probe,
die
;–/-n
,prob(a),
die
; zu
mhd.
prôbe
›Probe‹
(Lexer,
), dies im frühen 15. Jh. aus 2, 299
spätlat.
proba
›Prüfung, Untersuchung, Bewährungsversuch‹
, das auf lat.
probāre
›etw. erproben, prüfen, untersuchen‹
(Georges
) zurückgeht (2, 1934
Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
).1993, 1044
1.
›Versuch, durch den festgestellt werden soll, ob eine best. Fähigkeit, Eigenschaft e. P./S. wirklich vorhanden ist; Prüfung‹.Syntagmen:
eine p. anzeigen / tun, etw. auf die p. setzen
.Wortbildungen:
probegeld
probemeister
Belegblock:
Oorschot, Spee/Seifert. Proc.
492, 19
(Bremen
1647
): nimpt mich wunder / daß das Hexenzeichen [...] von niemanden noch ist auff die rechte Prob zu setzen / versucht [...] worden.
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 225, 10
(preuß.
, 1467
): zcu der proba wurden gekoren und gesatczt von itczlicher stad des rathes einer von beiden teilen.
Ebd.
391, 19
(preuß.
, 1483
): von wegen der proben der muncze die aldo vorzcunemende.
Ralegh. America
2, 7
(Frankf.
1599
): Wir thaten eine Prob damit an vnsern Schiffen / vnd befunden es vber die massen gut.
Weise. Jugend-Lust
95, 10
(Leipzig
1684
): es werde bald Gelegenheit geben / die aufrichtige Freundschaft auf die Probe zu setzen.
Opitz. Poeterey
54, 26
(Breslau
1624
): er [fechter] mußte vorher seinen namen geben / vnd eine probe thun.
Anderson u. a., Flugschrr.
25, 5, 25
([Augsb.
] 1522
): die lieb ist die recht prob aines Christen.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
473, 33
(halem.
, 1697
): Under obiger prob soll kein meister einichen züg verarbeiten, ohne sonderen befelch und anfrömbdung.
Dasypodius
67r
; Maaler
320r
; Eckel, Fremdw. Murners.
1978, 53
f.; Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 451
f.; Schwäb. Wb.
1427
; Schweiz. Id.
5, 303
f.; Öst. Wb.
3, 1003
f.2.
›Ergebnis der Prüfung, Nachweis, Beweis‹.Belegblock:
Schmidt, Frankf. Zunfturk
1, 119, 10
(hess.
, 1590
): daß ein jeder [...] drey underschiedlicher meisterstück alß einen badzuber ein füllfaß und ein aymer zur prob hat machen müssen.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 46, 36
(hess.
, 1595
): daß er sein handtwerckh redlich gelernet, mit gnugsamen briefen bezeuget und darauf sein prob in einem frembden ofen erwiesen haben.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
4540
(Magdeb.
1608
): Betriffts Kunst / Wissenschafft / Weißheit / | Sucht sie [vernunft] die Prob bey der Warheit.
Ries, Rechenb.
B 1r, 3
(Erfurt
1522
): Nun soltu wissen das ich hierinnen zweyerley proben gebrauchē wil.
Weise. Jugend-Lust
103, 2
(Leipzig
1684
): Siehe da / ist dieses der Hofe-Narr / der heute die Probe abgeleget hat?
M. Cunitia. Ur. Prop.
228, 40
(Öls
1650
): da neben andern dieses eine starcke prob‘ ist.
Barack, Zim. Chron.
4, 161, 5
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): zu ainer proba hab er im kurzlich hernach selbs mit aller marter im bet an die hamen greifen kinden.
Eschenloher. Medicus
61, 11
(Augsb.
1678
): die von ihm beschribene [Zeichen] genug seyen zur Prob / daß es der warhaffte Messias vnd Sohn Gottes waͤre.
Adomatis u. a., J. Murer. J
1148
(Zürich
1560
): Gib mir vom selben yetz ein gob | so gspür ich diner gsellschafft brob.
3.
›Teil, kleines Stück von etw., an dem die Beschaffenheit des Ganzen ersehen werden kann‹.Syntagmen:
eine p. nemen
.Belegblock:
Toeppen, Ständetage Preußen
3, 92
(preuß.
, 1449
): des hot eyne itczliche stat eyne proba dovon mit sich czu husze genomen.
Loesch, Kölner Zunfturk.
108, 21
(rib.
, 2. H. 15. Jh.
): sullen si [...] ein proef ader staelen van dem doich sniden.
Ermisch, Sächs. Bergr.
152, 15
(osächs.
, 1500
): ein yder schichtmeister [...] soll ]...] von iglicher schicht ein probe nemen.
Ebd.
188, 8
(osächs.
, 1503
): Die proben und abschnitte sollen die huttenschreiber den gewercken widergeben und vom probirn nicht meher den sechs pfenning nemen.
Winter, Nöst. Weist.
1, 514, 14
(moobd.
, um 1615
): die brob von mell und gries, schradtguet und allen andern zu nemben und zu fähen darzue der müllner die mihl zuezurichten schuldig.