salbei,
salvei
(mit Schreibvarianz, z. B. salbe, salve, self
), der
;-en/–
;die
;-Ø/–
;salbine,
die
; aus gleichbedeutend
lat.
salvia
(Georges, Neub.
).2, 4250
ein Heil- und Küchenkraut; meist: ›Garten-Salbei, Salvia officinalis‹ oder ›Wiesen-Salbei, Salvia pratensis‹; gelegentlich andere Heilpflanzen; oft im Orientierungsfeld mit anderen Heil- und Küchenkräutern (z. B.
2
alant
, bärwurz
, bibenelle
, garthafen
, isop
1, lavendel
, maseran
, peterlein
, polei
, 1
raute
, retich
, strupfwurz
, wermut
).Zur Sache:
Marzell
ff.; 47ff.; 5, 470.4, 41
Gehäuft Kochbücher, naturkundliche und medizinische Fachtexte.
Bedeutungsverwandte:
alpenkraut
dost
frauenkraut
wurz
gamander
Syntagmen
(den) s. hacken / kaufen / nemen / sieden / stossen / trinken, x mal glühen, mit wein löschen
; (der) s
. (Subj.) heimisch / wild / zweierlei sein
, [wo] stehen
; etw. mit salbeien füllen / würzen, j. von s. reden
; der gederrete / grüne / wilde / zame s., ein büschel s
.; der sturzel, die wurzel des salbeien, der same, die stat / wurzel der s
.; eine hand vol, ein büschel s
.; antvogel in salbeien
.Wortbildungen
(im Bw. teils sowohl salbei-
als auch salbeien-
): salbeibier
salbeiblat
salbeiensaft
salbeiensame
salbeimet
salbeiwasser
salbeiwein
gewürzwein
salbinenblust
salbinenwurz
Belegblock:
Ziesemer, Gr. Ämterb.
120, 20
(preuß.
, 1519
): 1 vasz lefendelbir, 1 vasz wermetbir, 1 vasz salviebir.
Ebd.
121, 33
(1520
): 1 ton salveimeth.
Luther, WA
47, 483, 15
(1538
/9
): Er nennet aber das allergeringste, so sie zu Zehend gegeben haben, als den Tille, Mintze, Majoran, Salbenbletter.
Buch Weinsb.
2, 85, 11
(rib.
, um 1560
): Das eirst gericht mit ein zam schink mit peffer, 2 mit antfogel in selven.
Ebd.
5, 264, 31
: Man tut auch oft gekreuter in | Den snoden und den gutten wein: | Wermut, isop, self und alant.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
22, 18
(osächs.
, 1570
/7
): Also magst du auch mit gedörreter salbei, klein gestossen, allerlei kost würzen, machet die speise lieblich und ist gesund.
Ebd.
96, 3
: Das die bienen gerne in die stöcke und körbe ziehen. Nim raute, salbei, isop, honig.
Strauss, A. v. Villanova dt.
157v, 12
(obd.
, Hs. 1421
): Man sol sie [duben] mit specke vnd mit wachaltern vnd mit salben fullen vnd braten.
Sachs
2, 225, 5/6
(Nürnb.
1540
): Ein krot lag an des salven wurtzel, | Die het vergifft des salven sturtzel.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
208v, 15
(Hs. ˹nalem.
, um 1400
˺): Ob si [bermuͦter] sich dik blaͤg, súd / bẏbergaili vnd salbinun vnd guͦten win / vnd trink das.
Ebd.
214r, 26
: Nim salbinun wurczen oder das krut vnd / zwah das har mit dem safft: es wirt dir swarcz.
Peters, Schäden I,
97, 25
(nalem.
/schwäb.
, 1400
/33
): nim salbeyen safft vi lot.
Sudhoff, Paracelsus
10, 575, 8
(1536
): kein salviwein, kein gewürzwein [...] ist euch gut.
Broszinski, Minner. Chir. Parva
78v, 30
(halem.
, 2. H. 15. Jh.
): [ein vnguentum:] salbinenbluͦst, seuibom, blaustie, balsamite, thimi, [...] iegklichs iiij vntz.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
295, 34
(oobd.
, 1349
/50
): diu krot izt gern salbai und vergift der salbai wurzeln nümmer, dar umb schol man der salbai stat mit rauten umbgeben.
Ebd.
421, 10
: der salvei ist zwaierlai, wilt und haimisch.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
47, 1
(oobd.
, 15. Jh.
): wer den grimmen in dem pauch hat, der trinck saluay wasser.
Eis, Gottfr. Pelzb.
186, 27
(öoobd.
, E. 15. Jh.
): Salben somen [...], den sehit man alßo andern somen in gut ertreich.
Eis, Albrants Roßarzneib.
137, 14
; Ziesemer, a. a. O.
203, 34
; 653, 17
; Quint, Eckharts Pred.
1, 271, 4
; Hajek, Guͦte spise
14
; 15
; Eis, Gottfr. Pelzb.
129, 24
ff.; Keil, Peter v. Ulm
110
; 453
; Sachs
14, 268, 32
; Rohland, Schäden
511
; Menge, Laufenb. Reg.
273
; Sudhoff, a. a. O.
10, 76, 8
; Deinhardt, Ross Artzney
9
; 67
; Eis, Gottfr. Pelzb.
170, 20
; Voc. Teut.-Lat.
bb vjr
; Maaler
342r
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
392
; Schweiz. Id.
7, 818
f.; Lehmann, Rezeptb.
247
f.; Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 241
.‒
Vgl. ferner s. v. alpenkraut
1, bärwurz
.