ranft,
der
;
-s/-en
;
in 2 häufig als Diminutiv
ränftlein
;
zu
mhd.
ranft, ramft
›Einfassung, Rand‹
(
Lexer
2, 341
).
1.
›Rand; äußere Einfassung (unterschiedlicher Bezugsgrößen)‹; im Einzelnen: ›Rand (einer Wunde, eines Geschwürs u. dgl.); Schorf‹; ›Deckel (eines Buchs)‹; ›Gefäßrand, Brunnenrand‹; ›Kante‹.
Bedeutungsverwandte:
absaz
 1,
borte
 1,
fuge
,
mundloch
,
1
rand
 1; vgl.
gleif
,
lefze
 2,
mund
(
der
) 5.
Gegensätze:
blat
 2.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
32, 50
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
hi [born] was omlacht mit einem ranfte, | van vinem gulde wol beslaghen.
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
8, 137, 20
(
Straßb.
1521
):
liß doch den ranfft in seinem buͦch / wiltu die bletter nit lesen.
Sudhoff, Paracelsus
6, 142, 19/23
(
1528
):
umblege den wolf damit [salben] außerthalb dem ranft herum, das nichts darin kome, [...]. darnach tu das band hinweg und laß also stehen, so get der ranft im cirkel herumb aller hinweg.
Maaler
325r
(
Zürich
1561
):
Der Ranfft. Lymbus Astrolabij
(›Randteil des Astrolabiums‹; s.
astrolabium
).
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
369
(
Genf
1636
):
Rand / Ranfft [...]. Das eusserste eines jeden dings.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
565
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 [...] schaln, ohne außgeschwifften ranfft.
Ebd.
1131
:
Zwo mittelmessige zimblich grosse schaln mit ranfft oder randen.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
274
;
Schweiz. Id.
6, 1049
 f.
2.
›Brotkanten; Brotrinde‹; Spezialisierung zu 1.
Bedeutungsverwandte:
brosame
,
kruste
,
rinde
 3.
Wortbildungen:
ranfachtig
,
ränftig
.

Belegblock:

Luther, WA
22, 130, 15
(
1544
):
Das heisst das liebe brot ehren und die renflin
[sic!]
unter dem tisch nicht ligen lassen.
Ebd.
46, 457, 15
(
1538
):
Lazarus hat der keins, auch nicht die brosamlen und ranfften.
Ebd.
47, 362, 12
(
1537
/
40
):
Ich kann auff meinen Acker gehen, kann arbeitten und ein Liedtlein darzu singen, komme ich heim, so schmecket mir ein Rentfflein Brodts ihns hertz hinein.
Sachs
17, 259, 29
(
Nürnb.
1562
):
Ich [bawer] iß von grobem brodt ein ranfft, | Ich arbeit hart und lig nicht sanfft.
Maaler
324v
(
Zürich
1561
):
Raͤnfftige speyß die man den kinden gibt / als simmelring / murren / mutschellen.
Ebd.
325r
:
Ranffachtig / Das vil ranffs hat.
Luther, WA
49, 717, 12
;
15
;
Schmitt, Ordo rerum
178, 29
;
Maaler
325r
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
274
;
Schweiz. Id.
6, 1051
.