staupe,
die
;aus
polab.
staup
›Altar, Opfersäule‹
(Pfeifer
).2000, 1348
1.
›Pranger, Schandpfahl als Ort der Auspeitschung von Verbrechern‹.Bedeutungsverwandte:
pranger
betlerstok
buskreuz
galgen
halseisen
kak
3
katze
lastersäule
1
leiter
schreiat
Phraseme:
jn. zur staupe hauen / schlagen
.Wortbildungen:
staupsäule
staupschlagen
Belegblock:
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 418, 12
(preuß.
, 1494
): do sall ynn [dinstbote] der henger adder stadtmait ann dy stawpszawle mit dem ore mit eynem pfennignagele annnagelenn.
Luther, WA
32, 379, 36
(1532
): Da wolt jch [...] lieber helffen, das man solche zur staupe schluge odder jnn einen sack stecket.
Ebd.
48, 168, 9
(1540
): Sihe Tod bistuͮ eine rüte vnd nicht ein verderben worden, Eine staupe, aber nicht ein spies.
Skála, Egerer Urgichtenb.
220, 7
(nwböhm.
, 1577
): [Ist] das Weib vnd Mutter an pranger gesteltt, die ohrn abgeschnitten vnd mit Staupschlagen, des Craiß In ewig vorwießen.
Ebd.
221, 5
(1577
): Nach der Staupen schlag Zu Turschen Reuth hab er gestoln / 2 leib brotts.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
73r, 14
(Leipzig
1588
): wenn die Leute hoͤren oder sehen / wie man die Diebe ans Halseisen schlegt / zur Staupen hawet / oder an Galgen henget. Jtem / wie man die Ehebrecher mit der Staupseulen / oder mit dem Schwerdt abfertiget.
Voc. Teut.-Lat.
ee viijv
(Nürnb.
1482
): Staupp. oder pranger. stupa.
Skála, a. a. O.
198, 2
; 258, 7
.2.
›Züchtigung e. P. mit der Rute‹; als Metonymie: ›Rute‹.Bedeutungsverwandte:
rute
besserung
geislung
leibstrafe
züchtigung
Wortbildungen
staupbesem
zuchtrute
stäupstrafe
Belegblock:
Luther, WA
16, 511, 30
(1525
): das richt seine Goͤttliche gnade aus [...] mit dem schwert und stauppe besem.
Ebd.
28, 647, 16
(1529
): wenn er das nicht thet, flugs hinder jm hehr mit der staupen.
Ebd.
30, 3, 219, 14
(1530
): ich gan yhm solcher staupe des rewels wol.
Ebd.
47, 389, 41
(1538
): Dan die Staupe und ruthe hat ihenen so wehe gethan.
Ebd.
49, 500, 11
(1544
): Ein gute stauppen mocht ich im wol gonnen zur vermanung.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
302, 9
(Genf
1636
): steibstraff /f. Mortis pœna.
Henisch
312
(Augsb.
1616
): Staupbesen [...] Wer die wortstraff außschlegt / vber den lest Gott gewißlich durch den Hencker / Tuͤrcken oder Teuffel einen Staupbesen binden.
Luther, WA
16, 629, 16
; 17, 1, 211, 15
; 30, 2, 180, 23
; 37, 145, 19
; 48, 231, 30
.