rutschen,
V.
1.
›unkontrolliert, unmerklich (weg-, herab)gleiten‹; auch: ›kriechen‹.
Phraseme:
rutschendes gut
›erbliches Gut‹ (vgl.
Rwb
11, 1359
).
Bedeutungsverwandte:
abkriechen
,
hinabschleifen
,
kriechen
,
schnacken
; vgl.
glitten
.
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B.
die butter / krankheit / leiter / rede
)
r
. (absolut),
j. auf der bank, das bet hinab, mit füssen r., die erde
(Subj.)
in den graben r
.
Wortbildungen:
rutschbet
wohl ›leicht verschiebbares Bett‹,
rutscher
›j., der kriecht, Lahmer, Bettler‹ (dazu bdv.:
1
betler
).

Belegblock:

Buch Weinsb.
1, 92, 28
(
rib.
,
um 1560
):
darnach macht man ein rutzbetgin in min sclaifkamer, daruff lagt sei sich und quam auch nit darvan.
Kurz, Murner. Luth. Narr
4241
(
Straßb.
1522
):
Es ist so guͦt ind hell gesprungen, | Als mit rütschen drein gerungen.
Barack, Zim. Chron.
2, 619, 1
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
In zeit [...] herr Wilhelm Wernher die herrschaft [...] ingehapt, ist anno 1522 ain bettler, ein rutscher, in aim karren geen Bochingen gebracht worden.
Ebd.
3, 365, 29
:
die laiter fieng an zu rautschen, und ehe er hinab kam, do fiel die laiter mit ime.
Ebd.
4, 173, 16
:
Da ist er [...] das bet hinab geschliffen oder gerutzt, als ob ein belzdecke hinabgefallen were.
Bell, G. Hager
597, 2, 15
;
Maaler
338r
;
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
8
;
Schweiz. Id.
6, 1857
f.
2.
›unmerklich anwachsen, zunehmen‹.
Bedeutungsverwandte:
zunemen
; vgl.
bessern
 1,
wachsen
.

Belegblock:

Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
3, 46, 20
(
Luzern
1528
):
ir rede rütschet wie die kranckheit die man nent den krebs, die da für vnd für zuͦ nimpt.
Rwb
11, 1359
;
Schweiz. Id.
6, 1859
.