pressen,
V.;
zu
mhd.
prëssen
›pressen‹
(Lexer
), dies aus 2, 293
lat.
pressāre
, Intensivbildung zu lat.
premere
›drücken, pressen, bedrängen‹
(Georges
, 1912f.; 2
Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
).1993, 1041
1.
›etw., z. B. Trauben, Ölfrüchte, ausdrücken, auspressen‹.Bedeutungsverwandte:
drücken
zwingen
Wortbildungen:
pressung
Belegblock:
Ziesemer, Proph. Cranc Ez.
17, 9
(preuß.
, M. 14. Jh.
): wirt er nicht syne wurcziln uzroyfin und sine vrucht pressyn und alle die reben sinir vrucht truge machin.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
162, 13
(osächs.
, 1570
/7
): Im October lisset und presset man wein.
Fischer, Brun v. Schoneb.
7574
(md.
, Hs. um 1400
): glichir wis also di winber gepressit wirt | zwuschen zwen holzen.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
190, 6
(moobd.
, 1524
): sy und ire hofmaister, so wein kauffen, die strass, thor und brugcken zerfaren, in den stetten lesen und pressen.
Winter, Nöst. Weist.
2, 1091, 5
(moobd.
, 1640
): Eß soll kein burger ainem preßen den er nicht gar woll kent ohne des gerichts erlaubnus.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
335, 10
(oobd.
, 1349
/50
): daz man die ölfrüht dreistunt twingt und druckt und presst.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
135, 6
(mslow. inseldt.
, 1577
): wo Er Zur śelbigen NeüerPauten Hütten Preśśen wil.
Schmitt, Ordo rerum
635, 27
: Voc. inc. teut.
d iijr
; Maaler
319v
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
365
; Schwäb. Wb.
1, 1405
f.; Schweiz. Id.
5, 786
; Öst. Wb.
3, 905
.2.
›etw., z. B. Tuch, Stoffe, zusammenpressen, glätten‹.Belegblock:
Bastian, Runtingerb.
2, 177, 16
(oobd.
, 1395
): 7 grozz von den 19 tuchen ze beraitten und ze pressen.
Wielandt, Leinengewerbe.
1950, 173
.3.
›jn. gewaltsam behandeln, innerlich und äußerlich bedrängen‹.Bedeutungsverwandte:
ängsten
ängstigen
bemühen
kreuzigen
martern
peinigen
quälen
vexieren
Belegblock:
Schöpper
21a
(Dortm.
1550
): Engstigen bemuͤhen creutzigen marteren ängsten vexieren peynigen quelen pressen.
Gille u. a., M. Beheim
99, 350
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): etlich stiess er [wutrich] mit stämpfen tat. | ir etlich liess er pressen.
Schmitt, Ordo rerum
695, 11
.