trinken,
V., unr. abl.;
gelegentlich flektierte Formen auf -ende
(vgl. Frnhd. Gr. § S
); häufig konkurrierende, in semantischer Hinsicht kaum zu unterscheidende Varianten diverser Wortbildungen (z. B. 177
trinkgeld, trankgeld
), die auf unterschiedliche Ablautstufen des Verbs (trink-, trank-, trunk-
) bzw. auf ihrerseits konkurrierende Grundwörter zurückgehen (vgl. z. B. trank
, trunk
), s. jeweils auch am entsprechenden Ort.1.
›(etw.) trinken, den Durst stillen (von Menschen, selten von Tieren gesagt)‹; auf Pflanzen bezogen auch: ›Flüssigkeit (auf)saugen‹.Phraseme:
essen und trinken
›sein Dasein fristen; gut leben‹; sein gut essen und trinken
›über sein Eigentum verfügen‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. austrinken
gebüssen
getrinken
laffen
2
lappen
Syntagmen:
j. trinken, j. aus dem stutzen, aus der flasche, aus dem fas / glas, aus der brüste teich, mit begirde / ungemach, vom wasser t
.; j. bescheidenlich / viel / wenig / ziemlich t
.; j. (sich) den abendtrank / kofent / malvasier / trank / wein, die brühe / milch t
., der baum, das vieh die feuchte, das wasser t
.; j. e. S
. (Gen.obj., z. B. des brunnens / menschenblutes / wassers
) t
.Wortbildungen:
trinkbier
trinkbrunnen
trinkfas
trinkgefäs
trinkglas
trinkhorn
trinkig
trinkic
; dazu phras.: trinkig gut
›Trinkware, Getränke‹; 14. Jh.), trinkkessel
trinkkopf
trinkkrug
trinkmet
trinknapf
trinkpüterich
trinkschale
Belegblock:
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
163, 16
(preuß.
, 1391
): 25 trynckschalen.
Ders., Gr. Ämterb.
13, 3
(preuß.
, 1407
): eyn gros trinkhorn czur voythie.
Ebd.
94, 39
(1440
): Im methekeller: [...] 1 vas trinckemete.
Ebd.
692, 20
(1413
): 6 trinkeneppe.
Luther, WA
19, 607, 14
(1526
): Denn sie leren und hoͤren solche fluͤche mit lust [...], gleich wie ein duͤrstiger mit grosser begirde trincket.
Ebd.
28, 519, 16
(1529
): Du bist in guter ruge mit deinem Weibe und kindern und trinckest deinen kofend
[›dünnes Bier‹]
sicherer denn er seinen Malvasier trincket. Quint, Eckharts Trakt.
228, 6
(E. 13.
/A. 14. Jh.
): sol ich trinken, sô muoz daz trank ze dem êrsten über die zungen gân.
Karnein, Salm. u. Morolf
432, 4
(srhfrk.
, Hs. um 1470
): da Salmon der kunig da getrang, | er gap ir gezogenclich | daz trinckvas wider in die hant.
Froning, Alsf. Passionssp.
6264
(ohess.
, 1501ff.
): Hore: en dorstet! dringk, Jhesus, den drang!
Ralegh. America
13, 22
(Frankf.
1599
): Sie gaben mir zur Antwort / daß sie gewohnt weren vmb den Mittag jre Kruͤge vnd Flaͤschen zu fuͤllen [...] denn zuuor oder darnach darvon
[von dem
roten oder braunen Wasser]
zu trincken / gar gefehrlich were. v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
32, 15
(omd.
, 1487
): Hastú aber ein bose weÿpp. [...] mitt vngemach mústu essen vnnd trincken.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
17, 10
(osächs.
, 2. H. 14. Jh.
): Sy [dy Tartirn] essin allirleyge vleysch unde trinkin mylch von dem vie.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
32, 8
(osächs.
, 1570
/7
): trinkbier soll man frisch zufüllen.
Opitz. Poeterey
35, 19
(Breslau
1624
): Die Erde trinckt fuͤr sich / die Baͤwme trincken erden.
Vetter, Pred. Taulers
17, 7
(els.
, E. 14. Jh.
): mich túrstet, ich trincke.
Ebd.
56, 16
: rehte also [der lichname nússet die lipliche spise] enphohet hie der geist die edel goͤtteliche spise in disem trinckende.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
6, 115, 9
(Straßb.
1466
): Zuͦ koͤrweln und zuͦ andern trinckkoͤpffen
[
zu gülden BechernLuther
1545, 1. Chron. 29, 17: ]
aus gar reinem gold. Henisch
227
(Augsb.
1616
): ein kaͤstlin darinn man die becher oder trinckglaͤser auffhebt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
376, 26
(oobd.
, 1349
/50
): der paum trinket gar vil fäuhten in sich in dem lenzen.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
44, 15
(oobd.
, 1. V. 15. Jh.
): Welch mensch in amacht felt, der trinck das wasser.
Munz, Füetrer. Persibein
387, 4
(moobd.
, 1478
/84
): er ass vnnd trannck, da was gar voller rat.
Moscouia
B 3v, 33
(Wien
1557
): vnnd aus desselben Hiernschallen ein Tringkhgefaͤß gemacht.
Zingerle, Inventare
91b, 4
(tir.
, 1462
): Item ain pehemischen trinckhkrueg.
Ebd.
150a, 4
: in einn trinckpüterich halb mit züntpuluer.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
19, 29
(tir.
, 1464
): Der reich man der as vnd trankh vnd lebet scheinperlichen oder köstleichen alle tag.
Jahr, H. v. Mügeln
173
; Keil, Peter v. Ulm
248
; Menge, Laufenb. Reg.
2813
; Schmidt, Rud. v. Biberach
112, 6
; hail. altvaͤter
74r, 16
; Guth, Gr. Alex.
3520
; Bauer, Geiler. Pred.
104, 1
; Dwb
11, 1, 2, 610
; Mylius
F 7v
; F 8r
; Pfälz. Wb.
2, 523
; Schweiz. Id.
14, 1160
; Öst. Wb.
3, 1174
.‒
Vgl. ferner s. v. abbrechen
11, abbruch
4, abendessen
(das
) 1, abendtrank
, abkränken
, abstossen
9, aller
2, 1
angster
1, ascherbrot
, atzung
1.2.
›etw. (eine Flüssigkeit in abgewogener Menge, einen Stoff in einer Flüssigkeit, in flüssiger Form) einnehmen, herunterschlucken‹ (z. B. auf Heilmittel, Mixturen, Gifte bezogen); ›etw. mit einer Flüssigkeit (z. B. mit Wasser) nachspülen‹; auch: ›etw. inhalieren‹; anschließbar an 1.Teils Fachtexte.
Phraseme:
die ablutio trinken
›den Mund symbolisch mit konsekriertem (mit Wasser vermischtem) Wein reinigen‹ (vgl. ablution
2).Bedeutungsverwandte:
vgl. eintrinken
herausnupfen
schlucken
verschlucken
Syntagmen:
auf / nach etw. t
. ›mit Wasser nachspülen‹, von bolo armeno
›Heilerde‹, von camillenblumen t
.; ein pulfer, tabak / wein / geismilch, etw. tödliches
[wie, z. B. nüchtern
] t
., etw
. [wann, z. B. morgens / abends
] t
., etw. durch ein ror, in getränken, in einem ei t
., jm. etw
. (z. B. mogra
) zu t. geben
; etw
. (z. B. ein trunk von birkensaft
) getrunken
(›wenn es eingenommen wird‹) einen faulen mund, wunden heilen
.Belegblock:
J. W. von Cube. Hortus
84, 57
(Mainz
1485
): welches mensche ynnerlich zuͦ schwöllen were oder lebber suchtig das drincke von camillen blomen eß geneset anzwyfell.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
92, 19
f. (Frankf.
1535
): Were es sach das eim getoͤdt quecksilber inn leib kaͤme / der trinck geyßmilch daruff [...] oder der selbig trinck wein / der mit senffkraut[...] gesotten sei.
Ebd.
162, 20
: Mann gibt jn [Mogra] zutrincken den lebersüchtigen vnd in eim ey zu dem bluͦt speien.
Ralegh. America
22, 5
(Frankf.
1599
): Diese stossen die Beyn jhrer Herren / Frawen vnd Verwandten zu Puluer / vnd trinckens in allen jren Getraͤncken.
Keil, Peter v. Ulm
237
(nobd.
, 1453
/4
): Das
[Arznei gegen Harnstein]
trinck obentz vnd morgens durch ein ror. Reichert, Gesamtausl. Messe
12, 2
(Nürnb.
um 1480
): ein priester, der mer messe haben wil an eynem tag dann eine [...] toerft keine mer lesen, wenn er dy ablutio truencke.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
236
(Nürnb.
1517
): Ob sie auch was tödlichs trinken werden, so wirdet es inen doch nit schaden.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
209r, 25
(Hs. ˹nalem.
, um 1400
˺): mach ain puluer dar vss [des fuhsses hoden] vnd trink das als / vil das es helf.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
93, 1572
; Quint, Eckharts Pred.
2, 33, 1
; Belkin u. a., a. a. O.
104, 1
; 6; 204, 8
; Dwb
11, 1, 1, 2
; Schweiz. Id.
12, 43
; 14, 1160
.3.
›alkoholische Getränke genießen; saufen, sich betrinken; sich berauschen‹; offen zu 4; bei Betonung des durativen Aspekts auch: ›der Trunksucht verfallen sein‹.Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
jm. über tischs trinken
›beim Essen (Wein) zutrinken‹; zu abend trinken
›den Tag bei einem alkoholischen Getränk in Gesellschaft ausklingen lassen‹; jn. bas trinken lassen
›jm. den guten Wein gönnen, vorsetzen‹.Bedeutungsverwandte:
saufen
absaufen
ansaufen
aufzechen
bebieren
berchten
betrinken
2
beweinen
golpen
laffen
ludern
volsaufen
voltrinken
zechen
Syntagmen:
j. t
. (z. B. wie eine ku, mit jm., aus der flasche
); j. bas
›besser, mehr als üblich‹ / (zu) fast
›zu schnell‹ / genug / überflüssig / unbescheidenlich / (zu) vil t
.; (sich) trunken, vol und tol, zu tode t
.; j. wein
(Akk.obj.) t
.; j. biers / weins
(Gen.obj.) t
.; jm
. (z. B. einem kaufman
) über seinen willen
›mehr als vereinbart‹ t
.Wortbildungen:
trinkhaus
trinkisch
trinksüchtiger
hopfenbruder
säufer
Belegblock:
Schöpper
24b
(Dortm.
1550
): suͤffer hopffenbruder trincksuͤchtiger [...].
Luther, WA
22, 118, 12
(1544
): Jr trincket und werdet doch nicht truncken.
Ders., WA Bibel
7, 25, 9
(1522
/46
): Darumb sihe dich fur, das du nicht wein trinckest, wenn du noch ein Seugling bist.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
46, 2
(Frankf./O.
1557
): Wenn man sich denn gleich inn der wochen ein mal / [...] / truncken truͤncke?
Schnelbögl, Salb. Karls IV.
335, 20
(nobd.
, 1366
/8
): Mir haben eitz nit so drenckischs folck, [...]. Min broder drinckt oft im kauf wein, mir auch oft uber dischs.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
154
(Nürnb.
1517
): ir allerliebsten, trinkt euch genungk und werdet trunken.
Sachs
19, 392, 18
(Nürnb.
, 1567
): Besser ist ins klaghaus zu gahn | Denn ins trinckhauß
(auch zu 4 stellbar, vgl.
trinkstube 1).
Kurz, Murner. Luth. Narr
4589
(Straßb.
1522
): Gar bald sie sich dar schicken kunten, | Vnd des guͦten weinlins trincken, | Das sie singen, wie die fincken.
Müller, Lands. St. Gallen
75, 20
(halem.
, 1543
): Wellicher aber drungkh, das er [...] wider von im geben muest, der soll [...] umb ain pfund pfening gestraft werden.
Lemmer, Brant. Narrensch.
63, 86
(Basel
1494
): Die dryncken nit den schlaͤhten wyn | Es muͦß Reynfal / Elsasser syn.
Sappler, H. Kaufringer
32, 77
(schwäb.
, Hs. 1472
): nun raicht her den edeln saft, | ich main des guoten weines kraft, | und laßt den gast trinken baß!
Klein, Oswald
84, 9
(oobd.
, 1415
?): Heb auff und lass uns trincken, | das wir also nicht schaiden | von disem güten wein.
Dirr, Münchner Stadtr.
443, 23
(moobd.
, um 1365
): swelich verg
[›Knecht‹]
einem chaufman aus seinem vazz uͤber seinen willen trinchet, der geit dem richter darumb 60 dn. Schönbach, Adt. Pred.
7, 12
; Turmair
1, 327, 31
; Bauer, Geiler. Pred.
104, 4
; Anderson u. a., Flugschrr.
12, 3, 30
; Klein, a. a. O.
67, 65
; 72, 21
; Schweiz. Id.
14, 1160
; 1162
f.; 1166
; 1183
; Schwäb. Wb.
2, 386
.‒
Vgl. ferner s. v. abwenke
, aber|ziel
2, anstechen
1, austrinken
1.4.
›in einer Gemeinschaft (in der Trinkstube, beim Gastmahl, bei festlichen Anlässen, Initiationsriten) trinken‹ (auf den sozialen, gemeinschaftsstiftenden Aspekt des Trinkens bezogen); ütr.: ›zusammensitzen, Gemeinschaft pflegen‹; auch: ›feiern‹; vgl.
trinkstube
1; 2.Zur Sache:
Hrg
ff.5, 361
Bedeutungsverwandte:
vgl. ausludern
zutrinken
Wortbildungen:
trinkleute
trinkmeister
Belegblock:
Quint, Eckharts Pred.
1, 90, 5
(E. 13.
/A. 14. Jh.
): daz sult ir niht verstân vür die ûzwendige werlt, als er
[Christus]
mit uns az und trank: ir sult ez verstân vür die inner werlt. Froning, Alsf. Passionssp.
910
(ohess.
, 1501ff.
): es sail uns allen wol behagen, | das mer mit der drincken und essen | und alle unsers leydes vorgessen!
Reichmann, Dietrich. Schrr.
140, 29
(Nürnb.
1548
): Daher ist es ye vnnd ye / [...] gewest / das man auff hoͤchzeyten [...] baß gessen vnd truncken / gedantzet / vnd sonst ehrliche ergetzung gesucht hat.
Wyss, Luz. Ostersp.
4265
(Luzern
1571
): Mathusalem, komm vnd trinck mitt mir, | Wann ich zuͦ reden han mitt dir.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 266, 48
(schwäb.
, um 1535
): Graff Ludwig der elter, der mit vnser heiligen muͦter sanct Birgitta zuͦ Rom gessen vnd trucken hat, vnd mit ir daselbs geredt vnd gewandelt.
Chron. Augsb.
7, 179, 22
(schwäb.
, zu 1549
): wann sie stuͤbenrechnung halten und trinckmaister wehlen, so sollen sie das vor ainem rat anzaigen.
Winter, Nöst. Weist.
1, 122, 32
(moobd.
, 16. Jh.
): wan es sich begäb das die drinkleut bei ainem wiert unains wurden [...], so solt der wiert denselbigen ain fridt pieten.
Luther, WA
33, 246, 10
; Henschel u. a., Heidin
707
; Welti, Stadtr. Bern
81, 24
; Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 4, 4
; Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
147, 31
; Schweiz. Id.
14, 1164
.‒
Vgl. ferner s. v. accusieren
.5.
›teilhaben an etw., sich etw. einverleiben‹; Ütr. von 1.Texte der Sinnwelt ,Religion‘ mit Bezug auf den Opfertod Christi und die Einsetzung des Altarsakramentes.
Phraseme:
den kelch trinken
›etw. geschehen lassen, erleiden‹; den kelch Christi trinken
›Christus nachfolgen‹; das blut Christi trinken
›an Christi Heilshandeln teilhaben‹; den tod in sich trinken
›sterben‹.Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
vgl. genossen
inconformieren
participieren
teilen
teilhaben
Syntagmen:
aus dem jungbrunnen / kelch, von dem wasser t
.; unwirdiglich t
.; Christum, den kelch, die heiligkeit, das urteil, das blut Christi, gnade / tugend / verdamnis / volkommenheit (in sich) t
.; des brunnens t
.Belegblock:
Luther, WA
35, 436, 2
(1524
): Das wyr nymmer des vergessen | gab er uns seyn leyb zu essen | [...] | und zu trincken seyn blut ym weyn.
Jostes, Eckhart
104, 17
(14. Jh.
): Da solt du in dich drincken gnade und alle tugend und alle vollechomenheit.
Gropper. Gegenw.
3v, 23
(Köln
1556
): er nam den Kelch / vnd dancket / vnd gab jnen / vnd sprach: Trincket alle darusz / Das ist mein Bluͤt.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
9, 21
(Hs. ˹omd.
, 1465
˺): Was weiß davon ein tummer man, der aus disem jungbrunnen nie hat getrunken?
Schönbach, Adt. Pred.
5, 21
(osächs.
, 1. H. 14. Jh.
): die unsers herren gotis lichnam und sin blût unwerticlichen ezzen und trinken, sie ezzen und trinken in sich die ewigen vertamnusse.
Rupprich, Dürer
1, 171, 113
(nobd.
, 1521
): so du auß dem kelch trinckest, denn er
[Christus]
getruncken hat, so wirstu mit ihm regiren und richten mit gerechtigkeit. zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
193
(Nürnb.
1517
): Wiltu, das ich den kelch trink, so gescheh es also!
(vgl. Lk. 22, 42).
Pfefferl, Weigel. Ges.
44, 22
; Quint, Eckharts Trakt.
42, 5
; Rieder, St. Georg. Pred.
330, 30
; Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 429, 12
; Buijssen, Dur. Rat.
29, 9
; Weber, Füetrer. Poyt.
195, 7
; Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
27, 5
; Schweiz. Id.
14, 1161
.6.
in Phrasemen mit Bezugsgrößenverschiebung in der allgemeinen Bedeutung ›etw. besiegeln, erinnern, vergegenwärtigen‹ belegt.Phraseme:
einen kauf / leikauf / weinkauf trinken
; im kauf trinken
›einen Vertrag abschließen und (durch gemeinsames Vertrinken einer ausgehandelten Summe) besiegeln‹; des bannes trinken
›ein Zwangsrecht besiegeln‹ (vgl. 2
ban
10); den frieden trinken
›Frieden schließen‹; letze trinken
›den Abschiedstrunk nehmen‹ (vgl. 1
letze
3); johannisminne trinken
›js. Gedächtnis begehen‹ (vgl. johannisminne
).Belegblock:
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
20, 9
(Hs. ˹omd.
, 1465
˺): wisse, das als balde ein mensche geboren wirt, so hat es den leikauf getrunken, das es sterben sol.
Schnelbögl, Salb. Karls IV.
335, 20
(nobd.
, 1366
/8
): Min broder drinckt oft im kauf wein.
Lemmer, Brant. Narrensch.
85, 18
(Basel
1494
): Der wynkouff ist gedruncken schon | Wir moͤgen nit dem kouff abston.
Sappler, H. Kaufringer
8, 232
(schwäb.
, Hs. 1464
): se nim hin [den claren wein] und trink von mir | sant Johannes minn alhie.
Klein, Oswald
67, 48
(oobd.
, 1422
/4
): Ypold, Euseb, Maria zart, | die trunken ainen Bernhart
(ironisierend verkürzt für: ›die feierten das Gedächtnis des hl. Bernhard‹).
Schweiz. Id.
14, 1161
; 1164
.‒
Vgl. ferner s. v. 2
ban
10.