ratio,
die
;
aus
lat.
ratio
›Rechnung, Berechnung, Rechenschaft, Denken, Denkvermögen, Vernunft, Grund, Maß, Gesetzmäßigkeit, Ordnung, Methode, Prinzip‹
(
Georges, Neub.
2, 4049
).
›Vernunft, (logisch arbeitender) Verstand‹; auch: ›Bedachtsamkeit; Fähigkeit, vernünftig zu handeln‹; mehrfach abwertend als weibliche Figur personifiziert.
Bedeutungsverwandte:
fürsaz
,
1
masse
 14,
ratschlag
 4,
vernunft
; vgl.
intellect
,
intelligenz
 1.
Wortbildungen
ratiocinieren
›rechnen; etw. ausrechnen, berechnen‹ (dazu bdv.:
abnemen
, V., 16; 17,
ausrechnen
 1; 4,
ermessen
 2; vgl.
1
berechen
 4,
calculieren
),
rationarius
›Rechenbuch‹.

Belegblock:

Luther, WA
12, 667, 14
(
1523
):
ratio ist ein blinde tolle nerrin, steckt mitten im gottswerck et tamen nescit.
Ebd.
51, 126, 29
(
1546
):
des Teuffels Braut Ratio, die schoͤne Metze, feret herein und wil klug sein, und was sie sagt, meinet sie, es sey der heilig Geist.
Sachs
3, 320, 12
(
Nürnb.
1541
):
Mich daucht [inn dem schlaff]: Fraw Ratio | Fürt mich haymlich allso: | Hoch durch den lufft wir furn | Für eynen hohen thurn.
Rot
344
(
Augsb.
1571
):
Ratio, Vernunfft / Rathschlag vnd fürsatz des gemuͤts. Jtem weiß / maß / mittel vnd weg. Rationarius, Rechenbuͦch. Ratiocinirn, Außrechnen / bey sich selbs betrachten / eins bey dem andern abnemen vnd ermessen.