trisenet,
der / das
;tresenei,
die
;-Ø/-n
;tresie,
Genus?
–/-n
;zu
mhd.
trisanet
(und Varianten) ›mit Zucker gemischtes Gewürzpulver‹
(Lexer
); starke Formenvielfalt bei etymologischer Undurchsichtigkeit; vielleicht aus 2, 1516
prov.
trisar
›zerstampfen‹
oder über mnl.
dragie, tregie, tresie
aus afrz.
dragie
, mlat.
tragemala
›Zuckerwerk‹
(Rosenqvist, Frz. Einfluß.
).1932, 240
›gesüßtes Gewürzpulver; pulverförmiges Zuckerwerk, Naschwerk‹; als Süßstoff und als Arzneimittel verwendet.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): bolus
, confect
, latwerge
, loröl
1, marzipan
2, sirup
, spezerei
, wurmsame
, zucker
, zuckererbse
, zuckerkandis
; vgl. genäsch
, geschlecke
, julep
, kandis
, lekwar
.Syntagmen:
ein t. einnemen / fressen, jm. ein t. eingeben / ordnen
; t
. (Subj.) zu etw. frümlich sein
; genug reicher t. haben
; jm. mit t. gären helfen, etw. mit t. gestept sein, mit / von etw. ein t. machen
; eine büchse roter t., ein schlaftrunk anderer t
.; x büchsen zu t
.Wortbildungen:
trisenapf
trisenet
-Schale, -Gefäß‹.Belegblock:
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 250, 1
(rib.
, 2. H. 15. Jh.
): enen groten trisinap end enen lepel. Item noch enen trisinap.
Lichtenstein, Lindener. Katzip.
63, 7
(o. O. 1558
): ruͦhet einer trefflich sanfft darauff [torgisch bier und rostige häring], als wann man ein marcipan, drißnet, loröhl oder wurmbsaamen eynneme.
Pyritz, Minneburg
365
(nobd.
, Hs. um 1400
): ja, nuͦ han ich goldes gnug, | Pferd und richer dresenye, | Lattwerigen stark uz ertznye.
Fischer, Folz. Reimp.
41, 108
(Bamb.
1485
): So lachsvorhen und stokfischswencz | [...] | Oder gut schniten rein gepet, | Gestept mit einem drisenet, | Die gar mit einem süssen wein | Vor fier mol übergossen sein.
Ebd.
43, 149
(Nürnb.
um 1491
): Das er fur ids hab sein erczney | Und als, das darzu frümlich sey, | Es sey confect, latwerg, trisnet.
Loose, Tuchers Haushaltb.
138, 26
f. (nürnb.
, 1516
): adi 5 dito fur 3 plechen püchßen czu czucker und drisenet.
Sudhoff, Paracelsus
9, 325, 1
(1531
/5
): die leut gesunt werden aus natürlichen kreften und trinken kein syrupen, schlucken kein bolum, fressen kein trisenet.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
116, 28
(halem.
, 1479
): ein lott zucker erbs und traͤysien [...] ein lott zuckergandy.
Barack, Zim. Chron.
4, 245, 41
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): [der keller] satzt darauf ain schlafftrunk frisch, | Confect und ander tresanei.
Schweiz. Id.
14, 1297
f.; Schwäb. Wb.
2, 390
; Öst. Wb.
3, 1339
; Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1932, 240
; 1943, 584
ff.