrosmutter
›Urgroßmutter‹; vgl. (Präp.) 6, 1.
übergrosvater
›Urgroßvater‹; vgl. (Präp.) 6, 1.
überhandlung
›mittels des sakramentalen Charakters des Abendmahls bewirkte Veränderung, Verwandlung (des
brotes
in
Christi leichnam
)‹; vgl. 3. – Bdv.: vgl. .
überhau
1 ›überstarker Holzeinschlag‹; vgl. (Präp.) 10,
1
1.
überhau
2 ›gelungene Leistung, Meisterleistung‹; vgl. (Präp.) 10,
1
5.
überheldeskraft
›Person mit höherer Kraft als ein Held‹; zu (Präp.) 10.
überherre
›hierarchisch Übergeordneter, dem man wie Gott 1; 4, zu erweisen hat‹; vgl. (Präp.) 8; 9, 1; 5; 6; 7; 8.
überhuf
›krankhafte Wucherung am Huf (von Pferden)‹; vgl. (Präp.) 1; 2. – Bdv.: , 1.
überkarbottich
›Gefäß für Getreideabfälle‹ (zur Zuordnung von
überkare
s.
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 315
; zum Gw s.
1
).
über|
1
kere
›Überfahrt‹; zu (Präp.) 3, 1.
über|
2
kere
›zusammengerechtes Getreide, Getreideabfall‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 [?],
2
.
überkin
›Gaumen‹; vgl. (Präp.) 1, . – Orientierungsfeld: , .
überknecht
›erster Gehilfe, Arbeiter im Bauhandwerk‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3, 3.
überku
›Kuh, die mehrmals gekalbt hat‹; vgl. (Präp.) 5; 6; 7, zu .
überlage
›Hinterhalt‹; zu 3. – Bdv.: (
der
) 9, (
der
) 1, 1.
überläuterung
›Erläuterung durch eine höhere Rechtsinstanz‹; vgl. (Präp.) 8, 2 (s. auch ).
überlaz
›überhängende Schleife, Band, Latz‹; vgl. (Präp.) 2, 1; 2. – Bdv.: .
überleib
›Leibchen‹; vgl. (Präp.) 1; 3,
1
2.
überleumde
›üble Nachrede‹; zu (Präp.) 12, .
überliecht
(
das
) ›über das Normale hinausgehende religiöse Erleuchtung‹; zu (Präp.) 10, (
das
) 4.
über|
1
litze
›zierender Aufschlag an Kleidungsstücken‹; zu (Präp.) 1,
1
.
überlon
›über der Norm liegender hoher Lohn‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3; 10, 1. – Wbg.:
überlönig
.
übermantel
›mantelähnlicher Überwurf‹; vgl. (Präp.) 1; 3, 1.
übermüssigkeit
›selbstbezogenes, schwelgendes Verhalten‹; vgl. (Präp.) 10, 2. – Bdv.: .
übermuz
›überwurfähnliches Kleidungsstück‹; vgl. (Präp.) 1; 3, 2.
übernot
›schwere Bedrängnis‹; ›schwerer körperlicher Schmerz (von Tieren)‹; zu (Präp.) 10, (
die
) 1.
überpalle
›Altartuch‹; vgl. (Präp.) 1; 3, . – Bdv.: vgl. .
überpfeit
›Oberkleid‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3, . – Bdv.: 1.
überpruf
›alles Vergleichbare Übertreffendes‹ (Bezug auf Maria); vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.); 10.
überreinischheit
›die rheinische Tracht übertreibende Modetorheit‹; zu (Präp.) 10, .
überröte
›unnatürliche Röte (eines Körperteils, im Beleg: des Schenkels)‹; vgl. (Präp.) 10.
übersaum
›übermäßige Traglast (eines Saumtieres; 14. Jh. ?)‹; vgl. (Präp.) 1; 10.
überschlirpete
›Aufstrich, Aufgestrichenes, Aufgeschmiertes‹; Ableitung mittels
-ete
zu nicht belegtem
überschlirpen
; vgl. (Präp.) 3.
überschlund
›Schlund (der Sünde)‹; vgl. (Präp.) 10.
überschultheisse
›Oberschultheiß, Vertreter des Abtes als Gerichtsherr‹; zu (Präp.) 8 (vgl. ).
übersteher
›Vorsteher, Vorgesetzter‹; zu (Präp.) 8. – Bdv.: vgl. 2, , 1.
überstolle
›Teil der Rüstung‹; vgl. (Präp.) 3, 1.
übersuch
›eifriges Streben, Bemühen‹; vgl. (Präp.) 10, (
der
) 2.
überton
›lautes Schallen‹; vgl. (Präp.) 10,
1
1.
übertor
›obere Türschwelle‹; vgl. (Präp.) 1, (
das
) 1.
übertragenheit
›hochfahrendes Wesen, Überheblichkeit‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.). – Bdv.: vgl. (
der
) 2, , (
der
) 2, 3, .
überüppigkeit
›Lustbarkeit, Sündhaftigkeit‹; zu (Präp.) 10, . – Bdv.: 1, 3; 4, .
überwe
›alles übersteigender Schmerz‹; zu (Präp.) 10.
überwerk
›außergewöhnliche Anstrengung‹; zu (Präp.) 10.
überwert
›wirtschaftlicher Mehrwert‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.); 10. – Bdv.: vgl. 1.
überwonne
›Anmaßung, Überheblichkeit‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.); 10. – Bdv.: vgl. (
der
) 2, , (
der
) 2, .
überzan
›Querzahn‹; im einzigen Beleg als Übername gebraucht; vgl. (Präp.) 1; 2; 3.
überzeichnung
›Eintrag, Bemerkung, Zusatz eines Betrachters in einem Notenblatt‹; vgl. (Präp.) 3.
überzieche
›Bezug eines Bettkissens‹; vgl. (Präp.) 1; 3.

Belegblock:

Belege zu

über-
[+Subst.] in der Reihenfolge der Nennungen:

Zu
überband
:

Blümcke, Hans. Gesandtsch. (
nrddt.
,
1603
/
05
):
Vor 24 isern Overbende uff die 12 Rader bezahlet [...] 36 Denn.
Vberbandt / so man vber einen schaden bindet.

Zu
überbehäglichheit
:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
die so grosse werk und uͤbunge hant gehabt [...], das den in úber behegelicheit als gar alles ab gesnitten ist.

Zu
überbeschau
:

Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
um 1530
):
ob sich aber iemant ihrer bschau oder march beschwären [...] wurde, dem solle der riechter [...] ain überbeschau halten.

Zu
überboge
:

Spechtler, Mönch v. Salzb.
7, 66
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
O Maria, stern des meres, | ain wirdikait sunder weres | und des himelischen heres | ordenung ein überpog.

Zu
überbord
:

Loersch, Weist. Boppard (
mosfrk.
,
1552
, Hs.
17. Jh.
):
Auch weißen sie, daß alle wettungen und uberbort nicht daß bluit antreffend [...], vogt und schultheiß zu strafen haben.

Zu
überbräu
:

Öst. Wb.
3, 930
(
1560
):
wer ime mer als acht prau pier einschreiben lasset, das man dieselbigen uberprau abschaffen [...] sol.

Zu
überbreite
:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1630
(
rib.
,
1444
):
so seh ain aug auf der selben praiten dez himels halbentail, aber ain ander aug auf der uͤberpraiten der erden seh des himels halbentail niht.

Zu
überbrief
:

Jörg, Salat. Reformationschr.
686, 7
(
halem.
,
1534
/
5
):
In solchem umryten / wurdend ouch die botten bericht [...] von vil gemelltemm überbrief / und was der zuͦ gebe.

Zu
über|
1
bruch
1:

Keil, Peter v. Ulm
35
(
nobd.
,
1453
/
4
):
wolcher zuprochen ist zu dem gemecht, daz man do heist ein uber-pruch.
Ebd.
477
.

Zu
über|
1
bruch
2:

V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
und wellend wir, die uͤbrigen ort alle gmeinlich, dasselb ort [...], von semlicher gwaltsam und uberbruch, [...] schirmen, schuͤtzen.

Zu
überbund
:

Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Jesus in der sele grund, | ist allez zartes ein úberbund.

Zu
überdeckel
:

Bauer u. a., Kunstk. Rud.
391
(
oobd.
,
1607
/
11
):
mit gold gemalte schaln oder schissel mit irem überdeckhel.
Ebd.
1598
:
Ein silberner sechseggeter [...] rauchkessel, dabey kein überdeckhel.

Zu
überdienst
:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
15. Jh.
):
was überdienst recht haben. [...], ob ainer überdienst machet auf meins herren grünten oder güetern hinter ander herrschaft [...], den sol ein probst dermassen darumb strafen, das [...].

Zu
überdon
:

Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
ir was ze singende sô gâch, | dô sî daz schif entrinnen sach, | daz ir in dem libe brach | von überdon daz herze.
Ranke, Umgangsspr.
1951, 187
:
was bedewtet der vberdon, den Petrus [...] sach ligenden vnd die andern tücher?

Zu
überdos
:

v. Groote, Muskatblut (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Des hemels flos ein ubertosz | her uff dich drang vnd zuͦ dir swang | in dynes hertzen gadem.
so ich dich recht hör nennen | So gibt din gruͦsz ein uber duͦsz | dem hertzen myn, sint got der reyn | sich det durch dich erkennen.

Zu
über|erbietung
:

Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
131, 9
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
dar umbe so sprichet man, daz ir [muoter gottis] niht alleine zuobehöre die anbettung der erbietung der eren, sunder ouch die übererbietunge.

Zu
übererzengel
:

Luther, WA (
1543
):
Nu, was wollen wir Prediger thun, so unter solchen Ertzengeln und uberertzEngeln sollen Kirchen regieren?

Zu
überfar
:

Stackmann u. a., Frauenlob
7, 37, 4
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
Wadurch ist, werlt, din wunne? | [...] | wadurch ist schellen übervar, | tambur, zitol und orgel clanc?

Zu
überfeine
:

Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Clarheit mit uber fine | Entsluzet der drivalt heist, | Vater, sun, heilger geist.

Zu
überfirnis
:

Bauer u. a., Kunstk. Rud.
805
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 klein türckisch schächtelin [...] mit etwas perlenmutter und überfürnieist geziert.

Zu
überfreude
:

Karnein, de amore dt.
258, 15
(
moobd.
,
v. 1440
):
welicher werder man das puech hört lesen, der wirt ewigklich jnn dienst der rain weib gepunden. Wann die selb freüd vnd wunnde gibt v̈ber freüd vnd bringt lieblichen tröst vnd hailsam lieb vber all lieb.

Zu
überfutter
:

Bauer u. a., Kunstk. Rud.
710
(
oobd.
,
1607
/
11
):
auf der klingen ist die jarzal A. 1017 und auch aussen auf dem überfutter.

Zu
übergälle
:

Strauss, A. v. Villanova dt.
150r, 25
(
obd.
, Hs.
1421
):
Wer aber wol mocht tzu stule gen vnd ez nicht entuͦt, deme koment der syechtage davon, [...] vnd werden ym winde yn dem leibe vnd bose vbergelle.
Ebd.
157r, 27
:
Doch dut man eyn wenige eßichez in daz waßer, da mit man sudet, so ist ez nutz den luten, die eyn heiß leber haben oder die da tzu vil coleram rubeam, daz ist ubergelle, hant.

Zu
übergaumen
:

Schmitt, Ordo rerum
338, 26
(
alem.
,
1486
):
Rumen [...] obergume [...] oberrach, [...] vnderrach [...] uber kin.

Zu
übergebot
:

Luther, WA (
1531
):
Eben die selbigen wort brauchet er als der Wider Christ, die gewissen zubeschweren mit gesetzen, gebot und ubergebot, der Christus nie keines hat auffgelegt.

Zu
übergeburt
:

Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
137, 16
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz sin übergeburt in einer gewonlicher wis übermitz den man beschriben würde.

Zu
übergehäuse
1:

Voc. Teut.-Lat.
hh vijr
(
Nürnb.
1482
):
Ubergeheuse od’ knopff auf einem hause od’ turn.

Zu
übergehäuse
2:

Spechtler, Mönch v. Salzb.
7, 62
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
gotes sun, got vater worte | sunder magenkreftig porte, | übergehews dein maidelich schos.

Zu
übergelegenheit
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vberstrich / Der oben boden / übergelaͤgenheit vnd oberste bloͤsse eines yeden dings.

Zu
übergerücke
:

Schmitt, Ordo rerum
205, 12
(
oobd.
,
M. 15. Jh.
):
Epicolium [...] vberrocke [...] vbergerükch auff ainem rockken.

Zu
übergesang
:

Schmitt, Ordo rerum
260, 12
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Discantus [...] discant [...] Discantor v́bersinger, [...] discant oder vbergsankch.

Zu
übergeschühe
:

Mollwo, Rotes Buch Ulm (
schwäb.
,
1418
):
also doch, das man die
[
patzen
am Schafleder, über das Romanische angeblich aus arabisch
bitânâh
]
zuͦ dem geschuͤche allain oberhalb der knoden ze uͥbergeschuͤhe und nicht anders bruche.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
593
(
oobd.
,
1607
/
11
):
3 par indianische schuch, die 2 par alles von leder und das übergeschüch mit seidenem gefarbtem zeüg überzogen, das eine par ist das übergeschüch mit zartem reißwerckh gemacht.

Zu
übergeschwelle
:

Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Vbergeschwell. Hyperthyron. oder Vberthür.

Zu
übergewicht
:

Vbergewicht / das jenige / welches vber das rechte Gewicht von denn Kraͤmern zugegeben wirdt.

Zu
übergift
:

Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
3056
(
Köln
1476
):
Dat in ouch nye noyt so bange | Geraeden hant zor oeuergyfft, | Sych zo scheyden van dem gestifft | Van Coln: des geefft man hogen loff | Der stat van Nuyssz dorch skeysers hoff.

Zu
überglaube
:

Luther, WA (
1519
/
20
):
Hilff, das alle mißglauben und uberglauben auß gewuertzelt werden. Hilff, das alle ketzerey, falsche lere, die sich in scheyn deines namens dar geben, zu nicht werden.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Aberglaub, affterglaub / vberglaub, Katzenglaub [...] apostützlerei.

Zu
übergnade
:

Luther, WA (
1536
):
ut abundet peccatum, gratia tam abundat, [...]. Sed non gnad umb gnad, sed ubergnad und uberschweng in ea hora.

Zu
übergrosmutter
:

Beleg unter

übergrosvater
.


Zu
übergrosvater
:

Qu. Brassó
4, 222, 41
(
siebenb.
,
1633
):
Aus väterlichen Stammen ist der Uebergrossvater gewesen Ambrosius Nekesch [...]; die Uebergrossmuter ist gewesen Zophrosina.

Zu
überhandlung
:

Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
so maynt maister Peter Cantor [...] das do nicht Christi leichnam sey, und sprechent, das doselbs durch die wort des prots gesprochen chain überbehandlung in Christi leichnam geschehen müg.

Zu
überhau
1:

Vorarlb. Wb.
2, 1407
(
1413
):
von des überhoͮws wegen, so sy in demselben holtz getǎn hǎnd.

Zu
überhau
2:

Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 102, 6
(
Straßb.
1520
):
ICh kum vff deinen andren schirmstreich den du für den oͤberhouw achtest vnd stellest / das eyns yeden vernunfft heim zuͦ ermessen / ob doctor Luthers lere christlicher ordenung gemeß sei oder nit.

Zu
überheldeskraft
:

Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Er bluͤmet unde tzieret | Manhait unde ritterschafft; | Er was ein uͤber⸗heldes⸗chraft | Tzu dienest rainen vrawen tzart.

Zu
überherre
:

Luther, WA (
1519
/
20
):
Item in weltlichem regiment ist kein eyniger uberher, szo wir doch alle ein menschlich geschlecht von einem vatter Adam kommen sein. Das kunigreich von Franckreich hot seinen kunig, [...] seyn doch alle ein volck des weltlichen stands in der Christenheit on ein eyniges heubt unnd zurfallen drumb die selben reych nit. [...] wer wolt weren, das nit ein gemeyn yhr selb vil uberhern unnd nit eynen allein erwelet zu gleycher gewalt?
Gille u. a., M. Beheim
443, 77
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
den gaistlichen und euren uber hern | salt ir er wirdikait bewern | und eüren gleichen gnossen | gerechtikait und friden lassen.

Zu
überhuf
:

Eis, Albrants Roßarzneib.
124, 12
(
sudetendt.
/
böhm.
,
1435
):
Welch rozz ain pain wachs hat, dem prenn man die haut auf auf dem painwachs, uncz si sich rimphft, und leg darnach auf den prant gruͤnspat. und tuͤ daz drey tag. und dem uber huͦff recht also.

Zu
überkarbottich
:

Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 315
:
vͤbercharpotich [...]
›Gefäß für (Getreide)abfälle, Unrat‹.

Zu
über|
1
kere
:

Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
du soltest hân gevangen | sî an der überkêre, | sît daz din göttlich êre | ouch über wazzer hât gewalt.

Zu
über|
2
kere
:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
81, 30
(
osächs.
,
1570
/
7
):
gersten- oder haferstrohe [...] gibet man ihnen also treuge und ein laulicht trinken, darzu uberkehre und heu.

Zu
überkin
:

Schmitt, Ordo rerum
338, 26
(
alem.
,
1486
):
Rumen [...] obergume [...] oberrach, [...] vnderrach [...] uber kin.

Zu
überknecht
:

Herborn u. a., Rechn. Jülich
103, 5
(
rib.
/
snfrk.
,
1398
/
9
):
dae die su(m)me vand(er) tzym(m)eruncge(n) afkompt van dageloen der steynmetze(r) ind up(er)kneicht ind va(n) allen sache(n) ind gereitschafft.

Zu
überku
:

Rennefahrt, Wirtsch. Bern (
halem.
,
1492
):
ein pfund guͦts rindfleyschs umb zwen fuͥnfer; deßglichen guͦt zyt- und überkuͤ und die stier, so die schetzer als guͦt gend.

Zu
überlage
:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
819
(
rib.
,
1444
):
Dat yeman [...] | Sich setzen wilt vroe off spaede | Ind dit huys wilt an vechten | Zo verkurten an synen rechten | Mit oeverlagen, mit schetzingen, mit rouve, mit brande | Off mit anderre gewalt.

Zu
überläuterung
:

Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
er mochte daran mit sulchem vornemen Hans Haubners, als er itzund in seiner uberleutrung aufpringt, nicht verhindert werden.

Zu
überlaz
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vberlatz (der) Lappen oder überlitz an einem ding / als an schuͦchen. Obstragulum.

Zu
überleib
:

Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1397
):
dat die
[Pfuscher ohne Meisterrang als Hersteller von
alten kleidern
]
vrij solen sin ind mogen vort nuwe stumpe of overlijf machen sunder boisse.

Zu
überleumde
:

UB Zug
628, 3
(
halem.
,
1422
):
Hensli Schwinhirt, welcher in der Stadt Zug gefänglich festgehalten worden ist von úberlúmdes wegen.

Zu
überliecht
:

Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 932
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Do die sele mit begerden vf klimmet ob manigvaltikeit der creaturen vnd in uͤber werg der sinnen vnd in uͤber lieht der naturen, danne got sv́ engegen Cristo in liehte des geloͮben.

Zu
über|
1
litze
:

Rennefahrt, Staat/Kirche Bern (
halem.
,
1628
):
Allen fürnemmen manspersonen, [...], sind die uberlitzline an armen ohne spitzli, dry finger breit, und ehrbaren frawen und toͤchteren vier finger breit, [...], zugelassen.
Vgl. ferner s. v. .

Zu
überlon
:

Müller, Welthandelsbr.
226, 21
(
schwäb.
,
1506
):
sollichs alles ist gerait; doch den safra nit mit überlon heraus fürn.
Rennefahrt, Zivilr. Bern (
halem.
,
1631
):
dz die verordnete bemelten zuchthußes [...] macht haben söllind, [...] söliche überlöhnige tauwner infeßlen und anspannen zelaßen.

Zu
übermantel
:

Bauer u. a., Kunstk. Rud.
637
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein s. Johanneskopf und brustbildl in rottem rockh und grienem übermanttel.

Zu
übermüssigkeit
:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
die vber vppigkeit
[Var. 1475
1
:
eytelkeit
; 1475
2
–1518:
úbermuͤssigkeyt
;
Froschauer
1530 /
Dietenberger
1534:
vppigkeyt vnd furwitz
;
Eck
1537:
Vppigkayt
;
Luther
1545, Weish. 14, 14:
eitel ehre
]
der menschen hat funden dise ding auf dem vmbring der erde.

Zu
übermuz
:

vbermutz / ein Rock den man vber andere Kleyder thut.

Zu
übernot
:

Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
daz sî [ors] in grôzer müede schinen | und von übernœte grinen | daz man ez hôrte kirsen.
übernôt die fürsten twanc | daz si vil sweizes rêrten.

Zu
überpalle
:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
704, 21
(
preuß.
,
1428
):
2 totum duplex cleidung czu 3 altaren und 3 obirpallen, 10 cleyne palen mit seyde beneth.

Zu
überpfeit
:

Mon. Boica, NF. (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wer der man das beste houptrecht: kue oder pfert; die frawe: das beste clayt, mantel, rock oder uͤberpfaydt.

Zu
überpruf
:

Spechtler, Mönch v. Salzb.
7, 16
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
zimein süeß ein überpruef, | mirr, balsam, ain zinsig schruef.

Zu
überreinischheit
:

Niewöhner, Teichner
192, 48
(
moobd.
,
1360
/
70
):
daz im hangt daz under chlait | ab hin fuͤr dw andern paid, | für den rokch und fuͤr dw phaid. | daz ist ein uͤber reinischait.

Zu
überrocke / überruk
:

Voc. Teut.-Lat.
hh vv
(
Nürnb.
1482
):
Uberruck. epiculum.

Zu
überröte
:

Barack, Zim. Chron.
5, 156, 19
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
und war doch anfangs kain andere anzaigung einer krankhait, dann die überrötte.

Zu
übersaum
:

Pfälz. Wb. (
14. Jh.
?):
sol auch keiner nit me hauwen oder laszen ligen in dem walde des dages dan einen vbersaume vngeuerlich.

Zu
überschlirpete
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vberschlirpet. Illitus.

Zu
überschlund
:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
Ja, ich bins ein schaten hut, | Der sicherlich irquicket | Di sunder unde schicket | Daz si werden wol gesunt | Von der sunden uber slunt.

Zu
überschultheisse
:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1291
):
edoch der apt, wanne daz er wil, mit im selver oder mit sinem ubirscultessen mag in den hoven dingen und die selve dignisse besitzen.

Zu
übersteher
:

Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
achzig tausent stainmezen, die nur stain in den pirgen ausbauten; waren der überstêer dreitausend sexhundert.

Zu
überstolle
:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
762, 16
(
preuß.
,
1404
):
1 par pokiln, ein par vorstollen, item 4 par obirstollin, item ein par wopenschu.

Zu
übersuch
:

Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Vil drate erget der ubersuch, | Want ich in mynes herzen buch | Mit Gote schiere han uberlesen | Wie al myn leben ist gewesen.

Zu
überton
:

Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
dar nâ gezieret wart der luft | von überdôn des schalles krach, | sô daz ez dur die wolken brach | mit brahte sam ein dunres dôz.

Zu
übertor
:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
als Moyses der wissage | [...] | bedutte den juden vore, | an den ubertorn enpore | da er sie „tau“ schriben liez.

Zu
übertragenheit
:

Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
vil dik beschiht, daz got úbrig hofart drukt und den menschen zuͦ im selben wiset mit einem sweren undergang siner úbertragenheit.

Zu
überüppigkeit
:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
die vber vppigkeit
[Var. 1475
1
:
eytelkeit
; 1475
2
–1518:
úbermuͤssigkeyt
;
Froschauer
1530 /
Dietenberger
1534:
vppigkeyt vnd furwitz
;
Eck
1537:
Vppigkayt
;
Luther
1545, Weish. 14, 14:
eitel ehre
]
der menschen hat funden dise ding auf dem vmbring der erde.

Zu
überwe
:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
Enwagest du nit den ersten smertzen, [...], do sol alsolicher smertze noch gon, also we und úber we úber alle menschliche sinne.

Zu
überwerk
:

Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 931
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Do die sele mit begerden vf klimmet [...] in uͤber werg der sinnen vnd in uͤber lieht der naturen, danne got sv́ engegen Cristo in liehte des geloͮben.

Zu
überwert
:

Rennefahrt, Statut. Saanen (
halem.
,
1378
):
als er aber ekent hat, daß solichs überwärt ihme grafen und seinen nachkommen [...] solle zufallen.

Zu
überwonne
:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Da zu zijden hatte gerichte getaen | [...] | Uber alle mentschlich konne | Und zum dode geachtet umb ir uberwonne.

Zu
überzan
:

Fastnachtsp. (
nobd.
,
v. 1486
):
du, Fretendrussel von dem Pierntan, | Von Wetzendorf Gotz Uberzan, | Und gebt eur urteil baide.

Zu
überzeichnung
:

Schein, NA
2/1, 11b, 23
(
Leipzig
1627
):
worbey auch sonderlich / mit darzu gehoͤrigen Uberzeichungen / fuͤr die Organisten [...] vnd Lautenisten / rc. auff den General. Baß gesehen worden.

Zu
überzieche
:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
149, 35
(
preuß.
,
1430
):
in der firmanie: der sluser hat 7 bette, 5 par leylach, [...], 11 kossen, 3 haben nicht obirczichen.
2.
über-
[+ V.]: semantisiert verbal gefasste Inhalte von den verschiedenen Bedeutungsansätzen von
über
(Präp.) her.
Wortbildungen
(in Auswahl):
überächten
›einen überhöhten Zehnt ansetzen‹; vgl. (Präp.) 2,
1
8. – Bdv.: ; vgl. 1.
überadeln
›etw. an auszeichnender Qualität übertreffen‹; vgl. (Präp.) 10, zu 1; 2; 3 (ütr.). – Bdv.: vgl. 3.
überandelagen
›etw. übergeben, überreichen‹; vgl. (Präp.) 3, zu 1. – Bdv.: vgl. 2.
überbagen
›jn. im Schelten, Schreien übertreffen‹; vgl. (Präp.) 10,
1
.
überbaugen
›etw. überwinden, niederzwingen‹; zu (Präp.) 1, 1. – Bdv.: vgl. 3, 2.
überbäumen
›die Grenze zum Nachbarn hin mit Baumwuchs überschreiten‹; vgl. (Präp.) 1; 3, (V.) 1.
überbeissen
(unr. abl.) ›(einen Hahn) beißend überwinden, ausstechen, ihm überlegen sein‹; vgl. (Präp.) 8; 10, (V., unr. abl.) 8.
überbekleiden
›etw. mit etw. überkleiden, überziehen‹ (z. B. das
gemüte
mit
tugenden
; ütr.); vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.), 1; 4. – Bdv.: vgl. (ütr.).
über|
2
beren
›jn. überwinden, niederschlagen, überwältigen‹; vgl. (Präp.) 2; 8; 10,
2
1. – Bdv.: vgl. 4, , 2.
überbezalen
›jn. überreich, über seine Verdienste bezahlen‹; zu (Präp.) 10, vgl. 1; 4; 6.
überbiegen
›etw. (z. B. eine Laube) mit etw. (z. B. mit sachgerecht gebogenen Reben) überziehen‹; zu (Präp.) 3, 1.
überbillen
›etw. mit dem
bil
behauen, glätten‹; vgl. (Präp.) 1; 3, 1.
überblümen
›etw. an Schönheit übertreffen, überstrahlen‹; zu (Präp.) 10, 3. – Bdv.: vgl. .
überboldern
›jn. überschreien, laut scheltend überrumpeln‹; zu (Präp.) 10, 2.
überbrechen
(unr. abl.) ›(ein Gebot) übertreten, brechen‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.),
4
24.
überbrehen
(unr. abl.) ›sich mit etw. brüsten, sich überheben, hervortun‹; vgl. (Präp.) 10, (V.; ütr.).
überbügen
›sich biegen, krümmen, schmälern‹ (ütr. von js.
heil
gesagt);
-bügen
schwundstufige Bildung zu
biegen
(vgl. den Belegkommentar der Ausgabe).
überbürzeln
›kopfüber hinabstürzen‹; vgl. (Präp.) 3, .
überdauern
›etw. überstehen, e. S. standhalten‹; vgl. (Präp.) 6,
1
. – Bdv.: vgl. 9, (V., unr. abl.) 4, 2.
überderren
›etw. übermäßig austrocknen‹; zu (Präp.) 10, . – Bdv.: vgl. , , 3.
überdichten
›etw. dichterisch verbrämen; jm. etw. unterstellen, wahrheitswidrig zuschreiben‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 [?] (ütr.), 1; 5; 6.
überdiessen
›aufquellen, überquellend aufspringen‹ (von Fleisch gesagt); vgl. (Präp.) 10, 3. – Bdv.: vgl. .
überdobern
wohl ›jn. übertölpeln‹; vgl. (Präp.) 2, . – Bdv.: vgl. .
überdräuwen
›jn. durch Drohung beeinflussen, einschüchtern‹; vgl. (Präp.) 2; 10, (V.; s. v. , V., 3). – Bdv.: vgl. (V.) 3, (V.).
überdrucken
›jn. unterdrücken; (einen Tjost) abwehren, überstehen‹; vgl. (Präp.) 2; 8, I, 7.
überebenen
›etw. ebnen, glätten‹; zu (Präp.) 3, 1. – Bdv.:
1
1, ,
1
7, .
übereggen
›mit der Egge etw. in den Boden einfügen‹; vgl. (Präp.) 3, .
übereren
›jm. etw. verehren, vermachen‹; vgl. (Präp.) 3 (ütr.), (V.) 4.
über|erheben
›etw. (die Seele) in einen über ihre Erschaffung erhöhten Zustand bringen‹; vgl. (Präp.) 8; 9, 6; 12.
überfahen
›etw. überzäunen und dadurch auf das Nachbargrundstück übergreifen‹; vgl. (Präp.) 3. – Bdv.: vgl. .
überfassen
›jn. schützend überdecken‹; zu (Präp.) 3. – Bdv.: , 1, , .
überfatzen
›jn. verspotten, zum Narren halten‹; vgl. (Präp.) 2; 10. – Bdv.: vgl. , 2, 1, .
überfesten
›jn. in die Acht bringen‹; vgl. (Präp.) 3. – Bdv.: .
überfetzen
›den Körper mit Fett überfüttern, sich überfressen‹; zu (Präp.) 10.
überfieren
›etw. (js. Schönheit) über alles Vergleichbare erhöhen‹ (nach über mhd.
fier, fieren
und frz.
fier
aus lat.
ferus
); zu (Präp.) 10.
überfragen
›jn. bei einer Straftat (der Versetzung von Grenzsteinen) erwischen und zur Rede stellen‹; vgl. (Präp.) 12.
überfruchten
›überreiche Frucht tragen‹; zu (Präp.) 10.
überfugen
›etw. auf etw. Höheres hin überbilden, in Höherem aufgehen lassen‹; zu (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.). – Bdv.: vgl. .
überfüttern
›(ein Tier) überfüttern‹; vgl. (Präp.) 10.
übergachen
›etw. übereilen, hinter sich lassen‹; vgl. (Präp.) 3 (ütr.); 10, 1.
übergästen
›übermäßig feiern, rauschende Gastmähler halten‹; zu (Präp.) 10, 1.
übergescheidigen
›jn. übertölpeln, überlisten‹; vgl. (Präp.) 3 (ütr.); 10,
gescheidigen
(Ableitung zu , Adj., 1). – Bdv.: vgl. .
überglänzen
›etw. durch Glanz, Strahlkraft übertreffen‹; vgl. (Präp.) 10, 1; 2; 3. – Bdv.: vgl. .
übergleissen
›jn. / etw. überstrahlen‹; vgl. (Präp.) 10,
2
(V., unr. abl.).
überglitzen
›etw. an Strahlkraft übertreffen‹; vgl. (Präp.) 10, . – Bdv.: vgl. .
übergrasen
›Vieh über die Grundstücksgrenze hinaus grasen, weiden lassen‹; zu (Präp.) 3, . – Bdv.: ; vgl. .
übergüften
›etw. freudig, hell übertönen‹; zu (Präp.) 10 (ütr.), vgl. 1; 3; 4. – Bdv.: 1,
1
1.
überhacken
›hackend auf das Nachbargrundstück übergreifen‹; zu (Präp.) 3, 1. – Bdv.: , , , ; vgl. .
überhagen
›den Grundstückszaun über die Grenze gehen lassen‹ (von Bauteilen, überhängenden Ästen gesagt); zu (Präp.) 3,
1
(V.) 1. – Bdv.: vgl. .
überhangen
,
überhängen
im eigentlichen Sinne: ›über das Nachbarhaus oder -grundstück überhängen, herabhängen‹ (von Bauteilen, Ästen gesagt); ütr. auf den Zeitverlauf: ›Früherem, Überwundenem nachhängen‹ (ütr. von
altem, gestorbenem
in Erwartung des Neuen gesagt); vgl. (Präp.) 2; 3, 1.
überharschen
›fest, hart werden‹; vgl. (Präp.) 1; 3, zu
harschen
(Ableitung zu , Adj.).
überheften
›etw. mit etw. (z. B. mit Perlen) besetzen‹; zu (Präp.) 3, vgl. 9. – Bdv.: vgl. 6.
überheiraten
›über seinen Stand heiraten‹; zu (Präp.) 8, .
überhellen
›aufs Hellste strahlen‹; zu (Präp.) 10,
2
. – Bdv.: vgl. , 2.
überhenken
›jm. etw. überhängen‹; zu (Präp.) 2, 1. – Phras.:
jm. ein heisses bad überhenken
›jm. Übles verheißen‹.
überheuen
›bei der Heuernte auf das Grundstück des Nachbarn übergreifen‹; zu (Präp.) 3, . – Bdv.: ; vgl. , .
überhobernascheln
›(eine Frau) vernaschen‹ (Gelegenheitsbildung); vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.), (ütr.).
überholzen
1 ›mit geilen Trieben überwachsen sein‹ (nur als part. Adj.
überholzt
belegt).
überholzen
2 ›(eine Unterlage) mit einer Holzdecke überziehen, verkleiden‹; vgl. (Präp.) 1; 3. – Bdv.: vgl. .
überhönen
›jn. mit scharfem Spott überziehen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.); 10.
überhübeln
›jn. (im Beleg: Gott) übertrumpfen, überbieten‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.); 9; 10.
überjaren
›sich längerfristig wo aufhalten, seinen Wohnsitz wo nehmen‹; vgl. (Präp.) 5; 6.
überjesen
›gärend überschäumen‹; zu (Präp.) 3, . – Bdv.: vgl. .
überjucken
›jn. verprügeln‹ (euphemistisch); vgl. (Präp.) 2; 3, 3.
überkaffen
›etw. überschauen, überblicken‹ (über Berge als Objektgröße gesagt); vgl. (Präp.) 2; 3, .
überkeuen
›doppelt kauen; wiederkäuen‹; vgl. (Präp.) 5, . – Bdv.: vgl. .
überkiesen
›verzeihen‹; vgl. (Präp.) 12, 1. – Bdv.: vgl. 4.
überklingen
›etw. übertönen‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.),
1
1; 3.
überkriegen
›jn. überwältigen, jm. standhalten, jn. besiegen‹; zu (Präp.) 2 (ütr.), 3. – Bdv.: vgl. .
überkrümmen
›jn. wie Äste krümmen‹ als Bild für ›jn. dem Tode anheimgeben‹; vgl. 1.
überkürzen
›jn. im Kürzen (von Kleidungsstücken) übertreffen‹ (kritisch über eine Modetorheit der Männer gesagt); zu (Präp.) 10, 2.
überlacken
›etw. mit Lack überziehen‹; vgl. (Präp.) 1; 3, . – Bdv.: vgl. .
überlangen
1 ›jn. mit Abgaben, Leistungem aller Art missbräuchlich belasten‹; zu (Präp.) 10, 2. – Bdv.: , .
überlasuren
›etw. mit einer Lasur überziehen‹; zu (Präp.) 3, 2. – Bdv.: vgl. 1, , , , , , (reihenbildend).
überläuten
›(ein ausgebrochenes Feuer) durch Läuten bekanntgeben‹; vgl. (Präp.; ütr.) 3; 12, 1.
überlehenen
›ein Lehen zeitlich überziehen‹; vgl. (Präp.) 6; 7, 1; 2.
überleiben
›sich zu einem Leib verwandeln‹; vgl.
3
2. – Bdv.: vgl. .
überleihen
›eine Hypothek auf ein Haus aufnehmen‹; vgl. (Präp.) 10, 2.
überlernen
›jn. im Lernen übertreffen‹; vgl. (Präp.) 1; 2 (ütr.); 10, 1.
überlinden
›etw. an Milde übertreffen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.); 10, (V.) 2.
überlitzen
›etw. (z. B. eine Krone) mit feinen Zierstreifen versehen‹; vgl. (Präp.) 10, .
überlöten
›etw. (den Sporn als Zeichen der Tapferkeit mit Zinn / Blei) überziehen, verfälschen‹; zu (Präp.) 3, 1. – Bdv.: vgl. .
über|
2
lügen
›jn. / etw. (den Ochsen) im Brüllen übertreffen‹ (in der Lautstärke); zu (Präp.) 10,
2
1.
übermangen
›mit einem Nichts an Gewicht aufwiegen‹; vgl. (Präp.) 2; 10, zu
2
.
übermartern
›jn. durch Foltern zu einem Geständnis zwingen‹; vgl. (Präp.) 10, 5.
übermeissen
›über die eigene Grundstücksgrenze hinaus abholzen, beim Holzabschlag übergriffig werden‹; zu (Präp.) 3, . – Bdv.: ; vgl. 1, .
übermilten
›jn. (eine Frau) an Milde übertreffen‹; zu (Präp.) 10, vgl. 2.
übermisten
›(ein Feld) überdüngen‹ (als Beispiel für die Überschreitung der
1
masse
13); auch: ›(ein Feld) hinreichend düngen‹; vgl. (Präp.) 10 (für erstere Nuance); 3 (für letztere), 2.
übernäen
›etw. (z. B. einen Brotlaib) mit einem Tuch überziehen‹; zu (Präp.) 3, .
überneigen
›sich tief verneigen‹ als Zeichen für ›sich demütig verhalten‹; vgl. (Präp.) 2, 5. – Bdv.: vgl.
1
2, 5.
übernetzen
›etw. (Getreide zur Manipulation des Gewichtes) anfeuchten‹; vgl. (Präp.) 2; 10,
1
3.
überordenen
›e. S., die bereits festgelegt ist, etw. Relativierendes überordnen‹; vgl. (Präp.) 1; 2 (jeweils ütr.), 2. – Bdv.: .
überpflügen
›die Grundstücksgrenze überpflügen‹; zu (Präp.) 3, . – Bdv.: , , ; vgl. .
über|
1
preisen
›etw. (js. Lob) hoch preisen‹; zu (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.); 10,
1
1. – Bdv.: vgl. 2, 2.
überragen
›messbar hoch über etw. hinausragen‹; zu (Präp.) 2, . – Bdv.: .
überrasen
›gegen jede Vernunft handeln, sich verrückt verhalten‹; zu (Präp.) 10, (V.).
überraufen
›über jn. herfallen, jn. raufend überwältigen‹; vgl. (Präp.) 1; 3 (ütr.), 1; 2. – Bdv.: vgl. 2.
überriechen
›etw. (z. B. den Geruch von Gewürzen) überduften, an Wohlgeruch übertreffen‹ (mit Bezug auf
mutter, Maria
); zu (Präp.) 10, 4.
überrösen
im Part. Perf. (
überröset
) belegt: ›etw. wie mit Rosen überzogen, geschmückt sein‹; vgl. (Präp.) 1; 3, (V.) 1 (dies Ableitung zu ).
überröten
›etw. (den Sporn als Zeichen ritterlicher Tapferkeit mit Kupfer) überziehen, verfälschen‹; zu (Präp.) 3, . – Bdv.: vgl. .
überruchen
›jn. feindlich antasten, versuchen‹; vgl. (Präp.) 11.
überrudern
›hinüber rudern‹; zu (Präp.) 4.
übersalben
›etw. mit Salbe überstreichen‹; zu (Präp.) 3,
2
1. – Bdv.: , ; vgl. 3, .
übersälzen
›Salz im Übermaß anwenden‹; zu (Präp.) 10.
übersaufen
›sich besaufen, vollsaufen‹; zu (Präp.) 10. – Bdv.: vgl. (V.).
überschaffen
›jm. etw. übertragen / übergeben / überlassen‹; vgl. (Präp.) 3 (ütr.).
überschäumen
›überschäumen, überquellen‹ (ütr. für ›aufstreben, in die Höhe streben‹; vom
gemüt
gesagt); zu (Präp.) 2 (ütr.). – Bdv.: vgl. .
überschenken
›das Recht durch Bestechung beeinträchtigen‹; vgl. (Präp.) 10.
überschirmen
›(js. Haupt) schützend bedecken‹; vgl. (Präp.) 2; 3.
überschlichten
›etw. (ein Stück Land) glätten, für die Einsaat zubereiten‹; vgl. (Präp.) 2 (im Beleg bildlich). – Bdv.: vgl. .
überschmieden
›etw. (die gesetzlich festgelegte Menge von Roheisen) überschreiten‹; zu (Präp.) 10.
˹
überschmieren
,
überschmirben
˺ ›etw. mit einer schmierbaren Substanz bestreichen, überstreichen‹; zu (Präp.) 3. – Bdv.: , ; vgl. , .
überschnarchen
›jn. grob, hart angehen‹; vgl. (Präp.) 12. – Bdv.: vgl. 10; 11, 2,
1
2.
überschnarren
›jn. übers Ohr hauen, überlisten‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.).
überschupfen
›jn. / etw. überspringen‹; vgl. (Präp.) 2; 3. – Bdv.: .
überschwelgen
›etw. verprassen‹; vgl. (Präp.) 10. – Bdv.: 2.
überschwimmen
wohl ›ein Gewässer überschwimmen, über ein Gewässer hinüberschwimmen‹ sowie ›auf etw. (einer Flüssigkeit) schwimmen‹; vgl. (Präp.) 1; 3; 4.
überschwingen
›in etw. (im Beleg:
in die überwesenlichkeit
) aufschwingen, aufsteigen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.).
überseufzen
›über etw. tief seufzen, etw. tief bejammern‹; zu (Präp.) 10.
überspängen
›das Haar e. P. (
der turtelechten
; Bezug auf Maria Magdalena) mit der Spanne einer Hand zusammenfassen, binden‹ (im Beleg negativiert); vgl. (Präp.) 3.
überspielen
›jn. / js. Kritik zum Schweigen bringen‹; vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.). – Bdv.: vgl. (V.) 1.
überstegen
›etw. übersteigen, übertreffen‹; im Beleg bildlich: ›einen Steg über etw. Überirdisches bauen‹; vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.), 1.
übersteinen
›den Grundstücksnachbarn durch Versetzung von Grenzsteinen behelligen, schädigen‹; zu (Präp.) 3, vgl. (V.) 2. – Bdv.: vgl. .
übersterben
›jm. erblich (durch js. Tod) zufallen, ansterben‹ (von einem Land gesagt); vgl. (Präp.) 3 (ütr.), (V., unr. abl.) 11. – Bdv.: vgl. 1, 4.
überstimmen
›jn. / etw. (einen anderen Vogel) im Gesang übertreffen, übertönen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.), 1. – Bdv.: .
überstrauchen
›jn. (im Beleg: Gott) überwältigen, zu Boden werfen‹ (vom
satan
als Handelndem gesagt); vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.),
2
1; 3 (ütr.). – Bdv.: .
überstraufen
›etw. mit etw. verdecken, überlagern, überziehen‹; vgl. (Präp.) 3, im Sinne von mhd.
stroufen
›etw. über sich streifen‹ (). – Bdv.: vgl. 1, (V.) 4.
überstudieren
›etw. (alle Instanzen) in einer bestimmten Hinsicht (im Beleg: durch den Bezug auf die Bibel) überprüfen‹ (von
Luther
als Handelndem gesagt); vgl. (Präp.) 3 (ütr.); 10, 1; 2.
überstülpen
›überwinden‹ (derbe Redensart obszöner Art); vgl. (Präp.) 1; 2; 3,
stülpen
(dies im eigenen Material nicht belegt).
übersuppen
›etw. (ein Ei) obenhin abschlürfen‹; vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.), 3.
übertäfeln
›etw. (z. B. eine Wand) täfeln‹; auch ütr., dann: ›jm. Schwierigkeiten bereiten o. Ä.‹; vgl. (Präp.) 2; 3, . – Bdv.: vgl. 2.
übertäuschen
›jm. (einem selbstverliebten Poeten) schmeicheln und ihn dadurch täuschen‹; von Schriften als Subjektgröße gesagt; vgl. (Präp.) 1; 2; 3,
2
. – Bdv.: 2, 1; 2, , 2.
übertölpeln
›jn. übervorteilen, übers Ohr hauen‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.). – Bdv.: 2, ; vgl. , .
übertrecken
›jn. überfluten‹; zu (Präp.) 3, 1; 3. – Bdv.: 5, , 1; vgl. , 1.
übertrutzen
›jn. mit besonderer Hartnäckigkeit überwältigen‹ (vom Teufel gesagt); vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.), 1. – Bdv.: vgl. 3, 4.
übertumen
›jn. übervorteilen‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.), (möglicherweise zu nicht belegtem ). – Bdv.: vgl. .
übertünchen
›mit einer Tünche überziehen‹; zu (Präp.) 3, . – Bdv.: vgl. .
übervielen
›etw. über alles erhöhen, steigern‹; zu (Präp.) 10. – Bdv.: vgl. 2.
überwedeln
(im Phras.):
jn. mit Fuchsschwänzen überwedeln
›jm. schmeicheln‹; zu (Präp.) 3 (ütr.), . – Bdv.: , , 2.
überwehen
›vorüberwehen‹ (vom Wind gesagt); zu (Präp.) 3.
überweichen
›erschrecken, weich werden‹; vgl. (Präp.) 10. – Bdv.: (V.).
überweiden
›jn. durch Hinübertreiben von Weidevieh, widerrechtliche Beweidung seines Grundstückes schädigen‹; vgl. (Präp.) 3. – Bdv.: 1.
über|
1
weinen
›sich schreiend, zankend herumtreiben‹ (im Beleg von Frauen gesagt); zu (Präp.) 10.
über|
1
wellen
›etw. (eine Wunde) wie mit einer Welle überwuchern‹; vgl. (Präp.) 2; 3,
1
.
über|
2
wellen
›etw. begierig wollen‹; vgl. (Präp.) 10,
2
›wollen‹.
überweren
›jn. abwehren, abschütteln, loswerden‹; vgl. (Präp.) 11. – Bdv.: vgl. , 1, 3.
überwüten
›jn. mit etw. (im Beleg: mit Hoffart) überbieten‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.).
überzehenten
›(ein Grundstück) mit einem überhöhten Zehnt belasten‹; vgl. (Präp.) 10. – Bdv.: ; vgl. 1.
überzeigen
›allzu deutlich in Erscheinung treten‹; zu (Präp.) 10.
überzicken
wohl ›Sprünge machen‹ (von der Natur gesagt); vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.), zu
zicken
s. .
überzweigen
›die Grenze zum Nachbarn hin mit Sträuchern, Weinstöcken o. Ä. überschreiten‹; zu (Präp.) 3. – Bdv.: .

Belegblock:

Belege zu

über-
[+ V.] in der Reihenfolge der Nennungen:

Zu
überächten
:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. Anm. 3 (
mosfrk.
,
1602
):
ob iemand den hof überzehnet oder überecht, da sol der schulteiß selbst ein einsehens haben und strafen.
Vgl. ferner s. v. .

Zu
überadeln
:

Gille u. a., M. Beheim
245, 20
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der rauhen disteln auff dem stil | und der nessel ist es ze vil, | ab ir art uber adeln wil | der lilgen, veilgen, rasen.

Zu
überandelagen
:

Küther, UB Frauensee
309, 33
(
thür.
,
1509
):
und inen die [virtel korns] [...] gutlich uff sent Michels tag in ire gewarsam zcu uberandelogen.

Zu
überbagen
:

Niewöhner, Teichner
232, 11
(
moobd.
,
1360
/
70
):
so vil scheltens chan der man, | ich mocht in doch nicht uͤber pagen.

Zu
überbaugen
:

Andreae. Ber. Nachtmal
111r, 13
([
Augsb.
]
1557
):
ob sich schon etwo dz flaisch krümmet / so muͦß es doch vnter den gehorsam̃ Christi / vnd sich vberbaugen lassen.

Zu
überbäumen
:

Merz, Urk. Bremgarten
129, 6
(
halem.
,
1403
):
wegen eines [...] wingartens [...], den Heini Rantz überzwigen und uberboͤumen wollte.

Zu
überbeissen
:

Gille u. a., M. Beheim
351, 15
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der jung [han] in
[den
jungen
]
uber paiss, | daz er im nach must geben. | das was der hennen eben.

Zu
überbekleiden
:

Höver, Bonaventura. Itin. B
43
(
moobd.
,
1450
/
60
):
dar vmb ist vnser gemuͦt v́ber zebeklaiden mit dreyn goͤtleichen tugenden, dar durch dy sel gerainigt, erleúchtet vnd volkomen wird.

Zu
über|
2
beren
:

Valli, Baldemann
228
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
Dor uff sin ernst wahssen | Began mit stritis herte, | Biz her sie uberberte, | Daz sie mir wurden undertan.

Zu
überbezalen
:

Luther, WA (
1530
):
wenn er uns gleich uberbezalt solt haben, hetten wir allesampt verdienet, das uns die erde [...] verschlungen hette.

Zu
überbiegen
:

Sachs (
Nürnb.
1557
):
die schönest somerlauben | Hab ich mit weinreben umbzogen | Und oben gwelbweiß uberbogen.

Zu
überbillen
:

Stackmann u. a., Frauenlob
5, 58, 10
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
Twünge uns die zit und stat – und frier wille nicht –, | so were enwicht | die kür und frier wille: | nieman in überbille.

Zu
überblümen
:

Spechtler, Mönch v. Salzb.
3, 61
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Aller kreuter frucht zu rümen | chan dein nam hoch überblümen | wann Maria ist der pest.

Zu
überboldern
:

Luther, WA (
1529
):
Ihr woͤllend es überboͤldern.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .

Zu
überbrechen
:

Grimm, Weisth. (
els.
,
1361
):
als dick er alsdann sein gebot überbricht, als wettet er [...].

Zu
überbrehen
:

Niewöhner, Teichner
508, 35
(
oschwäb.
,
1368
):
dar nach komenz an ain torn | der sich uͤber brechen tuͦt, | daz er haut ain luͤtzel guͦt | und wil mit den richen brangen.
Ebd.
44
:
also daz die weisen sprechent: | „er ist sich nicht uͤber brechent, | er lebt in der rechter mauzz“.

Zu
überbügen
:

Stackmann u. a., Frauenlob
10, 7, 8
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
swer snöden herren dienen muz, | des heil sich überbüget.

Zu
überbürzeln
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vberbürtzlen. In caput uolui. Das Vberbürtzlen, Als das mülerad.

Zu
überdauern
:

Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Den schaden ich nicht uͤbertawer | Noch nimmer mer verwinden mag.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
515, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
sy [Troyer] mainten ab den zinnen | der Chriechen wer dy leng wol übertauren.

Zu
überderren
:

Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
man schol sein
[des
weines
]
niht ze vil trinken, daz ez die prust iht überderr.

Zu
überdichten
:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1565
/
6
):
und verantwortete sich, das ihme [...] von einem vermeinten freunde einem schelm und bosewicht mutwillichlich überdichtet wurde.
Thiele, Minner. II,
13, 30
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
Wer kluger syn historigen | mit byspel uber dichtet, | by dem ist kunst verborgen.

Zu
überdiessen
:

Gierach, Märterb.
16050
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
und hiez in umb windenn | mit riemen vil swindenn, | so daz daz fleisch uber doz | und daz plüt dye erd begoz.

Zu
überdobern
:

Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
so uberdeberten die alden und neuen ein theil Annyss Boten, das er und die andern Schlegell zuliessen.

Zu
überdräuwen
:

Luther, WA (
1531
):
Ob aber ja jemand sich uber drewen liesse und seinem Teuffels kopff, das ist: seiner rasenden oberkeit, zu willen wuͤrde, Der sehe zu [...].

Zu
überdrucken
:

Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Got let sich doch irbarmen | Sine gar versmeten kint | Rechende, wand er is vint | Der die sie uber drucken.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
gebar kechlich und strit frilich! [...]. So der erste just úbertruket wirt, so wirt es lihter.

Zu
überebenen
:

Ziesemer, Proph. Cranc. Jes.
28, 25
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
eret der ackerman den ganzen tag, daz er see? [...] wen er is
[das
lant
]
ubirgeebent
[
Mentel
1466:
geleicht
;
Wormser Proph.
:
wol geebnet hat
;
Froschauer
1531:
geegget
;
Eck
1537:
gleicht eben
;
Dietenberger
1534 /
Luther
1545:
gleich gemachet hat
],
seet er denne nicht raten?

Zu
übereggen
:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
53, 13
(
osächs.
,
1570
/
7
):
wann man es
[Bezug auf
mist
]
mit der arebit fürdern kann, unde gebraacht, wann es gefaulet, ubergeegt.

Zu
übereren
:

Rechn. Kronstadt (
siebenb.
,
1544
):
1 stück bogassia, [...] ist dem Janŭss Pop vberÿrtt worden.

Zu
über|erheben
:

Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
151, 13
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
dar umbe si [die menschliche nature] widerzebringenne, so muost si übererhaben werden zuo einem höchern grat, in den si dez ersten [do si geschaffen wart] gemachet wart.

Zu
überfahen
:

Grimm, Weisth. (
1432
):
wer den rehten marckbach úberstellet und den úberfachet, daz der bach uszswellet [...], der ist verfallen fúr 13 untz.

Zu
überfassen
:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Wann wir do sein in disem tabernackel wir seúftzen beschwert: dorumb daz wir nit wellen werden nackent. Wann vberuasst
[Var. 1475
2
–1518:
úberangeleget
; nd. Bibel um 1478:
an kleydet
;
Eck
1537:
angezogen
;
Froschauer
1531 /
Dietenberger
1534 /
Luther
1545, 2. Kor. 5, 4:
überkleidet
]
: das das do ist toͤdig werde besoffen von dem leben.

Zu
überfatzen
:

Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das er [...] menigclichen in hündern sehen liess. Dieweil er aber so gar überfatzet war worden, liess in herr Gottfridt das nit entgelten.

Zu
überfesten
:

Leman, Kulm. Recht (
omd.
,
1. H. 13. Jh.
):
enkument her nycht vor tzu den dren dyngen. her obiruestent yenen tzu dem vyrden dynge.

Zu
überfetzen
:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Von disen drien ungeslachten, | Vure, swebele, rouche, | Sint alle werlt gouche, | Die daz vleisch uber vetzen | Und irn buch zu gote setzen | Und des vleisches willen nicht vorsagen.

Zu
überfieren
:

Stackmann u. a., Frauenlob
9, 1, 8
(Hs. ˹
omd.
/
schles.
,
14. Jh.
˺):
Mit aromat gezieret, | din [gotes muter] schöne ist übervieret.

Zu
überfragen
:

Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1600
):
wo ainer überfragt wurte und ein rainstain außgrub, so soll man ihm unzt die gürtl eingraben an deßselben rainstain stadt und soll nemben ungezämbte thier und ein pflueg mit zwaien scharfen eißen und soll durch ihn außfahren; stirbt er so ist [...].

Zu
überfruchten
:

Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
das die land und gegninen die vor zitten von emsiger zwincknuß des winters kain der gezwyotten stamen der reb oder oͤlboms behalten mochtend, ietz gemiltiget und gelewigot von voriger kelti úberfrúchtind mit milten oͤlfrúchten und winlesungen dem gott Bacho.

Zu
überfugen
:

Jostes, Eckhart
22, 38
(
14. Jh.
):
daz es ein sunderlich gnad ist und ein groz gab, daz man mit der veder des verstantnúz ufflig und erheb sich vernunfticlich gegen got und werd ubergefuget von clarheit mit clarheit
. – Vgl. auch
überfüren
3.

Zu
überfüttern
:

Deinhardt, Ross Artzney
208
(
oobd.
,
1598
):
Wann ain roß über ritten oder yberfiettert wird So sol man im auf sparr- oder allen vier adern dafür lassen.

Zu
übergachen
:

Gille u. a., M. Beheim
284, 38
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das kumpt dem wald ăch wal zu pacht | da sich der winter zu im slacht | und in so gëhlich uber gacht, | da ward er gencziglich geswacht, | seit dem der mai hat hin geschacht.

Zu
übergästen
:

Matthaei, Minner. I, (Hs.
15. Jh.
):
ein stetigs uber gesten | lert kasten und die keller.

Zu
übergescheidigen
:

Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
oder mainst du es sei gleicher das wir dise ding leiden wann das sie [bulerin] von mir übergeschydigt werde?

Zu
überglänzen
:

Spechtler, Mönch v. Salzb.
7, 49
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Sunnen glast den manen überglenzt.

Zu
übergleissen
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vbergleyssen. Translucere.

Zu
überglitzen
:

Gereke, Seifrits Alex.
2056
(
oobd.
, Hs.
1466
):
so hab aber wir alda | in unserm land zu Persia | rattes gold fein und klar, | das uber gleist der sunne schein.

Zu
übergrasen
:

Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 525, 4
(
schwäb.
,
1599
):
übergrassen, überschneiden [...] und waß dergleichen sein mag, ist an 10 ℔ ₰ verbotten.

Zu
übergüften
:

Matthaei, Minner. I, (Hs.
15. Jh.
):
Amor, ir kint gefint, | schwebt ob ir
[der
küngin
]
in den lufften; | gewalts myt uber gufften | zwingt sie offt wyß und thum.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Yeglichs
[Bezug auf
vogel
]
wolt v̈bergüften | Mit gesang das ander.

Zu
überhacken
:

Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 525, 5
(
schwäb.
,
1599
):
Überaren, übermehen, überzeunen, übergrassen, überhaggen [...], ist an 10 ℔ ₰ verbotten.

Zu
überhagen
:

Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1585
):
wenn ainer den andern überzeünt, überhagt, übermarcht, überraint [...], soll der beschwärdt sein gegensacher darumben beschicken.

Zu
überhangen / überhängen
:

Ziesemer, Marienb. Konventsb.
296, 11
(
preuß.
,
1412
):
so sal (her) an der ussersten syten machen czwey kaffenster obirhengende.
Luther, WA (
1535
):
Ego loquor de liblichem und suͤssem tod, quod uberzogen und uberhengt, das alt ist gestorben et nova.
Köbler, Ref. Nürnberg
339, 16
(
Nürnb.
1484
):
so ist der herr des pawmen. demselben seine nachpawrn den halbenteil der fruͤchte der vberhangenden este dauon volgen zelassen schuldig.

Zu
überharschen
:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
195, 13
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Man leßet die kehse in den näpfen ein wenig uberharschen, das die molken gar darvon kommen.

Zu
überheften
:

Bauer u. a., Kunstk. Rud.
512
(
oobd.
,
1607
/
11
):
darinn ein schön, aussen mit lautter perlenmutter überhefftes tachetes trülin.

Zu
überheiraten
:

Wedler, W. Burley. Liber
10v
(
moobd.
,
v. 1452
):
Du solt dich nicht vberheyrattenn.

Zu
überhellen
:

Pyritz, Minneburg
2906
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Von harmen
[s.
1
harm
]
sy uwer
[der
Wisheit
]
banyr felt | Und mit barellen uber helt, | Mit berlin wol durch ritzet.

Zu
überhenken
:

Enders, Eberlin (o. O.
1526
):
darzuͦ verkuͤndet gott im Euangelio allen hoffertigen, mechtigen vnd reychen, es sey ain hayß bad vbergehennckt, vngluͦck sey jn vor de thuͦre.

Zu
überheuen
:

Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1654
/
68
):
auch ob ainer den andern überheiget, übermäet, ist derselb gleichfalls in der obrigkait straff.

Zu
überhobernascheln
:

Fastnachtsp. (
nobd.
,
A. 16. Jh.
):
Du pist ein peß hurrenpain. | Ich chen wol zehen knaben, | Dy dich uberhobernaschelt haben.

Zu
überholzen
1:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vberholtzet seyn. als etwan die raͤben vñ jungen zweynstoͤck. Eluxuriari.

Zu
überholzen
2:

Vberholtzen / mit holtz vberziehen.

Zu
überhönen
:

Sachs (
Nürnb.
1533
):
Gesell: Ir thut mit spott mich uberhönen.

Zu
überhübeln
:

Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1603
):
Wir menschen solln zu tieff nicht grübeln, | Gott in seim thun nicht überhübeln.

Zu
überjaren
:

Grimm, Weisth. (
1344
):
swa ein gotzhus man von sant Blesin in sin gebiet zuht und da vberiaret, und nit erb noch gut het von sant Blesin, so [...].

Zu
überjesen
:

Niewöhner, Teichner
569, 66
(Hs. ˹
önalem.
,
um 1433
˺):
wie si vor boßhait uber jesen, | ir ist notdurft in der welt.

Zu
überjucken
:

Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
es wuͤrd nicht helm dar umb verrukcht, | hiet ers
[
s
=
si, frau
]
ein wenig uͤberjukcht.

Zu
überkaffen
:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
als die berge die erden | Uber hoen und uber caffen, | Als tuent sie die Got geschaffen | Hat hir zu sulchen eren | Daz sie die sinne keren | An iren schepfere Got.

Zu
überkeuen
:

Gille u. a., M. Beheim
187, 71
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
dÿ | fressigen uber cheüen hÿ | ir essen uber tag, das sy | die frasshait machen chunftig, | Als die tir unvernunftig, | die ir speis uber cheüen czwir.

Zu
überkiesen
:

Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Wer noch alsus verlüssett | Und balde über küsset, | Uff den wil och on allen spott | Verkïssen der zartte Gott.

Zu
überklingen
:

Fastnachtsp. (
nobd.
,
v. 1494
):
Nu sag, jaufkint, wo leit der stein, | Und den kein sunne nie uberschein | [...] | Und den kein glock nie uberklang?

Zu
überkriegen
:

Gille u. a., M. Beheim
74, 100
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wann er [teufel] sy anweiget darumb, | das er in da czu schaden kumb | und seu in uberchriegen | Und also cziechen in die sund.

Zu
überkrümmen
:

Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Der himel⸗speren hemmet, | Der hat uns uͤberchremmet | Ein ast, mit tod gechlemmet.

Zu
überkürzen
:

Niewöhner, Teichner
547, 57
(
nobd.
,
14. Jh.
):
wer den andern uber kurtzzet | und sich aller hohst schurtzet, | der hat nu daz pest getan.

Zu
überlacken
:

Bauer u. a., Kunstk. Rud.
316
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein indianisch gemalte und überlacte kürbsschissel.
Ebd.
440
:
10 schälein oder schisselein, inwendig mit überlactem silber belegt.

Zu
überlangen
1:

Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 67, 18
(
Straßb.
1520
):
das du wol ermessen kanst warin der babst vnd geistlich stat den adel vnd den weltlichen vberlangt mit annaten / confirmationen / redemption der mentel / ablas.

Zu
überlasuren
:

Rohland, Schäden
550
(
nalem.
/
schwäb.
,
1400
/
33
):
tuͦ es in ein überlasurten haffen.

Zu
überläuten
:

Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1560
):
da ein feur außkumbt, wirt das fewer mit der kirchglogken uberleut, er ist dem gericht zu wandl 1 tal. ₰.

Zu
überlehenen
:

Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1375
):
ein halbs lehen, das überlent ist.

Zu
überleiben
:

Oorschot, Spee. Trvtz-N.
263, 14
(
wmd.
,
1634
):
Substantz, vnd Wesen Brots, vnd Weins | Zum Leib sich vberleiben.

Zu
überleihen
:

Luther, WA (
1537
):
Do wil er sagen, das die Schrifftgelerten die kinder und Erben haben ausgebissen und die heuser an sich gebracht, wie man ir noch viel findet, die nach eines andern hause stehen und mit geld uberlejhen, ein schuld drauff machen.

Zu
überlernen
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vberlernen / In der leer einẽ übertraͤffen / Geleerter sein dann er.

Zu
überlinden
:

Niewöhner, Teichner
2, 86
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
do ist dw rechtichait also staͤt | als sich die guͤt hie laet vinden. | die chan nieman uͤber linden | auf der werlt pey iren verten.

Zu
überlitzen
:

V. Anshelm. Berner Chron.
6, 28, 29
(
halem.
,
n. 1529
):
truͦg [...] der herzog von Safoy die kron, in kappen und hochen biretten, mit hermlin uberlizt und gfuͤetret.

Zu
überlöten
:

Gille u. a., M. Beheim
238, 217
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ir knecht habt uberlotet | auch eure sporn mit zin und pley.

Zu
über|
2
lügen
:

Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Die Mügge muͦsz sich ser müen, | Will sy den ochsen v̈berlüen.

Zu
übermangen
:

Stackmann u. a., Frauenlob
5, 19, 9
(Hs. ˹
md.
auf nd. Grundlage,
v. M. 14. Jh.
˺):
San wart geleit der stein uf einer wage simz, | mit lastes bimz | sold man in übermangen.

Zu
übermartern
:

Luther, WA (
1529
/
32
):
Wenn einer [...] were wie zu Metz vom Hencker ubermartert, so hette man wol muͤgen feilen.

Zu
übermeissen
:

Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
17. Jh.
):
ob ain urbarman den andern [...] verclaget umb sach, gründ und poden zu bederseit urbar betreffent, e sei umb erbschafft, überpauen, überzeunen, übermäen, übermaissen.

Zu
übermilten
:

Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Grosz vngemach | Wendest du [zartes weib] mir, | Mein höchste zier! | Wer kan dich v̈ber milten?

Zu
übermisten
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vbermisten / Genuͤgsamlich misten oder mitt mist wol bauwen.
Niewöhner, Teichner
175, 43
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
ez vault dw sat | wo ein velt ist uͤber misstet.

Zu
übernäen
:

Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1536
):
gar groß schmerlaib, hett etwan ain laib ₰ 120, [...], und warent mit bast uberneht.

Zu
überneigen
:

Dubizmay, kurß zu Teutze
58, 2
(
hess.
,
1463
):
Here thu den wol die guts vnd rechte hertzen | sind Dye sich vber neygen | vnd die sunde versetzen [...].

Zu
übernetzen
:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
151, 5
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Der müller soll auch vleissig aufsehen, das die scheidere, [...], das getreide und der becken weiz nicht ubernetzen.

Zu
überordenen
:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Brúder ich sag nach dem menschen: idoch keiner verschmeche oder vber ordent
[Var. 1475
2
–1518:
ordet darúber
; nd. Bibel um 1478:
auer ordinert
;
Froschauer
1531 /
Dietenberger
1534 /
Eck
1537 /
Luther
1545, Gal. 3, 15:
thut [...] dazu
]
den geuestenten gezeúg des menschen.

Zu
überpflügen
:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. Anm. 4 (
mosfrk.
,
1561
):
ein hoifbueß ist, wan einer den andern het uberschnitten oder gemehet, graben, pflucht, durch ein groiß hinlessigkeit oder scholt.

Zu
über|
1
preisen
:

Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
77, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
wer die selb kan gewinnen, des lob vor aller wird ist überpreyset.

Zu
überragen
:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
vnd machte dorvber gemeld gar hoche vber ragend
[Var. 1475
2
–1518:
úberscheinend
;
Froschauer
1531, 3. Kön. 6, 32:
außgehoͤlet vnd außgestochen werck
;
Dietenberger
1534:
außgegraben vnd außgestochen werck
;
Eck
1537:
grabung die wol herfuͤr stachen
]
vnd bedecket die túr mit gold.

Zu
überrasen
:

Luther, WA (
1537
):
Die Barfuser munche [...] haben [...] gesaget: Alle gute wercke, so ich gethan hab in meinem Orden, die schencke ich dir fur das gestrenge Gerichte gottes. Jst das nicht uberraset, das einer seine hinfarth und todt setzet auff eines andern wercke? Das heisset in abgrund der Hellen geweiset.

Zu
überraufen
:

Sachs (
Nürnb.
1562
):
die truncken und vollen | Wolten den sprecher uberrauffen.

Zu
überrennen
:

Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
Praͤussenlant und Raͤussenlant, | [...] | di hat er auf einer gais uͤberrant.

Zu
überriechen
:

Spechtler, Mönch v. Salzb.
8, 18
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
zimein / unde negelein, | mirren und balsam darein, | das
[Akk.obj.]
überreucht dein
[Subj.: der
muoter, Marie
]
smak vil gar.

Zu
überrösen
:

Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Trautt fräwelein, | Dein leib ist v̈ber röset!

Zu
überröten
:

Gille u. a., M. Beheim
238, 216
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ir riter, ir habt euer sporn | mit chupher uber rotett.

Zu
überruchen
:

Niewöhner, Teichner
25, 42
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
do muez sich der teuffel smuchen. | er getar sey [Maria, dez liechtez macht] nicht uͤber ruchen, | als er dort daz liecht zestort.

Zu
überrudern
:

oberrudern / ruder das man hinvber kompt.

Zu
übersalben
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vbersalben / Vberstreychen. Superinungere, Superillinère.

Zu
übersälzen
:

v. d. Broek, Suevus. Spieg.
190v, 2
(
Leipzig
1588
):
Saltz ist eine edle Wuͤrze [...] Aber wen mans vbersaͤltzet / so verlewrets den Schmack / ist abschewlich.

Zu
übersaufen
:

Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
Ward nachmalen gesagt, die pawrn hetten sich also mit wein ubersoffen und beladen.

Zu
überschaffen
:

Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Do nun die kaiser sich zu rûe setzten, die geschäft und händl ab in schuben, andern überschuefen die hendl, wuechs etlicher weniger gewalt.

Zu
überschäumen
:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
der hoͤhi volgent dise menschen in der wise das ir gemuͤte also úber schúmmet in die hoͤhi úber al und al, mit als grosser danknemkeit.

Zu
überschenken
:

Stackmann u. a., Frauenlob
5, 7, 11
(Hs. ˹
md.
auf nd. Grundlage,
M. 17. Jh.
˺):
nieman darf des denken, | daz er mit siner miete din recht müge überschenken.

Zu
überschirmen
:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
mein Herr vnd Got, | Der mein heubt vberschirmet hat.

Zu
überschlichten
:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
und wurt daz lant schoͤne geseget und úbersliht; und also denne der guͦte some uf sol gon, so kummet herfúr [...], das boͤse unkrut.

Zu
überschmieden
:

Schib, Urk. Laufenb.
171, 29
(
halem.
,
1494
):
so haben sie betracht die mißordnung des überschmidens halb, darum sey ein zahl ißens vff jeden hammer gelegt.

Zu
überschmieren / überschmirben
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vberschmirben / Vbersalben. Superungere, Inungere.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Besalben / vberschmieren / inungere, illinere.

Zu
überschnarchen
:

Bobertag, Schwänke (
Frankf.
1563
):
bitten will nit helffen, drumb wer was von dir haben will, muß dich überschnarchen.

Zu
überschnarren
:

v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
,
1610
/
8
):
so lach ich noch, | Das wir den alten Geltnarren | So höfflich kundten überschnarren.

Zu
überschupfen
:

Voc. Teut.-Lat.
hh vijr
(
Nürnb.
1482
):
Uberschupffen vberspringen. transigere. i. transilire.

Zu
überschwelgen
:

Luther, WA (
1539
):
wie man yetzt in Fürsten hoͤfen solche übermaß mit Pancketieren und füllerey sihet, als wolt mans gerne alles auf ain stund überschwelgen und umbbringen, daher dann auch kompt, das [...] das Land zuͦ eytel betler werden.

Zu
überschwimmen
:

Voc. Teut.-Lat.
hh vjr
(
Nürnb.
1482
):
Uberschwimmen. tranare transinatare.
Maaler (
Zürich
1561
):
Vberschwümmen / Etwar auff schwümmen. Supernatare.

Zu
überschwingen
:

v. Maren, Marquard. Ausgabe
37, 18
(
Venedig
1483
):
dein gemuͤte sol vͤberswingen in die vͤberwesenlichkeit vnd vͤber klymmen alle synneliche ding.

Zu
überseufzen
:

Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Er [Alexander] het gehört von den gelerten [...], wie vil mêr welt dan eine solt sein, als etlich alt mainten, da überseufzt er’s.

Zu
überspängen
:

Adrian, Saelden Hort
7100
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
daz har der trutellehten
[Bezug auf Maria Magdalena]
| man kund nie geflehten | noch so wol gedrengen | daz es úber spengen | móht ie dehain hant allaine.

Zu
überspielen
:

Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
er stroffte dy gewaldigen sere, das sy also eyn bosse regement furten; es wart uber spelt, so fele, er moste uss dem kloster.

Zu
überstegen
:

Stackmann u. a., Frauenlob
5, 6, 18
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
der junge degen | iu git den segen, | er giuzet uf iuch der engel regen: | daz werc kan nieman überstegen, | und daz von got altissimus da fliuzet unde riset.

Zu
übersteinen
:

Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1585
):
Von überzeünen, überhagen, [...], überstainen oder anderm überpau.

Zu
übersterben
:

Chron. Köln (
Köln
1499
):
dat lant [...], dat sinre vrauwen ind sinen sone Ropert overstorven was.

Zu
überstimmen
:

Opitz. Poeterey
49, 6
(
Breslau
1624
):
Ein jeder Vogel froͤlich singt / | Und leßt sich nicht gern vber stimmen.

Zu
überstrauchen
:

Kottinger, Ruffs Adam (
Zürich
1550
):
so wil ich [satan] min hilff also bruchen, | ouch gott in allem überstrauchen.

Zu
überstraufen
:

Thiele, Minner. II,
7, 124
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
myn frewd ist uber strauffen | mit senlichem senn.

Zu
überstudieren
:

Enders, Eberlin (
Eilenb.
1524
):
da hort ich von Luthern, [...], sagen, er vberstudirt alle hohe schulen mit der Bibel.

Zu
überstülpen
:

Lichtenstein, Lindener. Katzip.
227
(o. O.
1558
):
Nimb dir ein zuͦlauff, du grober kropffiger Pintzger, und uberstülb mir das arschloch, wie die krämer die pfefferseck!

Zu
übersuppen
:

Sachs (
Nürnb.
1557
):
Als ichs
[
s
=
das ay
]
wolt ubersuppen wol, | Da traifft der dodter mir inn part.

Zu
übertäfeln
:

Maaler (
Zürich
1561
):
Vbertaͤfelen. Incrustare. Einem ein bad Vberthuͦn / Ein gefaar zuͦrüsten.
Vbertaͤffeln / etwas mit brettern vberziehen [...]. Vbertaͤffelt / Mit holtz oder brettern vberzogen.

Zu
übertäuschen
:

Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Einen jeden Schreiber betriegen seine eygene Schrifften, vnd vbertäuschen ihn vor den Ohren.

Zu
übertölpeln
:

Sachs (
Nürnb.
1558
):
Denckt sich der that nur wol geschickt, | Das er ein uberdölppelt hab, | Nimbt kein gewissen im darab.

Zu
übertrecken
:

Ziesemer, Proph. Cranc Jes.
28, 19
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
der vlutige pitsch, wen der kumt, so wirt er uch zutreten. wen der ubirtrecket
[
Mentel
1466:
vbergeet
;
Wormser Proph.
:
für vber gehet
;
Eck
1537:
wirt übergan
;
Froschauer
1531:
durchgat
;
Dietenberger
1534 /
Luther
1545:
daher gehet
],
so wirt er uch irboren.

Zu
übertrutzen
:

Luther, WA (
1544
):
der Teufel trachtet auch darnach [...], das eines das ander verachtet und ubergibt und also ubertrotzen und uberhohmuͤtigen will, wie Fleisch und Blut on das dazu geneigt ist.

Zu
übertumen
:

Sachs (
Nürnb.
1573
):
Darmit die pauren den pürgers-mon | Gar dückisch ubertumen hon | Mit koren, dinckl, rüeben und krawt.

Zu
übertünchen
:

Luther, WA (
1537
):
Wehe euch Schriftgelerten und Phariseer, ir Heucheler, die ir gleich seid wie die ubertunchten Greber, welche auswendig hubsch scheinen, aber inwendig seind sie voller todtenbein und alles unflatts.

Zu
übervielen
:

Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
swaz fliuget fliuzet loufet lebt | ald swaz bedecket hât der luft, | [...] | sol dir ze dienste sîn bereit, | ob du dich selbe êren wilt: | sô mac dîn wirde übervilt | in himel noch ûf erden | mit êren nîemer werden.

Zu
überwedeln
:

Luther, WA (
1522
):
Szo wollen sie nur die feddern geleßen haben unnd mit fuchsschwentzen ubirweddelt seyn.

Zu
überwehen
:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Die [Blume] bleibet nicht, mag nimmer lang bestehen, | Wenn nur ein scharpffer Wind thet uͤberwehen.

Zu
überweichen
:

Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Do stunt er uf und nicht irquam | Noch irschrac, als mancher tut, | Um daz da heyzet uzer gut, | Der sich let uber weichen.

Zu
überweiden
:

UB Zug
839, 20
(
halem.
,
1440
):
Were ouch, das deheiner, der jetz da selbs wonhaft ist [...], die andern [...] mit vile sines vechs úberschlachen und úberweiden woͤlte, dann soll [...].

Zu
über|
1
weinen
:

Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1615
):
Wan die weibsbersohnen [...] auf offener gassen an einander schelten oder sich iberweinen und unzichtig halten, die sollen [...] den pockstein offentlich tragen.

Zu
über|
1
wellen
:

Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
wann die [wurtzen] wachssend, über welland sy schnell die schnittwünden.

Zu
über|
2
wellen
:

Niewöhner, Teichner
470, 128
(
moobd.
,
1370
/
80
):
weibes zucht und roten mund, | da sol yeder man nach stellen. | aber schoͤn pey uͤber wellen | daz ist niem nutzleich.

Zu
überweren
:

Gierach, Märterb.
1449
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
sy [Brigida] pat Got von allem synne | daz er etleich chranckchait | mit ungestalt an sie lait; | damit si wolt uberweren wer ïr zü weibe wolde gern.

Zu
überwüten
:

Klein, Oswald
3, 20
(
oobd.
,
1422
):
Wirt si [weib] geert, | so kan sie niemt mit hoffart überwüten.

Zu
überzehenten
:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. Anm. 3 (
mosfrk.
,
1602
):
ob iemand den hof überzehnet oder überecht, da sol der schulteiß [...] strafen.

Zu
überzeigen
:

Stackmann u. a., Frauenlob
7, 39, 12
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
und er hat gein minnen haz, | swa lieb bi lust sich überzeigen will.

Zu
überzicken
:

Niewöhner, Teichner
564, 214
(Hs. ˹
moobd.
,
n. 1400
˺):
seind si [natur] nie hat uber czikchet | gotes willen und sein gepot.

Zu
überzweigen
:

Merz, Urk. Bremgarten
129, 6
(
halem.
,
1403
):
wegen eines [...] wingartens [...] den Heini Rantz überzwigen und uberboͤuwmen wollte.
3.
über-
[+ Adj. / Adv.]: semantisiert adjektivisch, (seltener:) adverbial gefasste Inhalte (Präfixbildung mit adj. / adv. Basis, vereinzelt als Teil einer Zusammenrückung) je nach Bedeutung von
über
(meist Präp.).
Wortbildungen
(in Auswahl):
überallerbest
; zu (Präp.) 10, .
überalt
›hoch betagt‹; zu (Präp.) 10,
1
5. – Bdv.: vgl. 1.
überangenem
›Gott höchst angenehm, gefällig‹; zu (Präp.) 10, vgl. 1; 2.
überarm
›bedauerns-, bemitleidenswert‹; zu (Präp.) 10, vgl. (Adj.) 10.
überäugig
›scheel sehend, schielend‹; vgl. (Präp.) 4, . – Bdv.: , (Adj.) 1; vgl. .
überbekentlich
›jede Erkenntnis übersteigend‹; zu (Präp.) 10, 2.
überblind
›mehr als blind‹; zu (Präp.) 10, 3.
überblüpfling
; möglicherweise Kontamination von
überplatschen
(o.ä.) und
überplözlich
(s. und ) ›plötzlich niederplatschend‹ (vom Regen gesagt); zu (Präp.) 10.
überböse
; zu (Präp.) 10, vgl. (Adj.) 6; 7.
überbötig
›zu etw. bereit‹; zu (Präp.) 10, vgl. (V.) 1; 2. – Bdv.: vgl. 3, 8.
überbündig
›überragend, unvergleichlich‹ (zur Motivation s. ).
übereigenlich
›allem Aussagbaren ungleich, selbst
eigenlich
9 verstärkend‹; zu (Präp.) 10, 9.
übereinfältig
›alles Einzelne übergreifend‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.), 2.
übereitellich
›sinnlos, zwecklos‹; zu (Präp.) 10, vgl. (Adj.) 2.
übererenreich
›supergloriosus, von göttlicher Heiligkeit‹; zu (Präp.) 10, vgl. 1. – Bdv.: , , .
überfältig
›vielfach‹; zu (Präp.) 10.
überfast
›überaus dringlich‹; zu (Präp.) 10.
überfinster
›stockdunkel‹; zu (Präp.) 10. – Bdv.: vgl. , .
überfirn
›zu lange gelagert, in der Qualität angetastet‹ (vom Wein gesagt); zu (Präp.) 10,
firn
(s. ;
Dwb, Neub.
9, 532
).
überfündig
›fündig‹; zu (Präp.) 10.
übergebenedeit
›über allen gesegnet, ausgezeichnet, gebenedeit‹; zu (Präp.) 10, 3 (Part. Perf.).
übergedenklich
›gedanklich unfassbar‹; zu (Präp.) 10, 1. – Bdv.: , .
übergeitig
›überaus geizig‹; zu (Präp.) 10, 1.
übergemütlich
›über menschliche Fähigkeiten hinausgehend, dem Menschen unfassbar‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.), .
übergerne
›überaus gern, leidenschaftlich‹; zu (Präp.) 10, vgl. 4; 7.
übergierig
›aggressiv gegenüber Gott auftretend, gierig fordernd‹; zu (Präp.) 10, 2.
übergnädig
1 ›im höchsten Maße der Gnade wert‹ (von der Jungfrau Maria gesagt); zu (Präp.) 10, 3.
übergnädig
2 ›überaus gnädig, gut‹ (von Gott gesagt); zu (Präp.) 10, 1.
übergütig
›überaus gütig‹ (von Gott gesagt); zu (Präp.) 10, 3.
überhärte
›überaus schwierig‹; zu (Präp.) 10, vgl. (Adj.) 12. – Bdv.:
2
10.
überhäufig
›gehäuft voll‹; zu (Präp.) 10, vgl. 1.
überheblich
›außenseitig, die Oberfläche e. S. betreffend‹ (wohl Lehnübersetzung von lat.
superficialis
, ohne überzeugende Möglichkeit der motivationellen Herleitung von
heben
bzw.
überheben
her); vgl. (Präp.) 1; 2; 3.
überheilig
›hochheilig‹; zu (Präp.) 10, vgl. 2.
überheis
›überaus heiß‹; zu (Präp.) 10, (Adj.) 1.
überhelle
›strahlend, aufs Hellste leuchtend‹; zu (Präp.) 10,
1
4. – Bdv.: (Adj.), .
überhoch
›jede räumliche Höhe übertreffend‹; ›jede als ‚hoch‘ metaphorisierte religiöse oder gesellschaftliche Auszeichnung übersteigend‹; vgl. (Präp.) 2; 10.
überirdisch
›überirdisch schön, himmlisch‹; vgl. (Präp.) 2; 10, 2.
˹
überjärig
,
überjärisch
˺ 1 ›über ein Jahr alt‹ (z. B. von Kälbern gesagt); 2 ›relativ zur normalen Haltbarkeit nicht mehr voll brauchbar, abgestanden‹ (z. B. von Schmer); 3 ›nicht heilen wollend‹ (von einer Wunde, auch von einer verwundeten Person); vgl. (Präp.) 5; 6, 1.
überjart
›zeitlich überholt, nicht mehr gültig‹; zu (Präp.) 6, (dies setzt ein im eigenen Material nicht belegtes
überjaren
voraus; vgl. aber ). – Bdv.: .
überkalt
›humoralpathologisch extrem kalt ausgeprägt‹ (im Unterschied zu den im Beleg genannten Komplexionen
dür
, Adj., 1,
feucht, heis
2); zu (Präp.) 10, (Adj.) 2.
überkästiglich
›äußerst enthaltsam, asketisch‹ (mit kritischen Aspekten); zu (Präp.) 10, . – Bdv.: 1, 7.
überköstlich
›höchst kostbar‹; zu (Präp.) 10, . – Bdv.: vgl. 3, .
überliecht
›übernatürlich hell, mystisch strahlend‹; zu (Präp.) 10, vgl. (Adj.) 2; 3. – Bdv. (bzw. Orientierungsfeld): 1, , ; vgl. , .
übermeslich
›über jede Messbarkeit, über die kognitiven Möglichkeiten des Menschen hinausgehend‹; zu (Präp.) 10, . – Bdv.: 3; vgl. .
übermessen
›außergewöhnlich, innerhalb des menschlichen Möglichkeitsrahmens über ein Höchstmaß einer Qualität (wie der
weisheit
) verfügend‹; zu (Präp.) 10,
1
1 (part. Adj.).
übermüde
›übermäßig abgearbeitet, erschöpft‹ (von einem Pferd gesagt); zu (Präp.) 10, (Adj.) 1.
übernwegen
›den Weg hinüber‹; zu (Präp.) 3.
überrau
›struppig‹; zu (Präp.) 10, 4.
überrük
›rücklings, hinterrücks‹; vgl. (Präp.) 2. – Bdv.: vgl. .
überscharf
›äußerst aggressiv‹; zu (Präp.) 10. – Bdv.: vgl. , 1.
überschmak
›über die Maßen wohlschmeckend‹; zu (Präp.) 10.
überschwinde
›überaus mächtig, groß, reich‹; zu (Präp.) 10.
überseit
›beiseite‹; vgl. (Präp.) 3. – Bdv.: vgl. (Adv.) 1.
übersönlich
›über das Licht, das Strahlen der Sonne hinausgehend‹ (eine Qualität des
niedersten orden[s] in der obersten ierarchia des muͤtes
); zu (Präp.) 10, (dies Ableitung von ). – Bdv.: , (Adj.), .
übersündet
›mit Sünden überhäuft, überladen‹; vgl. (Präp.) 1 (ütr.), vgl. 2 (als part. Adj.).
übertief
›tiefsinnig bemüht, bestrebt‹ (als abwertend ironisch beurteilte Qualität des
natürlicher dinge merkigen menschen
); zu (Präp.) 10, vgl. 7; 10.
übertrübt
›trüben Verstandes‹; vgl. 1; 3.
überüppig
›verächtlich, wertlos, eitel, nichtig‹; zu (Präp.) 10, vgl. . – Bdv.: (Adj.) 2, 3, ; vgl. 1.
überweidig
›fresssüchtig, weideschädigend‹ (vom Vieh gesagt); zu (Präp.) 3.
überweis
›blendend weiß, weißer als der als Symbol der Reinheit / Keuschheit geltende Schnee‹ (von der
sele
gesagt); zu (Präp.) 10.
überwert
›zu hoch angesetzt beim Spielen‹; zu (Präp.) 1 (ütr.).
überzart
schmückend für die allseitigen Qualitäten der Minnedame (
weib
) gebraucht; zu (Präp.) 5; 6; 10. – Orientierungsfeld: 1, (Adj.), .
überzeitig
›überreif‹; zu (Präp.) 10. – Bdv.: vgl. , (Adj.) 1.
überzierlich
›überaus strahlend‹; zu (Präp.) 10. – Bdv.: vgl. , (Adj.).

Belegblock:

Belege zu

über-
[+ Adj.] in der Reihenfolge der Nennungen:

Zu
überallerbest
:

Höver, Bonaventura. Itin. B
628
(
moobd.
,
1450
/
60
):
O trinitas, dreyhait, vber wesenleich vnd vber got, vber allerpester ansecher kristenleicher got weißhait, schick vnd belait vns jn den v́ber vnbekantleichen, vͤberleuͤchtenden, vͤberguͤtten, aller aͤrtleichisten vnd allerhoͤchsten spicz vnd gipel, da [...].

Zu
überalt
:

Thiele, Minner. II,
32, 257
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
want wie mynt, mois commer liden! | men vint doch over alde man | den man billich gudes gan.
Wolf, Rothe. Ratsged. F
327
(
thür.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Nicht werde gesellet, | [...] | Wer vbiralt adir jüng kynt.
Bremer, Voc. opt.
4055
;

Zu
überangenem
:

zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
220
(
Nürnb.
1517
):
wann wir aber an nachteil unsers heils andern helfen, so tun wir got ein uberangenem werk.

Zu
überarm
:

zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
177
(
Nürnb.
1517
):
Der ist arm und uberarm, dem meer gefallen die erwelten ding von im selbst dann die gebotten von got.

Zu
überäugig
:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Luscus Schelch vbersehig gelincksichtig vberäugig.

Zu
überbekentlich
:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
Got, [...] der úber weselich und úber bekentlich ist.

Zu
überblind
:

Sachs (
Nürnb.
1531
):
Wann ich war blindt, blindt, uberblindt, | Bis ich [...].

Zu
überblüpfling
:

Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
es were dann das das ertrich durch fúchtigott were [...] mit grossen urbplúpflingen regen.

Zu
überböse
:

Niewöhner, Teichner
719, 64
(Hs. ˹
oschwäb.
,
1472
˺):
dass er gatt zuͦ andern weyben, | das ist uͤber boͤß ze schreyben.

Zu
überbötig
:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
54, 33
(
thür.
,
1474
):
waz Nicolaus Hondorff an den stugken, dy zcu hergewete gehorin, hinder sich gelaßin hat, der sint sy yme obirbotigk zcu volgen laßin.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
zu der zeit dem richter sein gelt des komers halben uberpotig gewest ist.

Zu
überbündig
:

Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
sô gap im ir angesiht | sô überbündic wunne | daz [...].

Zu
übereigenlich
:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
Nu dis ist denne die rede von disem úbereigenlichem sacramente.

Zu
übereinfältig
:

Schmidt, Rud. v. Biberach
64, 1
(
whalem.
,
1345
/
60
):
als vl als der begriflicheiten des vbersvnlichen glanzes, vbereinvaltiges im wesenne vnd menigvaltiges an der wurkuͥnge sint, als vil sint der tronen des gemvͤtes.

Zu
übereitellich
:

Eggers, Psalter
75, 16
(
thür.
,
1378
):
dankes vorborgen si mir di vorlonisse ires strickes, oberiteliche vorschulden si mine sele.

Zu
übererenreich
:

Ziesemer, Proph. Cranc Dan.
3, 53
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
gebenediit bis du, herre, in deme heiligin tempil dinir ere und ubirlobelich und ubirerenrich
[
Mentel
1466:
wunnsam
; Var. 1475
2
–1518:
úberhochgeehret
;
Dietenberger
1534:
hochehrsam
]
eweclich.

Zu
überfältig
:

Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
waverr er nun (uf) überfeltige beschehne warnungen nit abstanden werde, so seie im diser sessel auch zuberait, darnach soll er sich wissen zu richten.

Zu
überfast
:

Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
Pith. Dich hat Thais über fast gebetten das du morgen widerkommest.

Zu
überfinster
:

Niewöhner, Teichner
584, 31
(
önalem.
,
um 1433
):
also fuͤrtz in under die erden | in ain uber vinster loch.

Zu
überfirn
:

Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
kostliche wein, aber uberfirm.
die neuwe win waren saur und hoich von preis, derhalb die firn wein etwas gesoicht worden, und het sei noch lenger gebeidt, so hetten sei widder pliben ligen, dan sei waren uberfirn.

Zu
überfündig
:

Hertel, UB Magdeb. (
omd.
,
1469
):
wen der rath das [masze, gewichte] an den beckern, bruwern und tafernern uberfundig wirdet, sal [...] gestraffet werden.

Zu
übergebenedeit
:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
die vbergebenedeyte Gottes Gebaͤrerin Maria.

Zu
übergedenklich
:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
sú
[alle, die]
vindent daz sant Dyonisius schribet, das do ist úbervernunftig, úbergedenglich, úberverstentlich, das lieht in dem liehte.

Zu
übergeitig
:

Wackernell, H. v. Montfort (
A. 15. Jh.
):
ich was ein übergitig man: | umb guot do was mir niemals zlieb.

Zu
übergemütlich
:

Höver, Bonaventura. Itin. B
164
(
moobd.
,
1450
/
60
):
die aber jn der dritten weise, das ist v́ber gemuͦtleich gevͤbt seyen, die sind jecz mit dem hochsten priester eingangen jn die haͤiligen der hailigen.
Ebd. B
612
:
jn soͤllichem vͤbergemuͤtleichen auß gangk vnd gaistleicher erschmilczung ist nichcz zuͦ zeaigen der natur vnd wenig ist zegeben vernuͤfftigem fleis, aber vil ist zegeben der salbung.

Zu
übergerne
:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
O kinder, wie gerne und wie úbergerne moͤhtent wir herumb uns selber und alle ding lossen und volgetent diseme suͤssen geiste.

Zu
übergierig
:

Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
75, 82
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Etleich sind so vͤbergierig vnd sint pesunderleich sich muͤent vntuͤgentleichen zu gotleichen offenparung vnd zaichen, das da ist ain mass versüchung gots.

Zu
übergnädig
:

Luther, WA (
1520
/
1
):
wie die zarte junckfraw sey unansehlichs weszens und stands gar unvorsehens zu disser ehre kummenn, das sie got hat szo ubergnedig angesehen, und darumb rumet sie sich nit yhrer wirdickeit, noch yhrer unwirdickeit, sondernn alleyn des gotlichen ansehens, wilchs alszo ubergutig unnd ubergnedig ist, das er auch eyn solche gerynge magt hat ansehenn, unnd szo herlich unnd erlich ansehen wolt.

Zu
übergütig
:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Der Herr ist mild, barmhertzig vnd langmuͤtig, | Ein Got von grosser gnad vnd vberguͤtig.
McClean, Havich
1944
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
es ist der starkh Jhesu Krist, | der so über gütig ist.

Zu
überhärte
:

Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Daz tugenthafte wibesnam | Und ir uberhertez leben, | Dem sie da vor was ergeben, | Und nu ir himlischer trost | Was.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
55, 48
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
[Davon] ist es gar uͤberhert vnd swaͤr, daz man erchenne, welich ruͤrung sein von dem geist.

Zu
überhäufig
:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
205, 13
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Füllet darnach das ganze vaß mit unvorfauletem, neuem pferdemist, das es ein wenig uberheufig ist.

Zu
überheblich
:

Voc. Teut.-Lat.
hh vjv
(
Nürnb.
1482
):
Uberheblich od’ aufwendiglich. superficialiter.
Schmitt, Ordo rerum
445, 1
.

Zu
überheilig
:

Ziesemer, Proph. Cranc. Hes.
43, 12
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
dis is daz gesetcze des husis zu obirst uf dem berge. alle syne ende alumme synt obirheilig
[
Mentel
1466:
(die) heiligkeit der heiligen
; nd. Bibel um 1478:
dat hilige der hiligen
;
Wormser Proph.
1527 /
Dietenberger
1534:
allerheyligest
;
Froschauer
1531 /
Eck
1537 /
Luther
1545:
das Allerheiligest
].
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
Das ist: er [der herre] setztet dis minnekliche schof enzwischent sine úber heilige menschheit und sine hochgelobte gotheit.

Zu
überheis
:

Gille u. a., M. Beheim
451, 244
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
daz prinnet ewig umber mere | und ist als über haisse, | [...].

Zu
überhelle
:

Pyritz, Minneburg
3412
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
luchticlichen git er [mund] glitzen | Recht sam ein uber heller blitzen.

Zu
überhoch
:

Ruh, Bonaventura
361, 23
(
orhein.
,
um 1480
):
die clorheit sins anblickes múgest schoͧwen [...], do do ouch wurt erschinen die úberhöchst selde vnd selikeit.
Voc. Teut.-Lat.
hh vv
(
Nürnb.
1482
):
Uberhoher od’ grosser. eximius. i. egregius.
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 151
.

Zu
überirdisch
:

v. Ingen, Zesen. Ros.
7677, 6
(
Hamb.
1646
):
was sah’ ich nuhr? uͤberirdische geschoͤpfe / ahrtige jungfrauen / lauter Orfeen.

Zu
überjärig / überjärisch
1:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
51, 17
(
preuß.
,
1440
):
Vyhoff: 2 schok rynthvy minus 9, 18 obiryerische kelber, 16 jeerliche kelber.
Vorarlb. Wb.
2, 1409
.

Zu
überjärig / überjärisch
2:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
9, 11
(
preuß.
,
1436
):
8 tonnen horis, item pfunff steyne aldes obirierisches smeres, item acht und pfunffczik steyne unslyt.
Vorarlb. Wb.
2, 1409
.

Zu
überjärig / überjärisch
3:

Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
Einer lempt den andern und wart uberjerig. [...] und die leme uberjerig sei worden, und pleibt des pei recht.

Zu
überjart
:

Luther. Hl. Schrifft.
Hebr. 8, 13
(
Wittenb.
1545
):
Was aber alt vnd vberiaret
[
Mentel
1466:
eraltent
; Var. 1475
2
–1518:
anfacht alt werden
]
ist / das ist nahe bey seinem ende.

Zu
überkalt
:

Jahr, H. v. Mügeln
531
(
omd.
, Hs.
1463
):
ab dürre, fücht adr überkalt | adr hitze hab das tir ersnalt, | das sich sin leben nèigen wil.

Zu
überkästiglich
:

Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
73, 42
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
wann sew langew zeit, als sy waͤnent, rainichleich vnd gar uͤberchestichleich habent gelebt, so zimpt sew, das die truͤbsal der anweygung pilleich auffhoͤren sullen von in.

Zu
überköstlich
:

Rupprich, Dürer
5, 163, 66
(
nobd.
,
1520
):
Do ist ein überköstlich schön gestul jn der abtey.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
9, 26
.

Zu
überliecht
:

Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
man enpfindet da núwú abgeschaidnú unwandelberú wunder in der úberliehten dunklen vinsterheit, daz da ein úberoffenbar liehtriche schin ist.

Zu
übermeslich
:

Luther, WA (
1531
):
Ich wils nicht rechnen, messen, [...], dan es ist ubermeselich undt der vernunfft unbegreifflich.

Zu
übermessen
:

Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2430
(
Köln
1476
):
In dyr [Colne] synt seer vyll erfaren | Man, ouch froemen ingesessen | Ind wyssheyt grois oeuermessen.

Zu
übermüde
:

Österley, Steinhöwels Äsop (
Ulm
1474
/
82
):
Do [...] das pfärd von arbait schwiczet und hellig, ouch übermüd stund.

Zu
übernwegen
:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1586
):
auf Haißmüllers brobstischen gut, dan ubernwegen auf gesetzten Haißmüllers wissen, volgents auf Andre Seitel Trautmansdorfer acker.

Zu
überrau
:

Langmantel, Schiltb. Reiseb. (
oobd.
,
n. 1427
):
do sein wild leut, die chain wanung haben pei andern menschen und sie sein über rauch an leyb.

Zu
überrük
:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
496, 7263
(
Magdeb.
1608
):
Er fiel vbr ruͤck zum See hinein / | Wie ein gefangen Meuselein.

Zu
überscharf
:

Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O.
1524
):
all [...] geistlich menschen tragen solchs überscharpfen andastens von Teutschen kein gefallen.

Zu
überschmak
:

Sachs (
Nürnb.
1548
):
Adam bricht ein apffel ab, gibt in Eva; die versucht in und spricht: Wie süß und uberschmack darbey!

Zu
überschwinde
:

v. Tscharner, Md. Marco Polo
42, 18
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Dornoch besaz der groze chaam di obirswende groze provincien Mangi.

Zu
überseit
:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
45, 39
(
Magdeb.
1608
):
Ein wenig tretten vberseit / | Wollen sie [die Alten] hoͤren ander zeit.

Zu
übersönlich
:

Schmidt, Rud. v. Biberach
64, 1
(
whalem.
,
1345
/
60
):
als vil als der begriflicheiten des vbersvnlichen glanzes, vbereinvaltiges im wesenne vnd menigvaltiges an der wurkuͥnge sint, als vil sint der tronen des gemvͤtes.

Zu
übersündet
:

Thiele, Minner. II,
13, 380
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
Die unngedaufften narren, | mit sunden ubersundet, | die glich ich zu den pfarren.

Zu
übertief
:

Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
85, 49
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Die andern sint gwesen lauter merkig vnd chuͤnstig naturleicher ding, die [...] sint vergangen vnnuͤtzleich in iren vͤbertewffen [profundissimis] gedenkchung vnd trachtung.

Zu
übertrübt
:

Henisch (
Augsb.
1616
):
Der ist ein Narr vnd vbertruͤbt / Der seinem Weibe das erleubt / Das sie mit Halsen sey gemein.

Zu
überüppig
:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
vnd etlich die irten sy erten die stummen slangen und die vber vppigen
[Var. 1475
1
:
eytele
; 1475
2
–1518:
vnnútzen
;
Luther
1545, Weish. 11, 16:
verechtliche
]
tier.

Zu
überweidig
:

Argovia (
halem.
,
1530
):
Welcher ouch zweijärig stier hat, [...], oder presthaftig vech, [...], das vberweidigs vech wäri, das alles ghoͤrt ab der Almend.

Zu
überweis
:

Neumann, Rothe. Keuschh.
1254
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
des [keuschen menschen] sele ist ubir wiss gestalt | unnd macht des liebes geluste kalt.

Zu
überwert
:

Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu. (
schwäb.
,
1502
):
umb uberwert soll man nit rechten.

Zu
überzart
:

Thiele, Minner. II,
22, 69
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
se [wyf] ist senfte, gestete und overzaert, | myn hertz, myn zynn hait ze so hart | zuͦ steten dienst an ir gedruͦngen.

Zu
überzeitig
:

Niewöhner, Teichner
317, 27
(
moobd.
,
1360
/
70
):
er [ritter, helt, rekche] schutat lauͦt in daz grab | hauffen weiz, recht als dw piren | von dem pawm her nider riern, | wann er [weiz] uͤber zeitig ist.

Zu
überzierlich
:

Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
O Maria, fur sehen | Im ewigen erprehen | Uber zirlich, | Erleucht und clar geprunnen | Vor gestirn, man und sunen.