streu
(meist),
strau,
die
, auch das
.1.
›aus ausgedroschenen Getreidehalmen (Stroh), vereinzelt auch aus Moos, Strauch- und Astwerk bestehendes Streumaterial für unterschiedliche Zwecke‹ (darunter als Viehstreu, wohl auch als Viehfutter, ferner als Bettunterlage, auch als Sattelfutter; dazu metonymisch: ›Sattel‹); mehrfach fungiert streu
als Abgabe an jeweils Berechtigte; vgl.
streuen
1.Phraseme:
heu und streu
wohl im Sinne einer polaren Paarformel zu verstehen, was auf einen Gegensatz von heu
und streu
deuten würde; möglich ist aber auch partielle Synonymie beider Ausdrücke; nicht aus der streu kommen / mögen
›nicht aus den Federn kommen / wollen‹; über die streu kommen
›die mit Stroh bedeckte Turnierbahn betreten‹ (von Pferden).Bedeutungsverwandte:
auflegung
bastsattel
reitzeug
sattel
Syntagmen:
das s. zünden, s. auf jn. werfen, den pferden s. geben, dem ochsen s. bringen
; die s
. (Subj.) jm
. (z. B. dem herren / pfleger
) zugehören
; fichten zur s. abschlagen
; die neue s
.Belegblock:
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 107, 28
(Köln
1619
): Bring du dem Oechßlein sHew, vnd strew | Vnd er dem Eselein sFuͦtter.
Koeniger, Sendgerichte
212, 10
(mosfrk.
, 1585
): und soll den pferden strauw ahn den bauch und rhau foder bitz an die orhen geben.
Schmitz, Schiltb.
169, 19
(Frankf.
1597
): Der ander lag noch hinder dem Ofen in der hell (wie sie es nennen im Nest / mocht fuͤr faulkeit nicht auß der Straw).
Mayer, Folz. Meisterl.
50, 187
(nobd.
, um 1480
): Der knab auß senen swach | Sich nach der strew um sach, | Kort mit der schon zu pett.
Sachs
16, 114, 4
(Nürnb.
1559
): Als denn man auch außmisten sol, | Und gib in
[den
rossen]
denn ein newe strew! Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 411, 18
(Straßb.
1466
): Die streúge
[Hs. W, 15. Jh.:
auflegung; Var. 1483–1518:
sattel oder reytzeug;
bastsatelEck
1537: ;
SattelLuther
1545, 3. Mose 15, 9: ]
des esels auff die er [der
unreine]
sitzt die wirt vnrein. Chron. Augsb.
7, 482, 18
(schwäb.
, zu 1560
): 3 herrn, so auf die roß sehen, welches das erst, ander und dritt sei über die strei, und wie sie nachainander über die strei komen.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
242, 26
(oobd.
, Hs. 1. H. 15. Jh.
): die obgenanten herren [...] zugen all vor tag von dann und liessen do grosser gueter puͦchsen VII und ein guͦt antwerch und vil zellt und wägen [...], chrankch knecht und ros und zundtten in das strab.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
182, 13
(oobd.
, 3. Dr. 15. Jh.
): wan die armen lewt muesten geben gellt, traid, schweinen, pachen, smalltz, spicerey, pfeffer, spenat, hew und strew.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
179, 9
(m/soobd.
, 1663
): Daß sich niemands understehe [...] die jungen feüchten zur strey oder fridtholz abzuschlagen.
Zingerle, Inventare
136b, 14
(tir.
, 1487
): Hew vnd strew sol ansteen vntz man bericht wurdt, ob das meinem gued, hern oder dem phleger zugehort.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
92, 39
; Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 358, 3
; Voc. rerum
70r
.2.
›kleine Bleistücke oder Kugeln, die gleichzeitig aus einer Büchse geschossen werden können und damit eine Streuwirkung haben‹; vgl.
streuen
1.Wortbildungen:
˹streubüchse
büchse
streuhake
hake
büchse
hake
Belegblock:
Sachs
2, 386, 30
(Nürnb.
1541
): Auch sind viel streyhacken abgangen.
Rechn. Kronstadt
2, 149, 23
(siebenb.
, 1529
): pro 70 magnis et 72 parvis vasculis ad pulveres bombardicos capiendum et 3 vasculis ad straÿ-pixen flor. 13 asp. 12.
Ebd.
367, 33
(1534
): die nativitatis Mariae Lucae [...] in castra circa Medges misso, ac decem barbatas pixides, volge hocken, pulveresque bombardicos, ac straÿ, [...], expensae flor. 1, asp. 25.
Ebd.
540, 46
(1538
): feria sexta ante Egidii solvi Simoni seratori, vulgo von wegen der straÿ czw machen flor. 2 asp. 12.
Ebd.
3, 476, 27
(1549
): Merscher pixen ... 2 Prager pixen ... 14 Schlecht Hacken ... 6 Auf einem Bock schtraÿ pixen ... 2 Eiserin Hake pixen ... 22.
Ebd.
581, 20
; Zingerle, Inventare
122a, 12
.3.
›Balkenlage auf einer oft begangenen Fläche um ein Denkmal herum‹; auch als Kopfform von streuholz
auffassbar.Belegblock:
Rechn. Kronstadt
1, 305, 33
(siebenb.
, 1521
): pro vectura asserum et tegularum streÿ circa portam corporis Christi.