rame,
der
;-n/-n
, teils + Uml.;ram,
die
;–/-Ø
.1.
›Baumstamm‹; auch: ›Stecken, Stange, Pfosten, Stütze‹; speziell: ›Stütze für Weinreben‹; offen zu 2.Phraseme
(bzw. sprichwörtlich): der apfel nach dem ramen schmekt
›der Apfel fällt nicht weit vom Stamm‹.Bedeutungsverwandte:
hopfenstange
rone
baum
bloch
rik
1
stam
stok
Wortbildungen:
ramriegel
1
bret
ronholz
ramwirker
Belegblock:
Buch Weinsb.
5, 385, 25
(rib.
, 1594
): Gehat 800 ramen.
Ebd.
30
: Es moissen ramen da sin, sol die zall der weinstock erhalten werden.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
513, 32
(rib.
, 1624
): Was man sonsten aus hoppenstangen und ramen aus dem walt erzwingen und zu gelt machen kann.
Jahr, H. v. Mügeln
950
(omd.
, Hs. 1463
): [was] daruf [angen] gepflanzet mannik boum. | [...] | der ramen este kleiten sich | mit mancher hande loube da.
Ebd.
1291
: kern, schale mit des ramen soum, | die dri die sachen einen boum.
Ebd.
1579
: des vaters werk [...] | das kint verblent [...] | der apfel nach dem ramen smekt.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
77, 35
(nürnb.
, 1464
/75
): So soll der stat paumeister sam teglichs gedencken, wo er rechtz kaufs hinter eichen pretter und eichen ramrigel und eichen rinholtzer und pretter [...] bekomen mocht.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
5, 219, 49
(Straßb.
1466
): goliath getheum der ramwircker
[
den GethiterLuther
1545, 2. Sam. 21, 19: ]
des schafft des spers was als der garnbaum der webenden. Qu. Brassó
5, 548, 41
(siebenb.
, 1616
): Kauft 900 dännen Röhm zu Denar 25, pro fl. 2
.
25. Lexer a. a. O.
78, 30
; Hilliger, a. a. O.
438, 45
; Schmitt, Ordo rerum
406, 12
; Schweiz. Id.
6, 890
f.2.
›Vorrichtung, Gestell, Konstruktion (meist aus Holz) unterschiedlicher Größe und Funktion‹; im Einzelnen: ›Gestell der Tuchmacher‹; ›Gerbgestell‹; ›Vorrichtung, Gestell zum Trocknen von Ziegeln‹; ›Schuhleisten des Schusters‹; ›Aufhängevorrichtung für Fleisch‹; ›Teil eines Apparats für perspektivisches Zeichnen‹; ›(Halte)gestell über dem Ofen‹; ›Foltergerät‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. geräme
gestel
gewandräme
stelle
stellung
Wortbildungen:
rambaum
˹, ˺ ›Platz mit Gestellen zum Trocknen von Tuch‹.
ramgarten
ramhof
Belegblock:
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 131, 32
(rib.
, 1410
): Ouch so en willent unse herren in geinger wijs geinge ramen of einich dink an die dacher gehangen hain.
Lau, Qu. Neuß
168, 10
(rib.
, 1489
): As man die doicher up die rame brengt, so sullen sij die recken up ire breide ind maisse.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
93, 5
(Frankf./M.
1568
): Darnach firm ich sie [Fell] sauber rein / | Spann auff die Ram jeds Fell allein / | Schabs darnach / mach Permennt darauß
(mit Abbildung). Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
338a, 38
(Frankf./M.
1649
): so zweiffelt mir keines weges / daß sie sich drüber entsetzen / vnd diesen Processen vnnd Inquisitoren ein Gebiß vnd remme anlegen wuͤrden.
Thiele, Luthers Sprichw.
185
(omd.
, um 1535
): Am ramen gespannen tuch vnd gedancken anschlegen gehet viel abe
(›schrumpft zusammen‹). Mon. Boica, NF.
2, 1, 322, 29
(nobd.
, um 1428
): Mer ein hawsz und ein ramgart: davon gibt im Cuncz Hauwg 1½ guldein ewigs gelts.
Rupprich, Dürer
2, 385, 11
(nobd.
, 1515
): Dar auf [tisch oder taefel] stel stet ein aufrechte ram zwerchs gegenn dem nadel oͤr hoch oder nider, [...], die ein thuͤrlein hab, das man auf vnnd zuͦ muͤg than
(mit Abb. auf S. 386). Rieder, St. Georg. Pred.
36, 18
(Hs. ˹önalem.
, 1387
˺): alsuss wart únser herre an dem crúz zertennet: reht als da man ain bermit an aine ram spannet.
Boner, Urk. Brugg
109, 30
(halem.
, 1446
): einen walm an das huß vnd darzuͦ die ramen, daruff man die ziegel truͥknet.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
369
(Genf
1636
): Ramen der Schuster / daruff sie denn Leuten die Fuͤsse meßen.
Staub, Qu. Wien
3, 2, 2441, 5
(moobd.
, 1405
): Afferl der jud, Jeͣkkeins sun des Walchen des juden, hat geben nucz und gewer von Chunrats seligen des Probstleins des tuchbraitter haws und ramhof.
Piirainen, Igl. Bergr.
30b, 2
(slow. inseldt.
, 16. Jh.
): Er mueß schwären vff dem Rampawme, das Es d(er)selb gannckh sey, vß derselb(en) gruebm, die Er emphang(en) habe.
Rechn. Kronstadt
1, 327, 40
(siebenb.
, 1521
): pro labore ramen ad fornacem stubae anachoritae nemoris Czeÿdinensis ac aliis attinentiis ibidem asp. 25.
Ermisch, UB Chemnitz
170, 28
; Chron. Nürnb.
4, 351, 14
; Qu. Brassó
5, 376, 25
; Voc. Teut.-Lat.
aa iiijv
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
369
; Rwb
10, 1571
; Pfälz. Wb.
5, 353
; Schweiz. Id.
6, 890
f.; Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 237
.3.
›Einfassung, Holzrahmen (z. B. eines Fensters, einer Tür, eines Bildes, eines Spiegels, einer Uhr u. Ä.)‹; speziell: ›kleine Einfassung zum Einspannen von Stoff, der genäht oder bestickt werden soll; Nährahmen, Stickrahmen‹.Bedeutungsverwandte:
fürschieber
holz
3
leiste
gehäuse
gewände
gewänge
stellenbogen
Wortbildungen:
˹, ˺ ›verzierte Umrandung eines Tafelbildes u. Ä.‹,
ramat
ramtafel
ramfenster
Belegblock:
Chron. Köln
2, 123, 26
(rib.
, 1400
): desgelichs zo sent Gerione die vinster boven der kirchedoren mit der ramen zomaile usgevallen.
Buch Weinsb.
2, 181, 17
(rib.
, 1568
): das gemalde crucifixdoich uff das tritzsoir hat gekost 20 alb. und die ramen 9 alb.
Voc. Teut.-Lat.
aa iiijr
(Nürnb.
1482
): Ramtaffel. ramat. gemalte bandtaffel. odʼ orgellade. pinax.
Päpke, Marienl. Wernher
775
(halem.
, v. 1382
): [Die userwelte mægte schar] wurkend edel werk da bi | Mit der naͮdel und inder ram.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
369
(Genf
1636
): Ramen / darauff die Weiber jhr Gestrick / vnd was sie außnaͤen woͤllen spannen [...]. Rame [...] Das Holtz darinnen das Fensterglaß stecket.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
625
(oobd.
, 1607
/11
): 1 quadretto [...] in einer ram und fürschieber von cassiaholtz.
Ebd.
630
: 1 quadretto zimblicher größ [...] in ebener ram und leisten.
Ebd.
1301
: Ein schön groß quader cristallininer spiegel in ein ebin gefierte ram mit seinem fürschieber ohne andere zierd gefasst.
Rechn. Kronstadt
3, 535, 18
(siebenb.
, 1550
): den steffen Schloszer, als er dÿ Romefenster hatt angehangen, fl. 1 asp. 40.
Lippert, UB Lübben
2, 288b, 21
; Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
32, 1
; Bauer u. a., a. a. O.
624
; Pfälz. Wb.
5, 353
; Schweiz. Id.
6, 889
; Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 236
.‒
Vgl. ferner s. v. 2
ram
.4.
›Gestaltungsrahmen, Vorform‹; als Ütr. anschließbar an 3.Belegblock:
Helm, H. v. Hesler. Apok.
18007
(nrddt.
, 14. Jh.
): Daz Got die ersten geiste | Vrowen Even und Adames | Geschuf eines glichen rames | In die zwein ersten libe | Dem man und deme wibe, | Nach diser zweier ersten orden | Sint alle geiste worden | Und alle libe geschaft.