redhaft,
Adj.
1.
›Sprache besitzend, menschlich, vernünftig, der Sprache und Erkenntnis fähig‹; zu
1
reden
1.Belegblock:
Eggers, Psalter
280, 16
(thür.
, 1378
): Wan also di redehafte sele vnd das vleisch ist ein mensche, also ist got vnde mensche ein Crist.
2.
›bereit zu sprechen‹ (allgemein); im Einzelnen: ›ins Gespräch kommend; gesprächsbereit, verhandlungsbereit‹ (bezogen auf die Offenheit, Bereitschaft e. P. zum Gespräch); ›beredt, redegewandt‹ (bezogen auf die rhetorische Kompetenz); wohl auch: ›ehrlich, aufrichtig, offen sprechend‹ (bezogen auf die Verlässlichkeit der Aussage, auch vor Gericht); vgl.
rede
1; 3; 6.Bedeutungsverwandte:
endlich
gesprechlich
Belegblock:
Ermisch, Freib. Stadtr.
56, 19
(osächs.
, 1325
): Swelch man also sinnik unde also selic ist, daz he sin dinc setzet unde berichtet [...] di wile he bi guten sinnen ist unde ouch mit redehafter zunge wizzentliche dem richter [...].
Voc. Teut.-Lat.
aa vjr
(Nürnb.
1482
): Redetzierer odʼ wolreder. rethor [...] oder redhafftiger.
Sachs
3, 514, 30
(Nürnb.
1526
): Muß ein kauffman sein gsprech, redhafft | Nach art diß meiner aygenschafft.
Jaksche, Gundacker
4410
(oobd.
, Hs. 1. H. 14. Jh.
): [der chaiser] wirbet die potshaft | endleich und redhaft.
Gereke, Seifrits Alex.
7093
(oobd.
, Hs. 1466
): das er fuer die frawen torst gann | und mit ir werden redhaft | und weriffen sein pottschaft.
Drescher, Hartlieb. Caes.
167, 21
(moobd.
, 1456
/67
): Do die selben münche ir kirchen erbeyten wolten mit dem gepaw, do bestelten sy zu sammen ettlich lay priester, prediger, die redhafft und gesprächig darzu warn.
Rwb
11, 463
.