tutte,
titte,
die
,
vereinzelt
der
;
(zu
die
),
-n
(zu
der
)
/-en
;
oft Diminutiv
1
tütlein,
2
tüttel
; auch mit Uml.; häufig mit
d
-Anlaut (
dut,
dütlein
);
zu
mhd.
tutte
›Brustwarze, weibliche Brust‹
(
Lexer
2, 1591
).
›weibliche Brustwarze; Brust‹; meist im Kontext des Stillens von Säuglingen; vereinzelt auch: ›männliche Brust‹; bei Tieren: ›Zitze, Euter‹.
Phraseme:
nicht von der tutte bleiben mögen
›nicht vom Futternapf lassen können‹.
Bedeutungsverwandte:
1
brust
 1,
busen
 1,
euter
,
mamme
 1,
milchwämpel
,
warze
,
zitze
; vgl.
puppe
 3.
Syntagmen:
die t. lassen, aus dem maul lassen, (jm.) die t. abschneiden / geben, die tutten schwingen, kürzer machen, ein delphin / ros tutten haben, jm. die t. zu mund bieten
;
die tutten
(Subj.)
hängen
;
säuglinge an den tutten lüllen, in der t. milch sein, das kind an der t. saugen / ziehen
;
die grosse / lange / linke / rechte t., zwei tutten
;
die narung der t
.;
die warze an der t., die göttin / hexe mit den vielen tutten
.
Wortbildungen:
tuttenbirne
eine Birnensorte,
tuttenförmig
(a. 1616),
tuttenwarze
.

Belegblock:

Schöpper
114a
(
Dortm.
1550
):
Vbera Bruͤste duͤtten uͤter.
Luther, WA
10, 3, 7, 4
(
1522
):
Lieber bruͦder, hastu genug gesogen, schneyd jo nit also bald den dutten ab, sonder laß dein bruͦder auch saugen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 135, 9
(
Frankf.
1563
):
Der hauptmann hört an dieses worten, daß er der scharpffen krieger, die über zwen tag nit mögen von der tutten bleyben, einer wer.
Fastnachtsp.
738, 31
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Schlag auf und laß tanzen und springen, | So will ich [Vettel] zwen lang tutten her schwingen.
Sachs
16, 114, 16
(
Nürnb.
1559
):
Was steht denn da die alte Gred, | Geyt irn sön ein düttlein zu saugen?
Cirurgia H. Brunschwig
17ra, 14
(
Straßb.
[
1497
]):
Würt er aber gestochen [...] by dem linken düttē oder dar zwischē [...]. das ist ein grosse wūd.
Brack
a 5v
(
Basel
1483
):
Papille sunt capita mammarum que sugentes comprehendunt. dúttwertzlin.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 65, 31
(
schwäb.
,
1471
):
Dem [kind] dein [Maria] hannd zu maniger frist | Durch sein genist | Dein tüttlin bott ze mund!
Chron. Augsb.
5, 133, 18
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
am bauch da hett es [roß] zwai kleine dittlin, und wan es stallen wolt, so gieng ain kurtz zegelin zwischen den zwaien düttlin heraus.
Henisch
780
(
Augsb.
1616
):
Die dutten oder wartzen an den eutteren [...]. Duttenbirn / ein art von byren / die auff einer seiten gekloben / wie eines weibs brust.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
25, 19
(
oobd.
,
1349
/
50
):
dû scholt auch wizzen, daz der [...] tier milchwäppel aigenleichen äuter haizent, aber an der frawen haizent si prüstel oder tütel.
Eis, Gesundheitsl.
108, 28
(
oobd.
,
1520
/
30
):
der dütten, darynnen noch milch ist, narung ist gröber.
Turmair
4, 151, 12
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Stiften in diser stat obgenante Mäzen ein grossen köstlichen dom [...] der [...] künigin und göttin mit den vil dutten.
Schmitt, Ordo rerum
342, 3
;
Fastnachtsp.
399, 14
;
Sachs
7, 457, 27
;
20, 153, 9
;
Österley, Steinhöwels Äsop
348, 23
;
Pfeiffer, a. a. O.
240, 14
;
Turmair
4, 150, 23
;
Voc. rerum
11r
;
Dasypodius
310r
;
Maaler
93v
;
412r
;
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
127
;
Schweiz. Id.
13, 2088
 f.;
Schwäb. Wb.
2, 519
f.
Vgl. ferner s. v.
amazone
,
ansetzen
 3.