reisach,
reisig,
das
;-s/-Ø
;zu
im Frnhd. überwiegend als Kollektivum.mhd.
rîsach, rîsech
›Reis; Rute, Zweig‹
(Lexer
); 2, 456
1.
›Anzahl dünner Zweige, Ruten; Reisig‹ (überwiegend als Baumaterial und Brennholz); zu reis
(das
) 2.Gehäuft nobd. und oobd.
Phraseme:
etw
. (ein Grundstück) zu reisig sagen
›ein Grundstück als frei für einen neuen Besitzer deklarieren‹.Bedeutungsverwandte:
gehölze
1
laub
borzen
gerische
kres
reis
das
) 2, rutengewächs
staudach
Syntagmen:
j. r. (von den bäumen) abschlagen / brennen / füren / hauen, für / zu etw. legen / nemen, oberhalb des feuers im haus haben
; r
. (Subj.) bauholz sein, in den schlägen liegen
; den mist mit r. verdecken, korbladen von r. machen
; das dürre r
.; 1 karch, x fuder / schok reisachs
; die reisach
(Pl.) von den tannen
.Wortbildungen:
reisachborzen
büschel
gresp
pausch
reisigholz
Belegblock:
Luther, WA
36, 350, 30
(1532
): kein holtz, da man sie kund ausschnitzen, sed tantum durr reissig.
Skála, Egerer Urgichtenb.
23, 2
(nwböhm.
, 1562
): das Brust tuch vnd Mesgewanth In Ofen gesetzt Reissig dafur gelegt, vnd daruon gangen.
Chron. Nürnb.
1, 30, 9
(nobd.
, 1407
): Wer reisach hawet, daz niht pauholcz ist, der ist schuldig zu geben [...].
Schmitt, Fachprosa
55, 23
(Bamb.
, 1511
): daß er [mist] allenthalben sey wol verdeckt mit labich vnd reisich.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
76, 33
(nürnb.
, 1464
/75
): ein fuder reisechs den tiern in stattgraben.
Chron. Augsb.
2, 177, 1
(schwäb.
, Hs. 16. Jh.
): da warf man ain hohen graben auf, was bei 20 schuechen dick, was gemacht mit reisachportzen, gelegt neben ainander und dann grieß darauf geschütt.
Gereke, Seifrits Alex.
3254
(oobd.
, Hs. 1466
): er gepot den leutten alczuhandt | das sy reysech absluegen von den pawmen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
432
(oobd.
, 1607
/11
): geflochtene zarte korbladen von reisich gemacht.
Auer, Stadtr. München Anh.
7, 81, 8
(moobd.
, v. 1347
): Swer in der innern stat reisach prennet, der geit diu selben puosse.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 431, 11
(moobd.
, 1353
): darzue auch dieselben fumf viertail weingarten von urpaus wegen zu reisaͤch gesagt sint
(vgl.
reis,
das, 2).
Winter, Nöst. Weist.
1, 688, 30
(moobd.
, 1430
, Hs. A. 16. Jh.
): Die mulherren [...] habent gewalt das wasser ze vahen wo si nagst mügen [...] und sullen darzü nemen reisëch, wasen und sant zu der schütt.
Küther, UB Frauensee
380, 40
; Sudhoff, Paracelsus
13, 86, 2
; Brinkmann, Bad. Weist.
274, 27
; Voc. Teut.-Lat.
aa vijr
; Rwb
11, 782
; Pfälz. Wb.
5, 486
.2.
›mit Buschwerk bestandenes Land‹. Belegblock:
Rwb
11, 782
(a. 1378
).