1
rost,der
;-es/-e, -Ø
, teils + Uml.;zu
mhd.
rôst
›Rost, Scheiterhaufen‹
(Lexer
).2, 499
1.
›Glut‹; auch speziell: ›Scheiterhaufen‹; bildlich: ›Qual‹.Überwiegend ˹älteres Frnhd.; Texte gebundener Form˺.
Bedeutungsverwandte:
vgl. brunst
1
glamme
glut
die
) 1; 2.Gegensätze:
frost
Syntagmen:
den r. heisser machen
; minne
(Subj.) der r. sein
; j. / etw
. (Subj.) auf dem r. braten / brennen / liegen, jn. auf den r. legen
; der r. des jammers / todes / unmutes, der helle / liebe, des leides, der flammen
; der feurige r
.Belegblock:
Reissenberger, Väterb.
9944
(md.
, Hs. 14. Jh.
): Sus vuͦrte man sie vur den rost | Da sie die Gotes holden | Beide in werfen solden.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
14330
(omd.
, 1338
): Saga, wer gebar den vrost | Von dem hymele sunder rost?
Jahr, H. v. Mügeln
1557
(omd.
, Hs. 1463
): Susanna sal ein zeichen sin: | geurteilt zu des todes rost, | ir unschult von mir [Gerechtikeit] wart erlost.
Pyritz, Minneburg
2392
(nobd.
, Hs. um 1400
): So brinn ich uff dez jamers rost.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
2013
(nobd.
, Hs. A. 15. Jh.
): minne ist do der ganze rost, | on allen jomer ewig trost, | [...] | ain immer leben on tot.
Thiele, Minner. II,
7, 312
(Hs. ˹nalem.
/sfrk.
, 1470
/90
˺): myn hercz uff leydes rost | langezit ist gebraten.
Jaksche, Gundacker
4698
(oobd.
, Hs. 1. H. 14. Jh.
): mit seinem tode er [herre] erlost | uns von der hellen roste.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
336, 18
(oobd.
, 1349
/50
): [daz öl] macht der flammen rôst haizer.
Jahr, a. a. O.
2114
; Sachs
17, 67, 22
; 116, 7
; Lindqvist, K. v. Helmsd.
2696
; Rwb
11, 1232
.2.
›gitterartiges Gestell meist aus Metall, auch aus Holz, Rohr u. Ä. mit unterschiedlicher Funktion‹; im Einzelnen: ›Metallrost (z. B. als Teil eines Ofens, Teil zum Braten, Werkzeug)‹; ›gitterartige Viehsperre‹; ›gitterartige Vorrichtung (z. B. für Sickergruben, Weinreben)‹; ›(glühender) Eisenrost, Kreuz (zur Vollstreckung der Todesstrafe, als Folterwerkzeug)‹.Bedeutungsverwandte:
dreifus
gatter
gitter
nez
brandbok
2
harst
2
matte
Syntagmen:
den r. über die grube legen
; (die) röste
(Subj.) [wo] stehen
; der rauch an dem r. hängen bleiben, j. etw. auf einem r. braten / rösten, auf einen r. legen, der keim in rösten ausschlagen
; der r. des kreuzes
; ein r. von hölzern
; der eherne / eisene / gute / hölzerne r., x röste
; Laurencius mit dem r., ein stük mit einem r
.Wortbildungen:
rössel
Belegblock:
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
10, 30
(preuß.
, 1404
): 5 schiben drates, 2 roͤste und 1 yserynne stange.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
97, 33
(preuß.
, 1440
): Im bruwhuwsze gelassen: [...] 1 eysern krucke, 1 rost, 4 schuffen.
Ebd.
356, 28
(1488
): inn der kuchenn: 5 bratenspiesz, [...], 3 fewrpfannenn, 2 rostte.
Koeniger, Sendgerichte
287, 14
(mosfrk.
, 1641
): ein stuck
[Mauer]
uff dem kirchhof mit einem guten rost dergestalt, dass kein viehe daruff noch daruber kommen [...] koenne. Hajek, Guͦte spise
8
(rhfrk.
/nobd.
, um 1350
): so nim ez [ferkelin] denne vnd lege ez vf einen hülzinen rost vnd brate ez sanfte.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
9, 11/12
(osächs.
, 2. H. 14. Jh.
): obir des ovyns munt [...] do ist eyn yserin rost. Der rouch der us dem ovyn get, der [...] blibit hengende in deme roste.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
23, 20
(osächs.
, 1570
/7
): mus man vier oder fumf spannen hoch unten vom boden einen rost von starken hölzern [...] uber die ganze gruben legen.
Ebd.
135, 37
: das wohl uber fumf, sex schritt vom stock erst ein keim aus der erden oder in rösten ausschlegt.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 309, 42
(Straßb.
1466
): ein erin roscht
[
eiñ gegaͤtterten roostFroschauer
1531: ;
getter oder rostDietenberger
1534: ;
roschEck
1537: ;
GitterLuther
1545, 2. Mose 27, 4: ]
in der weys eins netzes. Rieder, St. Georg. Pred.
280, 31
(Hs. ˹önalem.
, 1387
˺): man liset von sant Laurencien daz er uff dem rôste lag also suͤsseklich alz er in rosen laͤge.
Klein, Oswald
113, 18
(oobd.
, 1438
): [got] uns erlost | mit seines hailgen todes kur, | den er in menschlicher figur | laid an des hailgen creutzes rost.
Zingerle, Inventare
206b, 3
(vorarlb.
/tir.
, 1430
): i rost [...] ii rössel [...] i eisneinn prater.
Luther, WA
10, 3, 320, 6
; ders. Hl. Schrifft.
3. Mose 2, 7
; Peil, Rollenhagen. Froschm.
162, 3645
; Hauber, UB Heiligkr.
2, 484, 17
; Rechn. Kronstadt
3, 479, 10
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
386
; Pfälz. Wb.
5, 597
; Schweiz. Id.
6, 1520
f.; Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 234
.3.
›ofenartige Vorrichtung zum Ausbrennen und Reinigen von Erzen‹; metonymisch auch: ›auszubrennende Erzmasse‹; zu
1
rösten
3.Bergbaurechtliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
arbeit
ofenschmelze
wäsche
zurichtung
brenofen
heinz
Belegblock:
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 199, 13
(schles.
, 1516
): wo ymands [...] aus diesen arbten offenschmeltczen rosten und zurichtung gar nichts genommen.
Ebd.
260, 12
(1528
): Die roster sollen einerlei mass wie in Polen grossen rost sezen, die erzt zum brennen rein lautern und uffsezen.
Ebd.
17
(1528
): so wind kumen [...], soll er die rost anzunden und brennen.
Ebd.
21, 50, 31
(1537
): dass man auf allen gruben huttwerken rösten und weschen [...] auf schlesischer gulden groschen und heller rechen lonen kaufen und verkaufen soll.
Ebd.
173, 14
(1617
): Siedehaus: [...] 5 alte rösteschlich darunter 1 guter die andern 4 röste ungefehr zu 2 laugen geben möchten.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
217, 17
.‒
Vgl. ferner s. v. abtreiben
11, balgengezeug
, 1
rösten
3.