über-
[+ Basis] begegnet in einer hohen Anzahl von Wortbildungen mit substantivischer, verbaler, adjektivischer, adverbialer und (selten) präpositionaler Basis; vereinzelt liegt auch eine Zusammenrückung vor. In dem Maße, in dem die Bildungen als lexikalisiert beurteilt werden, gehören sie zum Gegenstand von Wörterbüchern, haben damit eine je eigene, Einheit für Einheit zu beschreibende Semantik. Die Angaben zur semantischen Verbindung von
Präfix
und Basis beziehen sich hinsichtlich des Erstgliedes dabei jeweils auf die obige Darstellung von über
(Präp.); die Basis kann nur so weit angegeben werden, wie sie in diesem Wörterbuch bereits behandelt ist. Für den vielfach begegnenden Fall, dass ein semantischer Bezug des Präfixes auf die Präposition
bzw. der Basis auf ein Stichwort (d. h. auch auf dessen semantische Einzelansätze) als unsicher oder als nicht möglich erscheint oder aufgrund des Bearbeitungsstandes dieses Wörterbuches noch nicht geleistet werden kann, wird auf diesbezügliche Angaben verzichtet; begründete Ausnahmen sind möglich. Die im Folgenden vorgetragenen Zusammenstellungen beruhen auf Auswahlen, die der Lexikograph nach semantischen, kulturgeschichtlichen und differenzlexikographischen (vergleichend frnhd. / nhd.) Aspekten sowie nach der Beleghäufigkeit vorgenommen hat. Ausdrücklich sei deshalb auf die Vollartikel mit über-
verwiesen.1.
über-
[+ Subst.]: semantisiert eine subst. gefasste Bezugsgröße (Präfixbildung mit subst. Basis) von den verschiedenen Bedeutungsansätzen von über
(Präp.) her, z. B. als ‚auf etw. liegend‘ (vgl. , Präp., 1), als ‚jm. hierarchisch übergeordnet‘ (vgl. , Präp., 8), als ‚den Maßstab übersteigend‘ (vgl. , Präp., 10).Wortbildungen
(in Auswahl): überband
1
8.überbehäglichheit
überbogen
der
) 2.überbord
vogt, schultheissen
zu bestrafendes Delikt, Tätlichkeit gegenüber jm.‹.überdienst
überdon
die
). – Bdv.: 1.überdos
über|erbietung
die
, 2 oder Ableitung zu , V. möglich). – Bdv.: 2.überfar
1
.übergälle
1
2.˹, , ˺ wohl ›oberer Teil des Spinnrockens‹; zu (Präp.) 1,
übergerücke
überrocke
überruk
gerücke
(dies Kollektivum zu 2
›Spinnrocken‹).übergewicht
überhandlung
brotes
in Christi leichnam
)‹; vgl. 3. – Bdv.: vgl. .überherre
überkarbottich
überkare
s. Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
; zum Gw s. 1989, 315
1
).überreinischheit
überschlirpete
-ete
überschlirpen
; vgl. (Präp.) 3.überschultheisse
übertragenheit
der
) 2, , (der
) 2, 3, .überwonne
der
) 2, , (der
) 2, .überzeichnung
Belegblock:
Belege zu
über-
[+Subst.] in der Reihenfolge der Nennungen: Zu
überband
: Vor 24 isern Overbende uff die 12 Rader bezahlet [...] 36 Denn.
Vberbandt / so man vber einen schaden bindet.
Zu
überbehäglichheit
: Zu
überbeschau
: ob sich aber iemant ihrer bschau oder march beschwären [...] wurde, dem solle der riechter [...] ain überbeschau halten.
Zu
überboge
: O Maria, stern des meres, | ain wirdikait sunder weres | und des himelischen heres | ordenung ein überpog.
Zu
überbord
: Zu
überbräu
: wer ime mer als acht prau pier einschreiben lasset, das man dieselbigen uberprau abschaffen [...] sol.
Zu
überbreite
: so seh ain aug auf der selben praiten dez himels halbentail, aber ain ander aug auf der uͤberpraiten der erden seh des himels halbentail niht.
Zu
überbrief
: In solchem umryten / wurdend ouch die botten bericht [...] von vil gemelltemm überbrief / und was der zuͦ gebe.
Zu
über|
2: 1
bruchund wellend wir, die uͤbrigen ort alle gmeinlich, dasselb ort [...], von semlicher gwaltsam und uberbruch, [...] schirmen, schuͤtzen.
Zu
überbund
: Zu
überdeckel
: Zu
überdienst
: Zu
überdon
: Zu
überdos
: Zu
über|erbietung
: dar umbe so sprichet man, daz ir [muoter gottis] niht alleine zuobehöre die anbettung der erbietung der eren, sunder ouch die übererbietunge.
Zu
übererzengel
: Nu, was wollen wir Prediger thun, so unter solchen Ertzengeln und uberertzEngeln sollen Kirchen regieren?
Zu
überfar
: Wadurch ist, werlt, din wunne? | [...] | wadurch ist schellen übervar, | tambur, zitol und orgel clanc?
Zu
überfeine
: Zu
überfirnis
: 1 klein türckisch schächtelin [...] mit etwas perlenmutter und überfürnieist geziert.
Zu
überfreude
: welicher werder man das puech hört lesen, der wirt ewigklich jnn dienst der rain weib gepunden. Wann die selb freüd vnd wunnde gibt v̈ber freüd vnd bringt lieblichen tröst vnd hailsam lieb vber all lieb.
Zu
überfutter
: auf der klingen ist die jarzal A. 1017 und auch aussen auf dem überfutter.
Zu
übergälle
: Wer aber wol mocht tzu stule gen vnd ez nicht entuͦt, deme koment der syechtage davon, [...] vnd werden ym winde yn dem leibe vnd bose vbergelle.
Ebd.
157r, 27
: Doch dut man eyn wenige eßichez in daz waßer, da mit man sudet, so ist ez nutz den luten, die eyn heiß leber haben oder die da tzu vil coleram rubeam, daz ist ubergelle, hant.
Zu
übergaumen
: Rumen [...] obergume [...] oberrach, [...] vnderrach [...] uber kin.
Zu
übergebot
: Eben die selbigen wort brauchet er als der Wider Christ, die gewissen zubeschweren mit gesetzen, gebot und ubergebot, der Christus nie keines hat auffgelegt.
Zu
übergeburt
: daz sin übergeburt in einer gewonlicher wis übermitz den man beschriben würde.
Zu
übergehäuse
1: Ubergeheuse od’ knopff auf einem hause od’ turn.
Zu
übergehäuse
2: gotes sun, got vater worte | sunder magenkreftig porte, | übergehews dein maidelich schos.
Zu
übergelegenheit
: Zu
übergerücke
: Epicolium [...] vberrocke [...] vbergerükch auff ainem rockken.
Zu
übergesang
: Discantus [...] discant [...] Discantor v́bersinger, [...] discant oder vbergsankch.
Zu
übergeschühe
: also doch, das man die
[
patzen am Schafleder, über das Romanische angeblich aus arabisch
bitânâh]
zuͦ dem geschuͤche allain oberhalb der knoden ze uͥbergeschuͤhe und nicht anders bruche. 3 par indianische schuch, die 2 par alles von leder und das übergeschüch mit seidenem gefarbtem zeüg überzogen, das eine par ist das übergeschüch mit zartem reißwerckh gemacht.
Zu
übergewicht
: Vbergewicht / das jenige / welches vber das rechte Gewicht von denn Kraͤmern zugegeben wirdt.
Zu
übergift
: Dat in ouch nye noyt so bange | Geraeden hant zor oeuergyfft, | Sych zo scheyden van dem gestifft | Van Coln: des geefft man hogen loff | Der stat van Nuyssz dorch skeysers hoff.
Zu
überglaube
: Zu
übergnade
: ut abundet peccatum, gratia tam abundat, [...]. Sed non gnad umb gnad, sed ubergnad und uberschweng in ea hora.
Zu
übergrosmutter
: Beleg unter
übergrosvater
. Zu
übergrosvater
: Aus väterlichen Stammen ist der Uebergrossvater gewesen Ambrosius Nekesch [...]; die Uebergrossmuter ist gewesen Zophrosina.
Zu
überhandlung
: Zu
überhau
1: von des überhoͮws wegen, so sy in demselben holtz getǎn hǎnd.
Zu
überhau
2: ICh kum vff deinen andren schirmstreich den du für den oͤberhouw achtest vnd stellest / das eyns yeden vernunfft heim zuͦ ermessen / ob doctor Luthers lere christlicher ordenung gemeß sei oder nit.
Zu
überheldeskraft
: Zu
überherre
: Item in weltlichem regiment ist kein eyniger uberher, szo wir doch alle ein menschlich geschlecht von einem vatter Adam kommen sein. Das kunigreich von Franckreich hot seinen kunig, [...] seyn doch alle ein volck des weltlichen stands in der Christenheit on ein eyniges heubt unnd zurfallen drumb die selben reych nit. [...] wer wolt weren, das nit ein gemeyn yhr selb vil uberhern unnd nit eynen allein erwelet zu gleycher gewalt?
den gaistlichen und euren uber hern | salt ir er wirdikait bewern | und eüren gleichen gnossen | gerechtikait und friden lassen.
Zu
überhuf
: Welch rozz ain pain wachs hat, dem prenn man die haut auf auf dem painwachs, uncz si sich rimphft, und leg darnach auf den prant gruͤnspat. und tuͤ daz drey tag. und dem uber huͦff recht also.
Zu
überkarbottich
: Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 315
: vͤbercharpotich [...]
›Gefäß für (Getreide)abfälle, Unrat‹.
Zu
über|
: 1
kereZu
über|
: 2
keregersten- oder haferstrohe [...] gibet man ihnen also treuge und ein laulicht trinken, darzu uberkehre und heu.
Zu
überkin
: Rumen [...] obergume [...] oberrach, [...] vnderrach [...] uber kin.
Zu
überknecht
: dae die su(m)me vand(er) tzym(m)eruncge(n) afkompt van dageloen der steynmetze(r) ind up(er)kneicht ind va(n) allen sache(n) ind gereitschafft.
Zu
überku
: ein pfund guͦts rindfleyschs umb zwen fuͥnfer; deßglichen guͦt zyt- und überkuͤ und die stier, so die schetzer als guͦt gend.
Zu
überlage
: Dat yeman [...] | Sich setzen wilt vroe off spaede | Ind dit huys wilt an vechten | Zo verkurten an synen rechten | Mit oeverlagen, mit schetzingen, mit rouve, mit brande | Off mit anderre gewalt.
Zu
überläuterung
: Zu
überlaz
: Zu
überleib
: dat die
[Pfuscher ohne Meisterrang als Hersteller von
alten kleidern]
vrij solen sin ind mogen vort nuwe stumpe of overlijf machen sunder boisse.Zu
überleumde
: Hensli Schwinhirt, welcher in der Stadt Zug gefänglich festgehalten worden ist von úberlúmdes wegen.
Zu
überliecht
: Do die sele mit begerden vf klimmet ob manigvaltikeit der creaturen vnd in uͤber werg der sinnen vnd in uͤber lieht der naturen, danne got sv́ engegen Cristo in liehte des geloͮben.
Zu
über|
: 1
litzeAllen fürnemmen manspersonen, [...], sind die uberlitzline an armen ohne spitzli, dry finger breit, und ehrbaren frawen und toͤchteren vier finger breit, [...], zugelassen.
‒
Vgl. ferner s. v. .Zu
überlon
: sollichs alles ist gerait; doch den safra nit mit überlon heraus fürn.
dz die verordnete bemelten zuchthußes [...] macht haben söllind, [...] söliche überlöhnige tauwner infeßlen und anspannen zelaßen.
Zu
übermantel
: Ein s. Johanneskopf und brustbildl in rottem rockh und grienem übermanttel.
Zu
übermüssigkeit
: die vber vppigkeit
[Var. 1475
eytelkeit1
: ; 1475
úbermuͤssigkeyt2
–1518: ;
vppigkeyt vnd furwitzFroschauer
1530 / Dietenberger
1534: ;
VppigkaytEck
1537: ;
eitel ehreLuther
1545, Weish. 14, 14: ]
der menschen hat funden dise ding auf dem vmbring der erde.Zu
übermuz
: vbermutz / ein Rock den man vber andere Kleyder thut.
Zu
übernot
: Zu
überpalle
: 2 totum duplex cleidung czu 3 altaren und 3 obirpallen, 10 cleyne palen mit seyde beneth.
Zu
überpfeit
: Wer der man das beste houptrecht: kue oder pfert; die frawe: das beste clayt, mantel, rock oder uͤberpfaydt.
Zu
überpruf
: zimein süeß ein überpruef, | mirr, balsam, ain zinsig schruef.
Zu
überreinischheit
: daz im hangt daz under chlait | ab hin fuͤr dw andern paid, | für den rokch und fuͤr dw phaid. | daz ist ein uͤber reinischait.
Zu
überröte
: und war doch anfangs kain andere anzaigung einer krankhait, dann die überrötte.
Zu
übersaum
: sol auch keiner nit me hauwen oder laszen ligen in dem walde des dages dan einen vbersaume vngeuerlich.
Zu
überschlund
: Ja, ich bins ein schaten hut, | Der sicherlich irquicket | Di sunder unde schicket | Daz si werden wol gesunt | Von der sunden uber slunt.
Zu
überschultheisse
: edoch der apt, wanne daz er wil, mit im selver oder mit sinem ubirscultessen mag in den hoven dingen und die selve dignisse besitzen.
Zu
übersteher
: achzig tausent stainmezen, die nur stain in den pirgen ausbauten; waren der überstêer dreitausend sexhundert.
Zu
überstolle
: 1 par pokiln, ein par vorstollen, item 4 par obirstollin, item ein par wopenschu.
Zu
übersuch
: Vil drate erget der ubersuch, | Want ich in mynes herzen buch | Mit Gote schiere han uberlesen | Wie al myn leben ist gewesen.
Zu
überton
: Zu
übertor
: Zu
übertragenheit
: Zu
überüppigkeit
: die vber vppigkeit
[Var. 1475
eytelkeit1
: ; 1475
úbermuͤssigkeyt2
–1518: ;
vppigkeyt vnd furwitzFroschauer
1530 / Dietenberger
1534: ;
VppigkaytEck
1537: ;
eitel ehreLuther
1545, Weish. 14, 14: ]
der menschen hat funden dise ding auf dem vmbring der erde.Zu
überwe
: Zu
überwerk
: Do die sele mit begerden vf klimmet [...] in uͤber werg der sinnen vnd in uͤber lieht der naturen, danne got sv́ engegen Cristo in liehte des geloͮben.
Zu
überwert
: als er aber ekent hat, daß solichs überwärt ihme grafen und seinen nachkommen [...] solle zufallen.
Zu
überwonne
: Zu
überzan
: du, Fretendrussel von dem Pierntan, | Von Wetzendorf Gotz Uberzan, | Und gebt eur urteil baide.
Zu
überzeichnung
: worbey auch sonderlich / mit darzu gehoͤrigen Uberzeichungen / fuͤr die Organisten [...] vnd Lautenisten / rc. auff den General. Baß gesehen worden.
Zu
überzieche
: in der firmanie: der sluser hat 7 bette, 5 par leylach, [...], 11 kossen, 3 haben nicht obirczichen.
2.
über-
[+ V.]: semantisiert verbal gefasste Inhalte von den verschiedenen Bedeutungsansätzen von über
(Präp.) her.Wortbildungen
(in Auswahl): überadeln
überbeissen
überbekleiden
gemüte
mit tugenden
; ütr.); vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.), 1; 4. – Bdv.: vgl. (ütr.).über|
2
beren2
1. – Bdv.: vgl. 4, , 2.überbiegen
überbrehen
überbügen
heil
gesagt); -bügen
biegen
(vgl. den Belegkommentar der Ausgabe).überdauern
1
. – Bdv.: vgl. 9, (V., unr. abl.) 4, 2.überdichten
überdiessen
überdräuwen
über|erheben
überfahen
überfieren
fier, fieren
und frz. fier
aus lat. ferus
); zu (Präp.) 10.überfragen
überfugen
übergescheidigen
gescheidigen
(Ableitung zu , Adj., 1). – Bdv.: vgl. .überglitzen
übergrasen
überhagen
1
(V.) 1. – Bdv.: vgl. .überhangen
überhängen
altem, gestorbenem
in Erwartung des Neuen gesagt); vgl. (Präp.) 2; 3, 1.überhenken
jm. ein heisses bad überhenken
›jm. Übles verheißen‹.überheuen
überholzen
überholzt
belegt).überholzen
überkaffen
überkriegen
überkürzen
überlangen
überlasuren
überlitzen
überlöten
über|
2
lügen2
1.übermeissen
übermisten
1
masse
13); auch: ›(ein Feld) hinreichend düngen‹; vgl. (Präp.) 10 (für erstere Nuance); 3 (für letztere), 2.überneigen
1
2, 5.überordenen
überpflügen
überraufen
überriechen
mutter, Maria
); zu (Präp.) 10, 4.überrösen
überröset
) belegt: ›etw. wie mit Rosen überzogen, geschmückt sein‹; vgl. (Präp.) 1; 3, (V.) 1 (dies Ableitung zu ).überröten
überschäumen
gemüt
gesagt); zu (Präp.) 2 (ütr.). – Bdv.: vgl. .überschlichten
überschmieden
˹, ˺ ›etw. mit einer schmierbaren Substanz bestreichen, überstreichen‹; zu (Präp.) 3. – Bdv.: , ; vgl. , .
überschmieren
überschmirben
überschwimmen
überschwingen
in die überwesenlichkeit
) aufschwingen, aufsteigen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.).überspängen
der turtelechten
; Bezug auf Maria Magdalena) mit der Spanne einer Hand zusammenfassen, binden‹ (im Beleg negativiert); vgl. (Präp.) 3.überspielen
überstegen
übersteinen
übersterben
überstimmen
überstrauchen
satan
als Handelndem gesagt); vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.), 2
1; 3 (ütr.). – Bdv.: .überstraufen
stroufen
›etw. über sich streifen‹ (). – Bdv.: vgl. 1, (V.) 4.überstudieren
Luther
als Handelndem gesagt); vgl. (Präp.) 3 (ütr.); 10, 1; 2.überstülpen
stülpen
(dies im eigenen Material nicht belegt).übertäfeln
übertäuschen
2
. – Bdv.: 2, 1; 2, , 2.übertölpeln
übertrutzen
übertumen
überwedeln
jn. mit Fuchsschwänzen überwedeln
›jm. schmeicheln‹; zu (Präp.) 3 (ütr.), . – Bdv.: , , 2.überweiden
über|
1
weinenüberzehenten
überzweigen
Belegblock:
Belege zu
über-
[+ V.] in der Reihenfolge der Nennungen: Zu
überächten
: ‒
Vgl. ferner s. v. .Zu
überadeln
: Der rauhen disteln auff dem stil | und der nessel ist es ze vil, | ab ir art uber adeln wil | der lilgen, veilgen, rasen.
Zu
überandelagen
: und inen die [virtel korns] [...] gutlich uff sent Michels tag in ire gewarsam zcu uberandelogen.
Zu
überbagen
: so vil scheltens chan der man, | ich mocht in doch nicht uͤber pagen.
Zu
überbaugen
: ob sich schon etwo dz flaisch krümmet / so muͦß es doch vnter den gehorsam̃ Christi / vnd sich vberbaugen lassen.
Zu
überbäumen
: wegen eines [...] wingartens [...], den Heini Rantz überzwigen und uberboͤumen wollte.
Zu
überbeissen
: Der jung [han] in
[den
jungen]
uber paiss, | daz er im nach must geben. | das was der hennen eben.Zu
überbekleiden
: dar vmb ist vnser gemuͦt v́ber zebeklaiden mit dreyn goͤtleichen tugenden, dar durch dy sel gerainigt, erleúchtet vnd volkomen wird.
Zu
über|
: 2
berenDor uff sin ernst wahssen | Began mit stritis herte, | Biz her sie uberberte, | Daz sie mir wurden undertan.
Zu
überbezalen
: wenn er uns gleich uberbezalt solt haben, hetten wir allesampt verdienet, das uns die erde [...] verschlungen hette.
Zu
überbiegen
: die schönest somerlauben | Hab ich mit weinreben umbzogen | Und oben gwelbweiß uberbogen.
Zu
überbillen
: Twünge uns die zit und stat – und frier wille nicht –, | so were enwicht | die kür und frier wille: | nieman in überbille.
Zu
überblümen
: Aller kreuter frucht zu rümen | chan dein nam hoch überblümen | wann Maria ist der pest.
Zu
überboldern
: Ihr woͤllend es überboͤldern.
Zu
überbrechen
: Zu
überbrehen
: Zu
überbügen
: swer snöden herren dienen muz, | des heil sich überbüget.
Zu
überbürzeln
: Zu
überdauern
: Zu
überderren
: Zu
überdichten
: und verantwortete sich, das ihme [...] von einem vermeinten freunde einem schelm und bosewicht mutwillichlich überdichtet wurde.
Wer kluger syn historigen | mit byspel uber dichtet, | by dem ist kunst verborgen.
Zu
überdiessen
: und hiez in umb windenn | mit riemen vil swindenn, | so daz daz fleisch uber doz | und daz plüt dye erd begoz.
Zu
überdobern
: Zu
überdräuwen
: Ob aber ja jemand sich uber drewen liesse und seinem Teuffels kopff, das ist: seiner rasenden oberkeit, zu willen wuͤrde, Der sehe zu [...].
Zu
überdrucken
: Got let sich doch irbarmen | Sine gar versmeten kint | Rechende, wand er is vint | Der die sie uber drucken.
Zu
überebenen
: eret der ackerman den ganzen tag, daz er see? [...] wen er is
[das
lant]
ubirgeebent [
geleichtMentel
1466: ;
wol geebnet hatWormser Proph.
: ;
geeggetFroschauer
1531: ;
gleicht ebenEck
1537: ;
gleich gemachet hatDietenberger
1534 / Luther
1545: ],
seet er denne nicht raten?Zu
übereggen
: wann man es
[Bezug auf
mist]
mit der arebit fürdern kann, unde gebraacht, wann es gefaulet, ubergeegt.Zu
übereren
: 1 stück bogassia, [...] ist dem Janŭss Pop vberÿrtt worden.
Zu
über|erheben
: dar umbe si [die menschliche nature] widerzebringenne, so muost si übererhaben werden zuo einem höchern grat, in den si dez ersten [do si geschaffen wart] gemachet wart.
Zu
überfahen
: Zu
überfassen
: Wann wir do sein in disem tabernackel wir seúftzen beschwert: dorumb daz wir nit wellen werden nackent. Wann vberuasst
[Var. 1475
úberangeleget2
–1518: ; nd. Bibel um 1478:
an kleydet;
angezogenEck
1537: ;
überkleidetFroschauer
1531 / Dietenberger
1534 / Luther
1545, 2. Kor. 5, 4: ]
: das das do ist toͤdig werde besoffen von dem leben.Zu
überfatzen
: das er [...] menigclichen in hündern sehen liess. Dieweil er aber so gar überfatzet war worden, liess in herr Gottfridt das nit entgelten.
Zu
überfesten
: Zu
überfetzen
: Zu
überfieren
: Mit aromat gezieret, | din [gotes muter] schöne ist übervieret.
Zu
überfragen
: Zu
überfruchten
: das die land und gegninen die vor zitten von emsiger zwincknuß des winters kain der gezwyotten stamen der reb oder oͤlboms behalten mochtend, ietz gemiltiget und gelewigot von voriger kelti úberfrúchtind mit milten oͤlfrúchten und winlesungen dem gott Bacho.
Zu
überfugen
: daz es ein sunderlich gnad ist und ein groz gab, daz man mit der veder des verstantnúz ufflig und erheb sich vernunfticlich gegen got und werd ubergefuget von clarheit mit clarheit
. – Vgl. auch
überfüren 3.
Zu
überfüttern
: Wann ain roß über ritten oder yberfiettert wird So sol man im auf sparr- oder allen vier adern dafür lassen.
Zu
übergachen
: Das kumpt dem wald ăch wal zu pacht | da sich der winter zu im slacht | und in so gëhlich uber gacht, | da ward er gencziglich geswacht, | seit dem der mai hat hin geschacht.
Zu
übergästen
: Zu
übergescheidigen
: Zu
überglänzen
: Sunnen glast den manen überglenzt.
Zu
überglitzen
: so hab aber wir alda | in unserm land zu Persia | rattes gold fein und klar, | das uber gleist der sunne schein.
Zu
übergrasen
: übergrassen, überschneiden [...] und waß dergleichen sein mag, ist an 10 ℔ ₰ verbotten.
Zu
übergüften
: Zu
überhacken
: Überaren, übermehen, überzeunen, übergrassen, überhaggen [...], ist an 10 ℔ ₰ verbotten.
Zu
überhagen
: Zu
überhangen / überhängen
: so sal (her) an der ussersten syten machen czwey kaffenster obirhengende.
Ego loquor de liblichem und suͤssem tod, quod uberzogen und uberhengt, das alt ist gestorben et nova.
so ist der herr des pawmen. demselben seine nachpawrn den halbenteil der fruͤchte der vberhangenden este dauon volgen zelassen schuldig.
Zu
überharschen
: Man leßet die kehse in den näpfen ein wenig uberharschen, das die molken gar darvon kommen.
Zu
überheften
: darinn ein schön, aussen mit lautter perlenmutter überhefftes tachetes trülin.
Zu
überhellen
: Von harmen
[s.
harm1
]
sy uwer [der
Wisheit]
banyr felt | Und mit barellen uber helt, | Mit berlin wol durch ritzet.Zu
überhenken
: darzuͦ verkuͤndet gott im Euangelio allen hoffertigen, mechtigen vnd reychen, es sey ain hayß bad vbergehennckt, vngluͦck sey jn vor de thuͦre.
Zu
überheuen
: Zu
überhobernascheln
: Du pist ein peß hurrenpain. | Ich chen wol zehen knaben, | Dy dich uberhobernaschelt haben.
Zu
überholzen
1: Zu
überhübeln
: Wir menschen solln zu tieff nicht grübeln, | Gott in seim thun nicht überhübeln.
Zu
überjaren
: swa ein gotzhus man von sant Blesin in sin gebiet zuht und da vberiaret, und nit erb noch gut het von sant Blesin, so [...].
Zu
überjesen
: wie si vor boßhait uber jesen, | ir ist notdurft in der welt.
Zu
überjucken
: Zu
überkaffen
: Zu
überkeuen
: dÿ | fressigen uber cheüen hÿ | ir essen uber tag, das sy | die frasshait machen chunftig, | Als die tir unvernunftig, | die ir speis uber cheüen czwir.
Zu
überkiesen
: Zu
überklingen
: Nu sag, jaufkint, wo leit der stein, | Und den kein sunne nie uberschein | [...] | Und den kein glock nie uberklang?
Zu
überkriegen
: wann er [teufel] sy anweiget darumb, | das er in da czu schaden kumb | und seu in uberchriegen | Und also cziechen in die sund.
Zu
überkrümmen
: Zu
überkürzen
: wer den andern uber kurtzzet | und sich aller hohst schurtzet, | der hat nu daz pest getan.
Zu
überlacken
: Zu
überlangen
1: das du wol ermessen kanst warin der babst vnd geistlich stat den adel vnd den weltlichen vberlangt mit annaten / confirmationen / redemption der mentel / ablas.
Zu
überläuten
: da ein feur außkumbt, wirt das fewer mit der kirchglogken uberleut, er ist dem gericht zu wandl 1 tal. ₰.
Zu
überleiben
: Substantz, vnd Wesen Brots, vnd Weins | Zum Leib sich vberleiben.
Zu
überleihen
: Do wil er sagen, das die Schrifftgelerten die kinder und Erben haben ausgebissen und die heuser an sich gebracht, wie man ir noch viel findet, die nach eines andern hause stehen und mit geld uberlejhen, ein schuld drauff machen.
Zu
überlernen
: Zu
überlinden
: do ist dw rechtichait also staͤt | als sich die guͤt hie laet vinden. | die chan nieman uͤber linden | auf der werlt pey iren verten.
Zu
überlitzen
: truͦg [...] der herzog von Safoy die kron, in kappen und hochen biretten, mit hermlin uberlizt und gfuͤetret.
Zu
überlöten
: Ir knecht habt uberlotet | auch eure sporn mit zin und pley.
Zu
über|
: 2
lügenDie Mügge muͦsz sich ser müen, | Will sy den ochsen v̈berlüen.
Zu
übermangen
: San wart geleit der stein uf einer wage simz, | mit lastes bimz | sold man in übermangen.
Zu
übermartern
: Wenn einer [...] were wie zu Metz vom Hencker ubermartert, so hette man wol muͤgen feilen.
Zu
übermeissen
: Zu
übermilten
: Grosz vngemach | Wendest du [zartes weib] mir, | Mein höchste zier! | Wer kan dich v̈ber milten?
Zu
übermisten
: Zu
übernäen
: gar groß schmerlaib, hett etwan ain laib ₰ 120, [...], und warent mit bast uberneht.
Zu
überneigen
: Here thu den wol die guts vnd rechte hertzen | sind Dye sich vber neygen | vnd die sunde versetzen [...].
Zu
übernetzen
: Der müller soll auch vleissig aufsehen, das die scheidere, [...], das getreide und der becken weiz nicht ubernetzen.
Zu
überordenen
: Brúder ich sag nach dem menschen: idoch keiner verschmeche oder vber ordent
[Var. 1475
ordet darúber2
–1518: ; nd. Bibel um 1478:
auer ordinert;
thut [...] dazuFroschauer
1531 / Dietenberger
1534 / Eck
1537 / Luther
1545, Gal. 3, 15: ]
den geuestenten gezeúg des menschen.Zu
überpflügen
: Zu
über|
: 1
preisenwer die selb kan gewinnen, des lob vor aller wird ist überpreyset.
Zu
überragen
: vnd machte dorvber gemeld gar hoche vber ragend
[Var. 1475
úberscheinend2
–1518: ;
außgehoͤlet vnd außgestochen werckFroschauer
1531, 3. Kön. 6, 32: ;
außgegraben vnd außgestochen werckDietenberger
1534: ;
grabung die wol herfuͤr stachenEck
1537: ]
vnd bedecket die túr mit gold.Zu
überrasen
: Die Barfuser munche [...] haben [...] gesaget: Alle gute wercke, so ich gethan hab in meinem Orden, die schencke ich dir fur das gestrenge Gerichte gottes. Jst das nicht uberraset, das einer seine hinfarth und todt setzet auff eines andern wercke? Das heisset in abgrund der Hellen geweiset.
Zu
überraufen
: die truncken und vollen | Wolten den sprecher uberrauffen.
Zu
überrennen
: Zu
überriechen
: zimein / unde negelein, | mirren und balsam darein, | das
[Akk.obj.]
überreucht dein [Subj.: der
muoter, Marie]
smak vil gar.Zu
überrösen
: Trautt fräwelein, | Dein leib ist v̈ber röset!
Zu
überröten
: ir riter, ir habt euer sporn | mit chupher uber rotett.
Zu
überruchen
: do muez sich der teuffel smuchen. | er getar sey [Maria, dez liechtez macht] nicht uͤber ruchen, | als er dort daz liecht zestort.
Zu
übersalben
: Zu
übersälzen
: Saltz ist eine edle Wuͤrze [...] Aber wen mans vbersaͤltzet / so verlewrets den Schmack / ist abschewlich.
Zu
übersaufen
: Zu
überschaffen
: Do nun die kaiser sich zu rûe setzten, die geschäft und händl ab in schuben, andern überschuefen die hendl, wuechs etlicher weniger gewalt.
Zu
überschäumen
: Zu
überschenken
: nieman darf des denken, | daz er mit siner miete din recht müge überschenken.
Zu
überschirmen
: Zu
überschlichten
: Zu
überschmieden
: so haben sie betracht die mißordnung des überschmidens halb, darum sey ein zahl ißens vff jeden hammer gelegt.
Zu
überschmieren / überschmirben
: Zu
überschnarchen
: Zu
überschnarren
: Zu
überschupfen
: Uberschupffen vberspringen. transigere. i. transilire.
Zu
überschwelgen
: wie man yetzt in Fürsten hoͤfen solche übermaß mit Pancketieren und füllerey sihet, als wolt mans gerne alles auf ain stund überschwelgen und umbbringen, daher dann auch kompt, das [...] das Land zuͦ eytel betler werden.
Zu
überschwimmen
: Uberschwimmen. tranare transinatare.
Zu
überschwingen
: dein gemuͤte sol vͤberswingen in die vͤberwesenlichkeit vnd vͤber klymmen alle synneliche ding.
Zu
überseufzen
: Er [Alexander] het gehört von den gelerten [...], wie vil mêr welt dan eine solt sein, als etlich alt mainten, da überseufzt er’s.
Zu
überspängen
: daz har der trutellehten
[Bezug auf Maria Magdalena]
| man kund nie geflehten | noch so wol gedrengen | daz es úber spengen | móht ie dehain hant allaine.Zu
überspielen
: Zu
überstegen
: der junge degen | iu git den segen, | er giuzet uf iuch der engel regen: | daz werc kan nieman überstegen, | und daz von got altissimus da fliuzet unde riset.
Zu
übersteinen
: Zu
übersterben
: dat lant [...], dat sinre vrauwen ind sinen sone Ropert overstorven was.
Zu
überstimmen
: Ein jeder Vogel froͤlich singt / | Und leßt sich nicht gern vber stimmen.
Zu
überstrauchen
: Zu
überstraufen
: myn frewd ist uber strauffen | mit senlichem senn.
Zu
überstudieren
: Zu
überstülpen
: Nimb dir ein zuͦlauff, du grober kropffiger Pintzger, und uberstülb mir das arschloch, wie die krämer die pfefferseck!
Zu
übersuppen
: Als ichs
[
s =
das ay]
wolt ubersuppen wol, | Da traifft der dodter mir inn part.Zu
übertäfeln
: Vbertaͤfelen. Incrustare. Einem ein bad Vberthuͦn / Ein gefaar zuͦrüsten.
Vbertaͤffeln / etwas mit brettern vberziehen [...]. Vbertaͤffelt / Mit holtz oder brettern vberzogen.
Zu
übertäuschen
: Einen jeden Schreiber betriegen seine eygene Schrifften, vnd vbertäuschen ihn vor den Ohren.
Zu
übertölpeln
: Denckt sich der that nur wol geschickt, | Das er ein uberdölppelt hab, | Nimbt kein gewissen im darab.
Zu
übertrecken
: der vlutige pitsch, wen der kumt, so wirt er uch zutreten. wen der ubirtrecket
[
vbergeetMentel
1466: ;
für vber gehetWormser Proph.
: ;
wirt überganEck
1537: ;
durchgatFroschauer
1531: ;
daher gehetDietenberger
1534 / Luther
1545: ],
so wirt er uch irboren.Zu
übertrutzen
: Zu
übertumen
: Darmit die pauren den pürgers-mon | Gar dückisch ubertumen hon | Mit koren, dinckl, rüeben und krawt.
Zu
übertünchen
: Wehe euch Schriftgelerten und Phariseer, ir Heucheler, die ir gleich seid wie die ubertunchten Greber, welche auswendig hubsch scheinen, aber inwendig seind sie voller todtenbein und alles unflatts.
Zu
übervielen
: Zu
überwedeln
: Szo wollen sie nur die feddern geleßen haben unnd mit fuchsschwentzen ubirweddelt seyn.
Zu
überwehen
: Die [Blume] bleibet nicht, mag nimmer lang bestehen, | Wenn nur ein scharpffer Wind thet uͤberwehen.
Zu
überweichen
: Zu
überweiden
: Were ouch, das deheiner, der jetz da selbs wonhaft ist [...], die andern [...] mit vile sines vechs úberschlachen und úberweiden woͤlte, dann soll [...].
Zu
über|
: 1
weinenWan die weibsbersohnen [...] auf offener gassen an einander schelten oder sich iberweinen und unzichtig halten, die sollen [...] den pockstein offentlich tragen.
Zu
über|
: 1
wellenZu
über|
: 2
wellenweibes zucht und roten mund, | da sol yeder man nach stellen. | aber schoͤn pey uͤber wellen | daz ist niem nutzleich.
Zu
überweren
: sy [Brigida] pat Got von allem synne | daz er etleich chranckchait | mit ungestalt an sie lait; | damit si wolt uberweren wer ïr zü weibe wolde gern.
Zu
überwüten
: Wirt si [weib] geert, | so kan sie niemt mit hoffart überwüten.
Zu
überzehenten
: Zu
überzeigen
: und er hat gein minnen haz, | swa lieb bi lust sich überzeigen will.
Zu
überzicken
: seind si [natur] nie hat uber czikchet | gotes willen und sein gepot.
Zu
überzweigen
: wegen eines [...] wingartens [...] den Heini Rantz überzwigen und uberboͤuwmen wollte.
3.
über-
[+ Adj. / Adv.]: semantisiert adjektivisch, (seltener:) adverbial gefasste Inhalte (Präfixbildung mit adj. / adv. Basis, vereinzelt als Teil einer Zusammenrückung) je nach Bedeutung von über
(meist Präp.).Wortbildungen
(in Auswahl): überblüpfling
überplatschen
(o.ä.) und überplözlich
(s. und ) ›plötzlich niederplatschend‹ (vom Regen gesagt); zu (Präp.) 10.überbündig
überfirn
firn
(s. ; Dwb, Neub.
).9, 532
übergemütlich
überheblich
superficialis
, ohne überzeugende Möglichkeit der motivationellen Herleitung von heben
bzw. überheben
her); vgl. (Präp.) 1; 2; 3.überhoch
˹, ˺ 1 ›über ein Jahr alt‹ (z. B. von Kälbern gesagt); 2 ›relativ zur normalen Haltbarkeit nicht mehr voll brauchbar, abgestanden‹ (z. B. von Schmer); 3 ›nicht heilen wollend‹ (von einer Wunde, auch von einer verwundeten Person); vgl. (Präp.) 5; 6, 1.
überjärig
überjärisch
überjart
überjaren
voraus; vgl. aber ). – Bdv.: .überkalt
dür
, Adj., 1, feucht, heis
2); zu (Präp.) 10, (Adj.) 2.überkästiglich
überliecht
übermeslich
übermessen
weisheit
) verfügend‹; zu (Präp.) 10, 1
1 (part. Adj.).übersönlich
niedersten orden[s] in der obersten ierarchia des muͤtes
); zu (Präp.) 10, (dies Ableitung von ). – Bdv.: , (Adj.), .übertief
natürlicher dinge merkigen menschen
); zu (Präp.) 10, vgl. 7; 10.überüppig
überweis
sele
gesagt); zu (Präp.) 10.Belegblock:
Belege zu
über-
[+ Adj.] in der Reihenfolge der Nennungen: Zu
überallerbest
: O trinitas, dreyhait, vber wesenleich vnd vber got, vber allerpester ansecher kristenleicher got weißhait, schick vnd belait vns jn den v́ber vnbekantleichen, vͤberleuͤchtenden, vͤberguͤtten, aller aͤrtleichisten vnd allerhoͤchsten spicz vnd gipel, da [...].
Zu
überalt
: want wie mynt, mois commer liden! | men vint doch over alde man | den man billich gudes gan.
Nicht werde gesellet, | [...] | Wer vbiralt adir jüng kynt.
Bremer, Voc. opt.
4055
; Voc. Teut.-Lat.
hh vv
.Zu
überangenem
: wann wir aber an nachteil unsers heils andern helfen, so tun wir got ein uberangenem werk.
Zu
überarm
: Der ist arm und uberarm, dem meer gefallen die erwelten ding von im selbst dann die gebotten von got.
Zu
überbekentlich
: Zu
überblind
: Zu
überblüpfling
: Zu
überböse
: dass er gatt zuͦ andern weyben, | das ist uͤber boͤß ze schreyben.
Zu
überbötig
: waz Nicolaus Hondorff an den stugken, dy zcu hergewete gehorin, hinder sich gelaßin hat, der sint sy yme obirbotigk zcu volgen laßin.
Zu
überbündig
: Zu
übereigenlich
: Zu
übereinfältig
: als vl als der begriflicheiten des vbersvnlichen glanzes, vbereinvaltiges im wesenne vnd menigvaltiges an der wurkuͥnge sint, als vil sint der tronen des gemvͤtes.
Zu
übereitellich
: dankes vorborgen si mir di vorlonisse ires strickes, oberiteliche vorschulden si mine sele.
Zu
übererenreich
: gebenediit bis du, herre, in deme heiligin tempil dinir ere und ubirlobelich und ubirerenrich
[
wunnsamMentel
1466: ; Var. 1475
úberhochgeehret2
–1518: ;
hochehrsamDietenberger
1534: ]
eweclich.Zu
überfältig
: Zu
überfast
: Zu
überfinster
: also fuͤrtz in under die erden | in ain uber vinster loch.
Zu
überfirn
: kostliche wein, aber uberfirm.
Zu
überfündig
: Zu
übergebenedeit
: Zu
übergedenklich
: Zu
übergeitig
: ich was ein übergitig man: | umb guot do was mir niemals zlieb.
Zu
übergemütlich
: die aber jn der dritten weise, das ist v́ber gemuͦtleich gevͤbt seyen, die sind jecz mit dem hochsten priester eingangen jn die haͤiligen der hailigen.
Ebd. B
612
: jn soͤllichem vͤbergemuͤtleichen auß gangk vnd gaistleicher erschmilczung ist nichcz zuͦ zeaigen der natur vnd wenig ist zegeben vernuͤfftigem fleis, aber vil ist zegeben der salbung.
Zu
übergerne
: Zu
übergierig
: Etleich sind so vͤbergierig vnd sint pesunderleich sich muͤent vntuͤgentleichen zu gotleichen offenparung vnd zaichen, das da ist ain mass versüchung gots.
Zu
übergnädig
: wie die zarte junckfraw sey unansehlichs weszens und stands gar unvorsehens zu disser ehre kummenn, das sie got hat szo ubergnedig angesehen, und darumb rumet sie sich nit yhrer wirdickeit, noch yhrer unwirdickeit, sondernn alleyn des gotlichen ansehens, wilchs alszo ubergutig unnd ubergnedig ist, das er auch eyn solche gerynge magt hat ansehenn, unnd szo herlich unnd erlich ansehen wolt.
Zu
übergütig
: Zu
überhärte
: Daz tugenthafte wibesnam | Und ir uberhertez leben, | Dem sie da vor was ergeben, | Und nu ir himlischer trost | Was.
[Davon] ist es gar uͤberhert vnd swaͤr, daz man erchenne, welich ruͤrung sein von dem geist.
Zu
überhäufig
: Füllet darnach das ganze vaß mit unvorfauletem, neuem pferdemist, das es ein wenig uberheufig ist.
Zu
überheilig
: dis is daz gesetcze des husis zu obirst uf dem berge. alle syne ende alumme synt obirheilig
[
(die) heiligkeit der heiligenMentel
1466: ; nd. Bibel um 1478:
dat hilige der hiligen;
allerheyligestWormser Proph.
1527 / Dietenberger
1534: ;
das AllerheiligestFroschauer
1531 / Eck
1537 / Luther
1545: ].
Zu
überheis
: daz prinnet ewig umber mere | und ist als über haisse, | [...].
Zu
überhelle
: luchticlichen git er [mund] glitzen | Recht sam ein uber heller blitzen.
Zu
überhoch
: die clorheit sins anblickes múgest schoͧwen [...], do do ouch wurt erschinen die úberhöchst selde vnd selikeit.
Uberhoher od’ grosser. eximius. i. egregius.
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 151
.Zu
überirdisch
: was sah’ ich nuhr? uͤberirdische geschoͤpfe / ahrtige jungfrauen / lauter Orfeen.
Zu
überjärig / überjärisch
1: Vyhoff: 2 schok rynthvy minus 9, 18 obiryerische kelber, 16 jeerliche kelber.
Vorarlb. Wb.
2, 1409
.Zu
überjärig / überjärisch
2: 8 tonnen horis, item pfunff steyne aldes obirierisches smeres, item acht und pfunffczik steyne unslyt.
Vorarlb. Wb.
2, 1409
.Zu
überjärig / überjärisch
3: Zu
überjart
: Was aber alt vnd vberiaret
[
eraltentMentel
1466: ; Var. 1475
anfacht alt werden2
–1518: ]
ist / das ist nahe bey seinem ende.Zu
überkalt
: ab dürre, fücht adr überkalt | adr hitze hab das tir ersnalt, | das sich sin leben nèigen wil.
Zu
überkästiglich
: wann sew langew zeit, als sy waͤnent, rainichleich vnd gar uͤberchestichleich habent gelebt, so zimpt sew, das die truͤbsal der anweygung pilleich auffhoͤren sullen von in.
Zu
überköstlich
: Do ist ein überköstlich schön gestul jn der abtey.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
9, 26
.Zu
überliecht
: Zu
übermeslich
: Ich wils nicht rechnen, messen, [...], dan es ist ubermeselich undt der vernunfft unbegreifflich.
Zu
übermessen
: In dyr [Colne] synt seer vyll erfaren | Man, ouch froemen ingesessen | Ind wyssheyt grois oeuermessen.
Zu
übermüde
: Zu
übernwegen
: Zu
überrau
: do sein wild leut, die chain wanung haben pei andern menschen und sie sein über rauch an leyb.
Zu
überrük
: Er fiel vbr ruͤck zum See hinein / | Wie ein gefangen Meuselein.
Zu
überscharf
: Zu
überschmak
: Zu
überschwinde
: Dornoch besaz der groze chaam di obirswende groze provincien Mangi.
Zu
überseit
: Ein wenig tretten vberseit / | Wollen sie [die Alten] hoͤren ander zeit.
Zu
übersönlich
: als vil als der begriflicheiten des vbersvnlichen glanzes, vbereinvaltiges im wesenne vnd menigvaltiges an der wurkuͥnge sint, als vil sint der tronen des gemvͤtes.
Zu
übersündet
: Die unngedaufften narren, | mit sunden ubersundet, | die glich ich zu den pfarren.
Zu
übertief
: Die andern sint gwesen lauter merkig vnd chuͤnstig naturleicher ding, die [...] sint vergangen vnnuͤtzleich in iren vͤbertewffen [profundissimis] gedenkchung vnd trachtung.
Zu
übertrübt
: Zu
überüppig
: vnd etlich die irten sy erten die stummen slangen und die vber vppigen
[Var. 1475
eytele1
: ; 1475
vnnútzen2
–1518: ;
verechtlicheLuther
1545, Weish. 11, 16: ]
tier.Zu
überweidig
: Welcher ouch zweijärig stier hat, [...], oder presthaftig vech, [...], das vberweidigs vech wäri, das alles ghoͤrt ab der Almend.
Zu
überweis
: des [keuschen menschen] sele ist ubir wiss gestalt | unnd macht des liebes geluste kalt.
Zu
überwert
: umb uberwert soll man nit rechten.
Zu
überzart
: se [wyf] ist senfte, gestete und overzaert, | myn hertz, myn zynn hait ze so hart | zuͦ steten dienst an ir gedruͦngen.
Zu
überzeitig
: er [ritter, helt, rekche] schutat lauͦt in daz grab | hauffen weiz, recht als dw piren | von dem pawm her nider riern, | wann er [weiz] uͤber zeitig ist.